End User Computing 2020 – Auf was CIOs sich einstellen müssen

Seit in 2007 das erste iPhone in San Francisco auf den Markt kam, hat sich vieles verändert. Und das nicht nur in der Jugendkultur und im persönlichen Medien- und Kommunikationsverhalten, sondern auch hinsichtlich der Art und Weise, wie Unternehmen ihre Mitarbeiter bei der Ausführung ihres Jobs unterstützen. Der „Mobile Work- & Lifestyle“ prägt unseren Arbeitsalltag und definiert, wie effizient und kollaborativ wir arbeiten und wie sich Beruf und Privatleben sinnvoll miteinander vereinbaren lassen. Doch wie geht es in den kommenden 3-4 Jahren weiter? Welche Trends prägen die Agenda der CIOs- und Workplace-Verantwortlichen in den Unternehmen? Auf welche Technologien und Veränderungen müssen sich IT-Manager einstellen? Und wie reagiert Citrix als einer der Marktführer im Bereich virtuelle Desktops und mobile Endgeräte?

End User Computing in 2020 – Scale meets Security

Enterprise Mobility Management @ Scale – Im Jahr 2020 werden nach Einschätzungen von Crisp Research rund 5 Milliarden Menschen weltweit über ein internetfähiges Smartphone verfügen. Die Durchdringung mobiler Endgeräte (Laptops, Tablets, Smartphone, IoT-Devices) in den Unternehmen wird dann bei über 80% liegen. Der Anteil an mobilen Endgeräten „under Management“ wird weiter steigen – wenn auch etwas langsamer als in den letzten 5 Jahren. In Kombination mit der steigenden Anzahl unterschiedlicher Apps und Datenquellen wird die Komplexität im Management der Gerätefarmen und App-Landschaften zunehmen. Ein professionelles EMM wird somit zur Grundlage für alle mobilen Geschäftsprozesse und -Strategien.

IoT-enabled Workplace – Zudem wird die Vielfalt an Devices und Einsatzszenarien weiter dynamisch steigen, denn neben dem Manager und Vertriebsmitarbeiter werden immer mehr Mitarbeiter in den technischen und Service- Bereichen mobil ausgestattet sein. Smartphones werden zunehmend in Kombination mit IoT-Devices eingesetzt, um den Service- oder Wartungstechniker mit Informationen und Wartungsdetails zu versorgen. Es versteht sich von selbst, dass diese Daten, die meist direkt aus dem Unternehmens-Backend kommen, sicher und performant übertragen werden müssen, um das Unternehmen und die Kunden nicht zu gefährden bzw. zu kompromittieren.

Co-Working – Die meisten Mitarbeiter verlagern ihren Arbeits-Mittelpunkt immer weiter weg vom klassischen Büro-Arbeitsplatz. Die Politik fördert aktiv die Einführung von Home Offices seitens der Unternehmen. Und Co-Working-Spaces schießen empor, um als Netzwerk und neues Arbeitskonzept die Grundlage für Kreativität und Innovation zu bilden. Der Anteil mobiler Arbeit nimmt folglich auch dadurch zu, dass viel mehr Möglichkeiten sowie technische und organisatorische Voraussetzungen existieren, um die Autonomie der Arbeitsplatzwahl weiter voranzutreiben.

Mobile UX – bedeutete Mobile User Experience vor wenigen Jahren noch primär, die Website und Anwendungen responsiv zu gestalten und vor allem schöne mobile Benutzer-Interfaces (UI) zu bauen, so spielen bei der Optimierung der mobilen User Experience in den kommenden Jahren maßgeblich die Themen Performance und Sicherheit eine Rolle. Denn professionelle Anwender – egal ob Manager, Ingenieur oder Servicetechniker – haben keine Zeit zu verlieren. Der Zugriff auf Anwendungen und Firmendaten muss schnell und sicher von statten gehen, sonst schwindet die Bereitschaft zum mobilen Arbeiten sehr schnell und die Mitarbeiter nutzen wieder alte Workarounds, gespeicherte Excel-Listen oder alternative Cloud-Lösungen in der Form der Schatten-IT.

Speech & Bots – Die Innovationsrate im Kontext des mobilen Computing ist immer noch immens. Nur wenige Bereiche der Unternehmens-IT entwickeln sich – getrieben von Consumer-Markt – derart rasant. Speziell die Technologien zur Spracherkennung und persönliche Assistenten werden den Umgang mit mobilen Endgeräten in den nächsten 5 Jahren nachhaltig prägen. Hier müssen sich CIOs und Workplace- Verantwortliche die Frage stellen, wann und wie sich die neuen Technologien unterstützen wollen. Denn Ablehnung ist hier die falsche Strategie. Denn einerseits treiben die großen Tech-Konzerne á la Apple, Microsoft und Facebook die Entwicklung und andererseits fragen Marketing- und Digitalisierungsentscheider aktiv nach Möglichkeiten des Einsatzes, der die Kunden- und Service-Beziehung aber auch den Umgang mit „Connected Products“ fundamental verändern wird. Derzeit existieren noch wenig Ideen und Best Practices, wie sich diese Welt mit der EMM-Welt integrieren lässt. Ein großes Feld für echte Innovation.

Impact für CIOs und Workplace-Verantwortliche

Was bedeutet dies für die verantwortlichen CIOs und Digital Workplace-Manager in den Unternehmen? Was können diese tun, um aus ihre EMM- und Mobilitätsstrategien fit für 2020 zu machen?

  • Hybrid Cloud: Derzeit wird noch der Mehrheit an digitalen Arbeitsplätzen als virtuelle Desktops aus On-Premise-Rechenzentren oder gehosteten Umgebungen bereitgestellt. In einer sich schnell verändernden Welt, wird der Betrieb auf weltweit verfügbaren Cloud-Plattformen aber immer wichtiger. Anwender wollen in der Lage sein, ihre IT-Landschaften flexibler zu gestalten und zu skalieren. Digitale Arbeitsplätze – egal ob als Full-Desktop oder als einzelne mobile Anwendung – müssen zukünftig auf Basis hybrider Cloud- Umgebungen bereitgestellt werden können. Denn je nach Bedarf und Anwendungskontext, kann entweder das eigene Rechenzentren, der Hosting- Partner oder eine Public Cloud die richtige Plattform sein. Hier müssen CIOs mehr Freiräume und Möglichkeiten schaffen, zumal auch der Betrieb der Anwendungen selbst (SAP, Web, Analytics, IoT) sukzessive in die Cloud wandert.
  • VDI meets SaaS: Immer mehr Applikationen werden heute als Software-as-a-Service aus der Cloud bereitgestellt. Um allerdings in der Lage zu sein, bestehende Anwendungen und SaaS-Tools zu verbinden und darüber hinaus auch die browserbasierte Software in einer sicheren Umgebung zu nutzen, sind Virtualisierungstechnologien ein wichtiges Asset. Denn sie können eine sichere, einheitliche und administrierbare Umgebung bereitstellen, bei denen die neuen SaaS-Anwendungen, wie beispielsweise Office365 von Microsoft, optimal und integriert bereitgestellt werden können.
  • Mobile Business Process Integration: Die meisten Unternehmen haben mittlerweile ihre mobile Strategie soweit vorangetrieben, dass Mobile Geschäftsprozesse bereits zur Pflichtaufgabe geworden sind. Neben den neuen SaaS-Tools stammen aber auch nach wie vor die meisten Anwendungen aus dem klassischen SAP- und Microsoft-Umfeld. Auch diese müssen weiterhin optimal unterstützt, bereitgestellt und eingebunden werden.
  • Mobile App & Data Acceleration: Zukünftig immer mehr Anwendungen mit hohem Datenvolumen und hoher Rechenintensität, z.B. CAD oder Sprachsteuerung, auch auf mobilen Endgeräten oder „remote“ genutzt. Hier werden Technologien benötigt, die eine hohe Datenkompression und sowie effiziente Verschlüsselung ermöglichen sowie im Backend genügend Rechenleistung auf Abruf zur Verfügung stellen (Cloud). Nur dann kann auch ein Ingenieur oder Designer wirklich mobil und unabhängig arbeiten.
  • Datenhoheit: Um digitale Geschäftsmodelle in der Praxis etablieren zu können, sind die zugrundeliegenden Daten von hoher Bedeutung. Nicht nur im Bereich Machine Learning, sondern im gesamten Karussell des digitalen Unternehmens gehören Daten zu den wichtigsten Assets. Gerade durch die immer dezentraleren Speicherorte und Übertragungswege ist das Wissen über die genauen Zugriffsrechte und Datenströme ebenso wichtig wie die Gewährleistung des notwendigen Datenschutzes.

Cloud First bei Citrix – Was das für das End User Computing bedeutet

Die Veränderungen in der Welt des End User Computing lassen sich besonders gut an der strategischen Neuausrichtung von Citrix beobachten, derzeit nach wie vor der führende Technologieanbieter im Kontext von VDI und Anwendungsbereitstellung. So hat Citrix nicht nur Portfolio und Management neu strukturiert, sondern unter dem Slogan „Cloud First“ auch seine Unternehmensstrategie an die neue Zeit angepasst. Und dies hat gute Gründe. Denn das angestammte Geschäft wächst deutlich langsamer und der lange Treck der CIOs in Richtung Cloud gibt auch dem neuen Citrix CEO Kirill Tatarinov die Marschrichtung vor. Und es scheint, dass das Citrix Management verstanden hat, worauf es in den kommenden Jahren ankommt. So lassen sich zumindest folgende Neuerungen interpretieren:

Hybrid und Multi-Cloud Betrieb – Die Herzstücke des Citrix Portfolios, die XenFamilie, ist mittlerweile nicht mehr an ein einziges Rechenzentrum gebunden. Virtualisierung und Mobility Management können fortan auch in diversen Cloud- Szenarien – Hybrid, Multi oder Public Cloud – betrieben werden. Als Public Cloud Partner stehen AWS, Microsoft Azure und IBM Softlayer bereit, um die performante Infrastruktur-Basis für die Xen-Familie zu bilden und die Services auf der ganzen Welt leistungsfähig bereitzustellen.

Citrix meets Microsoft – Die enge Kooperation zwischen Citrix und Microsoft ist ein kluger strategischer Schachzug von beiden Parteien, insbesondere von Citrix. Denn mit einem der zentralen Cloud-Player mit hoher Gravitationskraft, speziell im Kontext End User Computing und Collaboration hat Citrix den besten Zugang zu den wichtigsten Enterprise Apps wie Office365, Skype for Business und Dynamics. Die Citrix-Technologien sorgen für eine sichere, schnelle und hochgradig integrierte Anwendungsbereitstellung mit Hilfe der Virtualisierung.

Enterprise SaaS Enablement – Citrix ermöglicht den Unternehmen über einen zentral in der Cloud gehobestenen Browser, den Secure Browser, unterschiedlichste SaaS-Anwendungen schnell und sicher bereitzustellen und zu managen. Die Kontrolle bleibt dank zentraler Richtlinien erhalten, sodass ein Mehr an Security und Standardisierung resultiert.

High Performance Workloads – Die sichere Anbindung von hoch- rechenintensiven Workloads war seit jeher eine Herausforderung im Virtual Desktop- Umfeld. Wie können beispielsweise 3D-CAD-Anwendungen über einen virtuellen Desktop bereitgestellt werden, ohne dass die Menge der Bilddateien sämtliche Server und Netzwerke in die Knie zwingt? Die neue Generation der leistungsfähigen, cloud-basierten Virtualisierungstechnologien sorgt vor allem aufgrund der Nutzung modernster Grafikkarten dafür, dass fortan auch 3D-CAD und Co. über die mobilen Endgeräte möglich sind.

Ausblick und Empfehlungen

CIOs, Digitalsisierungsentscheider und Workplace-Verantwortliche haben mit der neuen Entwicklungsstufe des End User Computing ganz neue Freiheiten gewonnen. Die Kombination aus weiterentwickelten, etablierten Technologien wie Virtual Desktops mit neuen Standard-SaaS-Services hilft ihnen dabei, ihre Workplace- Strategie zu optimieren oder von Grund auf neu zu gestalten. Möglicherweise entscheiden sich manche Entscheider bei dieser Gelegenheit auch den Digital Workplace komplett neu aufzubauen und vergangenes zu ersetzen.

In einer Umgebung, die mit einer Hand voll SaaS-Anwendungen, mittlerer Integrationstiefe und ohne die klassischen Microsoft-, SAP- oder vergleichbaren Workloads auskommt, wäre eine pure Cloud-Umgebung ohne virtuelle Desktops vermutlich möglich.

Sobald die End User Computing- und Workplace-Strategie aber eine digitale Prozesslandschaft mit viel Integration als Ziel hat, gibt es fast kein Vorbeikommen an Virtualisierungs-Anbietern wie Citrix und Co. Denn nur so können vernetzte, sichere und gut abgestimmte Prozesse für die Mobile Worker auch digital bereitgestellt werden.

Gehen die Unternehmen beispielsweise mit Citrix, treffen sie eine langfristig, tragfähige Entscheidung. Die tiefe Partnerschaft mit Microsoft und die Offenheit gegenüber der Lösungen weiterer Drittanbieter wird sich eher intensivieren, sodass die Integration der meisten Kern-Workloads auch zukünftig kein Problem darstellen wird. Behält Citrix darüber hinaus seine Offenheit in Bezug auf die Public Cloud- Anbieter bei und lässt auch den klassischen Betrieb der Xen-Familie weitgehend unberührt, sind die wichtigsten Anforderungen der Entscheider für die Workplace- Architekturen erfüllt.

Citrix hat es in kurzer Zeit geschafft, das Ruder umzureißen und ein Technologie- Modell, dass beinahe an Bedeutung verloren hätte, zu neuem Glanz gebracht. Vom Getriebenen zum Treiber ist Citrix auch weiterhin mit seinen Kernprodukten rund um den Virtual Desktop ein wichtiger Partner, der rund um seine Technologie eine kluge Kombination aus eigenem Portfolio und Partnerlandschaft etablieren konnte.

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Über den Autor:

Senior Analyst & Mobile Practice Lead

Maximilian HilleMaximilian Hille ist Analyst und Mobile Practice Lead des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research AG. Maximilian Hille ist verantwortlich für Marktforschungsinitiativen und Beratungsprojekte maßgeblich in den Bereichen Mobile Business und Enterprise Mobility. Zuvor war Maximilian Hille Research Manager in der „Cloud Computing & Innovation Practice“ der Experton Group AG.
Weiterhin ist er Produkt Manager des Research-Web-Dienstes Crisp Analytics. Seine Fokusthemen sind Mobile User Experience, Mobile Application Performance, mobile Development Platforms, Enterprise Mobility und Mobile Collaboration.
Maximilian Hille ist Juror bei den Global Mobile Awards 2017.