Workplace Professionalism – Security & AI bestimmen jetzt das Workplace Management

  • Der Reifeprozess des Digital Workplace geht auch im Jahr 2019 weiter. Zahlreiche Unternehmen werden endlich ihre Workplace & Collaboration-Strategien umsetzen können.
  • Workplace & Endpoint Management sind mehr denn je zentrale Design-Bausteine für den digitalen Arbeitsplatz, das bestätigen die Unternehmen und deren Planungen
  • Unified Endpoint Management wächst stark um Endpoint Security und Automation-Tools, um sicherer, intelligenter, automatisierter und am Ende noch nutzerfreundlicher zu funktionieren

Etwas antiquiert sind sie ja, die guten Vorsätze für das neue Jahr. Aber ausgestorben sind sie noch lange nicht. Machen Sie sich noch welche? Ein Problem, das diese guten Vorsätze haben ist zweifelsfrei, dass sie getrieben sind von schlechtem Gewissen oder Versäumnissen des vorherigen Jahres, die das kommende ausbaden muss.

Gute Vorsätze treffen auch auf das Thema Digital Workplace zu. Immer wieder wurde sich viel vorgenommen, nicht alles erreicht. In diesem Jahr soll insbesondere bei der Umsetzung aus dem guten ein besserer Vorsatz werden, der nicht zum Scheitern verurteilt ist. Zahlreiche Unternehmen stehen unmittelbar davor, neue Kommunikationslandschaften, Endgeräte und Services einzuführen, um den Mitarbeitern von überall den Zugriff auf ihre Dateien zu bieten und eine produktivere Arbeitsumgebung zu schaffen.

Fest steht in jedem Falle, dass der digitale Arbeitsplatz salonfähig wird und dabei immer mehr von einem einheitlichen Standard abweicht. Einzelne Komponenten, wie Kommunikationstools, Collaboration, Endgeräte, Apps und Co. sind in endlos vielen Kombinationen zusammenzustellen, sodass beinahe jedes Unternehmen - abgesehen von ein paar Ausnahmen (Office 365 als geläufiger Standard) - seinen individuellen Blueprint bauen wird. Dies gilt vom mittelständischen Unternehmen, das gerade erst anfängt, “digitale Mitarbeiterkommunikation” unternehmensweit zu denken bis zum Wirtschaftsriesen mit eigenen Digitalabteilungen und Technologielösungen en masse.

Megatrends Security+AI treffen Unified Endpoint Management

Einen wichtigen Teil zur Frage von Vorsatz oder Versprechen tragen auch die Anbieter bei. Sie haben sich in diesem Jahr vorgenommen, die Themen Security und Automation noch stärker in den Vordergrund zu rücken. Im Gegensatz zum zwischenzeitlichen Ausflug in Richtung IoT erscheint die neue Produktroadmap der führenden UEM-Provider weitaus langfristiger und wasserdicht.

Mit steigendem Anspruch an die Mobility- und Workplace-Architekturen steigt auch die Komplexität in den Managementlösungen. Jedoch nicht für die Anwender, sondern eher für die Anbieter und deren Zahl an gebotenen Features und Möglichkeiten. Dennoch wandeln sich die Design- und Auswahlkriterien immer wieder. Was vor wenigen Jahren im Bereich Enterprise Mobility Management noch innovativ und neu war, ist in diesem Jahr schon Commodity. Dabei gelten leichte Einschränkungen für Lösungen für den Mittelstand und kleine Unternehmen, die aber auch schnell den Anspruch an “das Beste” entwickeln sollten und werden.

Die Entscheidungs- und Design-Kriterien für den digitalen Arbeitsplatz und deren Management-Systeme verlagern sich klar auf die neuen Bereiche Security und Automation. An anderen Stellen lassen sich die Plattformen zumindest auf Feature-Ebene nur noch marginal unterscheiden.

  • mobil. Die Benutzung von Smartphones und mobilen Endgeräten im Business Kontext ist mittlerweile fraglos zum Standard avanciert. Die Bereitstellung und Einrichtung erfolgt “over the air”, hier haben alle Anbieter einen Standard etabliert. Damit kommen erste Apps und Voreinstellungen direkt auf das Gerät, das als mobiler PC-Ersatz vollständig funktionieren kann.
  • sicher(er). Unified Endpoint Management trug schon immer zu einem sicheren und datenschutzkonformen Umgang mit Endgeräten und Apps bei. Der Schutz wird nun jedoch deutlich ausgeweitet. Sowohl vor Bedrohungen von außen (Malware) als auch von innen durch unachtsame Nutzung (Data Loss Prevention) sind die neuen Systeme gewappnet. Mit Hilfe von Machine Learning können Anomalien im Verhalten erkannt werden und eine Reaktion ausgelöst werden.
  • automatisiert(er). Aktives und reaktives Workplace Management wird ein wichtiger Faktor sein. Dass eine Echtzeit-Entscheidung zur Sperrung von Zugängen oder Geräten nicht mehr von Menschenhand erfolgen kann ist klar. Daher werden Machine Learning & AI-Lösungen dabei helfen, das Management fast vollständig zu automatisieren. Die Admin- und IT-Teams legen die Richtlinien fest und optimieren den Zugriff auf die Anwendungen für eine optimale User Experience, während die standardisierbaren Schutz- und Management-Aufgaben automatisiert erfolgen können.

Anbieterlandschaft - wer kann schon heute liefern?

Die neuen Sicherheits- und Automatisierungsanforderungen ordnen die Anbieterhierarchie für Endpoint und Workplace Management teilweise neu. Nachdem viele Anbieter auch aus strategischen Gründen mitunter bewusst lange mit dem Umstieg von Enterprise Mobility auf Unified Endpoint Management gewartet haben, wird sie das Versäumen der Security- & AI-Welle definitiv hart treffen.

Die Situation und Ausgangslage der wichtigsten Anbieter kurz im Überblick:

  • Microsoft hat durch Enterprise Mobility + Security schon frühzeitig den einen Megatrend konkret erkannt. In Sachen AI gibt es konzernweite Programme, von CSR, Wissenschaft bis zum digitalen Arbeitsplatz. Hier werden bald Ergebnisse zu sehen sein. Die Integration in die Office Suite und das Microsoft Portfolio helfen zusätzlich beim ganzheitlichen Workplace Management.
  • VMware hat mit Workspace ONE ähnliches vor und integriert einen Großteil des Workplace-Angebots mit AirWatch UEM. Während an anderer Stelle ein ganz neuer Anlauf im Bereich Hybrid Cloud und Kubernetes genommen wird, stehen für den Arbeitsplatz Security und AI auch hoch im Kurs. Das funktioniert noch nicht ganz so transparent, wie bei einigen Anbietern, könnte aber 2019 deutlich intensiver der Fall sein.
  • MobileIron ist mit dem strategischen IoT-Programm zwischenzeitlich um einige Monate zurückgefallen. Das hat das Management allerdings rechtzeitig erkannt und die Segel in Richtung UEM und Security gesetzt. MobileIron bleibt trotz echter UEM Suite stark auf mobile Endgeräte fokussiert, wird damit aber auch weiterhin erfolgreich sein können.
  • Matrix42 wird im Laufe des 1. Halbjahres die Akquise von EgoSecure stärker spürbar machen. Als Teil von Matrix42 werden die EgoSecure Lösungen einen wichtigen Beitrag zur Endpoint Security und Automatisierung leisten. Die Kombination aus EgoSecure-Akquise und Ensilo-Partnerschaft mit den bekannten Werten des Anbieters aus Frankfurt für das Total Workspace Management sind eine wichtige Erfolgsvoraussetzung für dieses Jahr.

Auch die anderen Anbieter, wie Citrix, BlackBerry, AppTec360, IBM, Ivanti oder auch “Newcomer” im UEM-Umfeld wie baramundi, Samsung und 42Gears sollten auf dem Radar der Entscheider sein. Die Karten werden gerade noch einmal neu gemischt. Die Ausgangslage ist für viele Anbieter entscheidend, aber kein Garant für den Erfolg. Insbesondere, wenn ein Großteil der bekannten Features Commodity ist, lohnt sich eine regelmäßige Prüfung für den Erfolg der Workplace-Strategie 2019.

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Über den Autor:

Senior Analyst & Cloud Practice Lead

Maximilian HilleMaximilian Hille ist Senior Analyst und Practice Lead bei Crisp Research. Als Cloud Practice Lead leitet er alle Research- und Beratungsaktivitäten zu den Themen Cloud-Architektur, Cloud-Native Technologies, Managed Cloud Services, Digital Workplace und Mobility.

Zuvor war er Research Manager in der „Cloud Computing & Innovation Practice“ der Experton Group AG. Maximilian Hille studierte Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik.

Seine Schwerpunktthemen sind Cloud Platforms, Cloud Architecture Design, Hybrid & Multi Cloud Computing, Cloud-Native Architectures, Digital Workplace, Collaboration, Enterprise Mobility und Mobile Business. Maximilian Hille war Jurymitglied bei den Global Mobile Awards 2016, 2017 und 2018.