Von überall dank IT – Der IT-Lösungsanbieter im Fokus moderner Arbeitsplatzkonzepte

Viele große und mittelständische Unternehmen der DACH-Region strukturieren ihre bestehenden Arbeitsplatzkonzepte derzeit um (vgl. Studie: The Adaptive Workplace). Damit gehen tiefgreifende Veränderungen einher, die von neuen Organisations- und Führungskulturen über den Ort der Arbeit bis hin zu den einzelnen IT-Lösungen reichen. Der IT-Lösungsanbieter ist im Zuge dessen zum Sparringspartner geworden, der die Unternehmen von der initialen Idee bis zur Umsetzung begleiten wird.

Der mobile Lebensstil hat sich bis in die täglichen Abläufe der Unternehmen hinein entwickelt. Die Arbeitsweisen der Menschen - auch in großen Unternehmen - werden in ihrer traditionellen Form derzeit in Frage gestellt. In erster Linie beeinflussen sechs maßgebliche Trends und Herausforderungen die Gestaltung des neuen Arbeitens :

  1. Globalisierung: DACH-Unternehmen müssen als führende Exporteure ein internationales Netzwerk aufbauen
  2. Digitalisierung: Die IT rückt näher an das Business
  3. Das Generation Gap: Die Vereinbarkeit der Arbeitsweisen von Jung und Alt im Unternehmen
  4. Technology Push: Neue Lösungen und Technologie-Paradigmen drängen in die Unternehmen
  5. Startup Style: Organisationsmodelle passen sich an das digitale Zeitalter an und werden fluider
  6. Job meets Family: Flexible Arbeitsmodelle werden zur Voraussetzung erfolgreicher Personalstrategien

Der Mineralöl-Konzern Shell hat zum Ende des vergangenen Jahrhunderts in einer Studie untersuchen lassen, welche Faktoren auf Organisations- und Führungsebene bei globalen Konzernen dazu führen, dass diese lange und erfolgreich bestehen können. Die wesentlichen Erkenntnisse der Studie waren, dass insbesondere diejenigen Unternehmen vorne lagen, die eine sehr offene Organisations- und Führungsstruktur aufwiesen. Diejenigen Unternehmen, die neue Ideen der Mitarbeiter aktiv in
die Strategie einbezogen, eine Weiterbildungsstrategie verfolgten, pluralistisches Denken integrierten, Verantwortungen verteilten
und Mitarbeiter vernetzten, waren zu großen Teilen über lange Jahre erfolgreicher als diejenigen, die diese Aspekte vernachlässigten oder konträr betrachteten.

Diese Erkenntnisse können heute noch besser verstanden und verallgemeinert werden, als es zur Zeit der Veröffentlichung Ende der 1980er Jahre der Fall war. Denn gerade im Kontext mobiler Arbeitsstrukturen müssen diese Faktoren in nahezu allen Unternehmen stark ausgeprägt sein. Es geht in erster Linie darum, die Mitarbeiter in ihrer Arbeit zu fördern und zu bestärken. Veraltete Muster, wie Max Webers Bürokratiemodell oder die Taylorisierung der Arbeit sind heute nicht nur überholt sondern für fast alle Unternehmen zu nahezu undenkbaren Szenarien geworden.

Der klassische Büroarbeitsplatz stirbt langsam aus

Crisp Research hat im Auftrag von Citrix im Rahmen einer Studie 166 IT- und Business-Entscheider aus mittelständischen und großen Unternehmen der DACH-Regionen zu den Herausforderungen, Implikationen und Initiativen im Rahmen neuer Arbeitsplatz- und Mobilitätskonzepte befragt.

Mit der neuartigen Diskussion um die Ausrichtung des Unternehmens und seiner Arbeitskultur geht auch die Verlegung des Arbeitsortes einher. Im Rahmen der Studie bestätigen die befragten Entscheider klar den Trend hin zu mobileren Arbeitsstrukturen.

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Fast die Hälfte der befragten Entscheider (47 Prozent) geht davon aus, dass mobile Arbeitsplätze außerhalb des Unternehmens zunehmen werden. Auch die Arbeitsplätze vor Ort beim Kunden oder im Home Office sehen die meisten Entscheider stark im Aufwind. Demgegenüber sagen mehr als 40 Prozent der befragten Entscheider, dass klassische feste Arbeitsplätze im Unternehmen zurückgehen werden.

Dies zeigt deutlich, dass die meisten Unternehmen verstanden haben, dass der „Wohlfühlaspekt“ der Mitarbeiter bei der Arbeit eine wichtige Rolle spielt. Wollen die Unternehmen ihre klaren Ziele erreichen, die sie im Zuge neuer Arbeitsplatz- und Mobilitätskonzepte verfolgen, müssen sie sich auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter einstellen. Denn ganz oben auf der Liste der Ziele steht bei den Entscheidern die Optimierung der Mitarbeiterproduktivität (39 Prozent Zustimmung) neben der Verbesserung der Kundenbeziehungen (31 Prozent) oder Kosteneinsparungen durch die effizientere Nutzung der Büroflächen (29 Prozent). Auch die kreative Ader der Mitarbeiter möchte jeder Vierte befragte Entscheider über neue Arbeitsplatzkonzepte erwecken.

Die IT-Lösungsanbieter wachsen mit ihren Aufgaben

Die Studie zeigt darüber hinaus auch, von wem die Impulse für neue Arbeitsplatz- und Mobilitätskonzepte ausgehen. Hier zeigt sich zunächst, dass zu diesen Themen in fast jedem dritten Unternehmen (28 Prozent) ein reger Austausch auch auf Management-Ebene herrscht. Etwa genauso viele befragte Entscheider (27 Prozent) gaben an, dass in ihren Unternehmen ein eigenes Projektteam gebildet wurde. Dies unterstreicht damit deutlich, dass dieses Thema strategisch und langfristig betrachtet wird und darüber hinaus ein umfangreiches Interesse im Unternehmen auslöst.

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Der am meisten genannte Impulsgeber (42 Prozent) ist allerdings der IT-Lösungsanbieter, der offensichtlich externen Beratern (10 Prozent) sowie Universitäten und Forschungsinstituten (13 Prozent) den Rang abgelaufen hat. Trotz diverser Publikationen zu diesem Bereich scheinen die befragten sich eher einen Sparringspartner zu wünschen, der weite Teile der geforderten Dienstleistungen und Produkte bereits selbst anbieten kann. Die Rolle der zum Teil als „Vertriebsmaschinen“ verrufenen Anbieter hat sich damit also stark gewandelt. Die meisten Technologie-Anbieter haben offenbar realisiert, dass man seinen Kunden zuhören sollte und ihnen als Experte diejenigen Lösungen präsentiert, die einen hohen Fit zu den Anforderungen der Unternehmen aufweisen und nicht die größte Marge versprechen. Anbieter scheinen diese Rolle auch dankend entgegenzunehmen, wenn man betrachtet, wie viele bei der konkreten Entscheidungsfindung bereits auf den IT-Lieferanten setzen.

Für die Zukunft heißt dies, dass viele Unternehmen ihre Arbeitsplatz- und Mobilitätsstrategien im Dialog mit den IT-Lösungsanbietern weiter vorantreiben werden. Dafür ist es empfehlenswert diese Konzepte mit einer ganzheitlichen Sicht anzugehen und nicht nur fragmentierte Insellösungen einzuführen, die im Gesamtkontext zu Abstimmungsproblemen und Leistungsverlusten führen.

Die Unternehmen, insbesondere ihre IT-Abteilungen, sollten die Möglichkeit nutzen, in Labs oder Co-Working-Spaces einzelne Lösungen zu testen und weiterzuentwickeln. Diejenigen, die sich in einer Gestalter-Rolle für den Arbeitsplatz von morgen sehen, müssen sich auch praktisch mit den Möglichkeiten und Herausforderungen auseinandersetzen, um im Unternehmen diejenigen Erfolge feiern zu können, die das Management von ihnen verlangt.

Die vollständige Studie und weitere Informationen zum Thema finden Sie unter: https://www.crisp-research.com/report/%EF%BF%BC%EF%BF%BCthe-adaptive-workplace-arbeiten-im-21-jahrhundert-wie-sich-die-arbeitsumgebung-den-menschen-anpasst/

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Über den Autor:

Senior Analyst & Cloud Practice Lead

Maximilian HilleMaximilian Hille ist Senior Analyst und Practice Lead bei Crisp Research. Als Cloud Practice Lead leitet er alle Research- und Beratungsaktivitäten zu den Themen Cloud-Architektur, Cloud-Native Technologies, Managed Cloud Services, Digital Workplace und Mobility.

Zuvor war er Research Manager in der „Cloud Computing & Innovation Practice“ der Experton Group AG. Maximilian Hille studierte Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik.

Seine Schwerpunktthemen sind Cloud Platforms, Cloud Architecture Design, Hybrid & Multi Cloud Computing, Cloud-Native Architectures, Digital Workplace, Collaboration, Enterprise Mobility und Mobile Business. Maximilian Hille war Jurymitglied bei den Global Mobile Awards 2016, 2017 und 2018.

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