Webscale IT – Rechenzentrumsdesign im digitalen Zeitalter (Teil 1)

Wie sehen die Rechenzentrumsinfrastrukturen der Zukunft aus? Diese Frage stellen sich derzeit viele CIOs. Denn der Charakter und die Anforderungen der Workloads an die RZ-Infrastruktur befinden sich im Wandel. eCommerce, Analytics, mobile und Cloud Applications verlangen nach deutlich mehr Skalierbarkeit. Sind Webscale Systems die Patentlösung?

Durch die Digitalisierung der Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle in nahezu allen Branchen und Wertschöpfungsbereichen, verändert sich auch die Zusammensetzung der Workloads in den Unternehmensrechenzentren. War der Betrieb von Rechenzentren und IT-Infrastrukturen im vergangenen Jahrzehnt noch maßgeblich darauf ausgelegt, Unternehmensanwendungen standardisiert, stabil und sicher zu betreiben, so müssen sich CIOs und RZ-Leiter sukzessive auf eine neue Generation an Anwendungen einstellen.

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Diese „Next Generation“-Workloads sind maßgeblich geprägt durch die Entwicklungen des Cloud Computing, dem Trend zur „Consumerization“ von Enterprise-IT und der wachsenden mobilen Nutzung von IT-Services. Die Mobilität von Mitarbeitern, Partnern und Kunden

ist ein wesentlicher Treiber für die Evolution der „Next Generation“-Apps. Denn diese werden nicht mehr nur „stationär“ im eigenen Unternehmensnetzwerk genutzt, sondern müssen mobil und vielfach sogar global verfügbar sein – und das ohne Einschränkungen bei Performance und Sicherheit.

Next Generation Workloads erhöhen Druck auf den CIO

In diesem Kontext ändern sich die Anforderungen an die zugrundeliegenden IT-Betriebsinfrastrukturen nachhaltig. Während die „Next Generation“-Workloads sich heute meist schneller und einfacher entwickeln lassen (Stichwort agile SW-Entwicklung), steigen auf Seiten den IT-Betriebs die Anforderungen deutlich an. Hier kommen zu Stabilität und Sicherheit weitere Anforderungen an Skalierungsfähigkeit, einfache Administration und geringe TCO hinzu. Denn anders lassen sich viele der „Next Generation“-Workloads wie z.B. eCommerce, mobile Apps, Analytics oder VDI nicht erfolgreich betreiben.

Derzeit nimmt der Druck auf die CIOs von Jahr zu Jahr zu. Wollen IT-Entscheider der Ausbreitung der Schatten-IT Einhalt gebieten und zum aktiven Gestalter und „Enabler“ der digitalen Transformation im eigenen Unternehmen werden, müssen neue IT-Betriebskonzepte und neue IT-Infrastrukturen her.

Moderne Rechenzentren als Enabler der digitalen Transformation

Nach einer aktuellen empirischen Studie von Crisp Research sehen sich nur die Hälfte der CIOs in der DACH-Region derzeit in der Lage, den Herausforderungen der digitalen Transformation mit ihrer bestehenden IT-Infrastruktur erfolgreich zur begegnen. Die Rechenzentrumsinfrastruktur ist und bleibt für die Top-Entscheider aber die tragende Säule der Transformation. Nur rund ein Drittel der IT-Entscheider sieht die Infrastruktur in einer Nebenrolle.

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In diese Richtung deutet auch der Trend jener Unternehmen, die eine digitale DNA besitzen und ihre Rechenzentrumsinfrastrukturen komplett auf ein Computing in Web-Scale umgerüstet haben. Dies gilt vor allem für die großen Internetfirmen, Software-as-a-Service Companies oder auch eCommerce-Unternehmen. Diese können nur leben und wachsen, wenn ihre Infrastrukturen ohne Probleme funktionieren und skalieren.

Lesen Sie in Teil 2 des Beitrags, wie CIOs und RZ-Leiter eine Roadmap zum Thema Web-Scale konzipieren und umsetzen können.

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Über den Autor:

Senior Analyst & CEO

Carlo VeltenDr. Carlo Velten ist CEO des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research AG. Seit über 15 Jahren berät Carlo Velten als IT-Analyst namhafte Technologieunternehmen in Marketing- und Strategiefragen. Seine Schwerpunktthemen sind Cloud Strategy & Economics, Data Center Innovation und Digital Business Transformation. Zuvor leitete er 8 Jahre lang gemeinsam mit Steve Janata bei der Experton Group die „Cloud Computing & Innovation Practice“ und war Initiator des „Cloud Vendor Benchmark“. Davor war Carlo Velten verantwortlicher Senior Analyst bei der TechConsult und dort für die Themen Open Source und Web Computing verantwortlich. Dr. Carlo Velten ist Jurymitglied bei den „Best-in-Cloud-Awards“ und engagiert sich im Branchenverband BITKOM. Als Business Angel unterstützt er junge Startups und ist politisch als Vorstand des Managerkreises der Friedrich Ebert Stiftung aktiv.