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Eine eigene Private Cloud macht doch finanziell überhaupt keinen Sinn?!

Diese Frage stellte mir ein Besucher auf der CeBIT nach meinem Vortrag/ Panel "Public vs. Private Cloud" auf der Webciety 2013. Wir haben uns anschließend über die Thematik ein wenig unterhalten. Ihm ging es dabei um die Frage, warum sich manche Unternehmen trotz der hohen Investitionen für eine Private Cloud entscheiden und wie sie diesen Kapitalaufwand messen und rechtfertigen.

Private Cloud ist ein finanzieller Kraftakt

Wer sich für den Aufbau einer echten Private Cloud entscheidet, sollte sich auch bewusst machen, das dies mehr bedeutet, als bspw. nur einen Terminalserver aufzubauen. Cloud Computing, auch in der Private Cloud, bedeutet u.a. Self-Service, Skalierbarkeit, Ressourcen-Pools, Automatisierung, granulare Abrechnung und on-Demand Bereitstellung der Ressourcen. Eine Grundlage der Cloud ist dabei die Virtualisierung. Für die Virtualisierung wird Hardware benötigt, aus welcher die virtuellen Ressourcen erstellt werden. Um eine nennenswerte Skalierbarkeit und vor allem Verfügbarkeit zu gewährleisten, muss hier entsprechend in Hardware investiert werden. Weitere Kostenpunkte sind die Software, welche die Cloud-Funktionalität liefert und die für das Pooling der Ressourcen, die automatische on-Demand Bereitstellung, den Self-Service, die Abrechnung usw. zuständig ist. Darüber hinaus benötigt man das Personal mit den entsprechenden Kenntnissen, das die Cloud-Infrastruktur aufbaut, wartet und betreibt. Man wird dadurch also sein eigener Cloud Anbieter.

Wenn man sich daher überlegt, welche finanziellen Aufwände gestemmt werden müssen, um die Eigenschaften einer eigenen Cloud zu realisieren, kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass eine Private Cloud rein wirtschaftlich betrachtet keinen Sinn ergibt. Es sei denn man achtet nicht auf die Kosten und möchte sein Unternehmen in einem sehr privaten Rahmen damit agiler machen und z.B. die Zufriedenheit seiner Mitarbeiter erhöhen, ohne sich dabei in die Abhängigkeit eines Anbieters zu begeben und auf dessen Datenschutzniveau angewiesen zu sein.

Die KPIs des Cloud ROI müssen erweitert werden

Der erfolgreiche Einsatz von Cloud Computing lässt sich nicht immer in harten Zahlen ausdrücken. Mehr dazu habe ich in dem Artikel "Der Cloud Computing ROI: Kosten sagen nicht immer viel aus!" geschrieben.

Ich rate bewusst, bei der Bewertung des Cloud Computing nicht immer nur auf die reinen Kosten zu schauen, sondern weitere Faktoren mit einzubeziehen, die ein typischer Return on Investment (ROI) nicht kennt. Dessen KPIs (Key Performance Indicator) messen nur den finanziellen Input und den daraus resultierenden Output. Bei der Private Cloud wird der Output aber ständig negativ ausfallen, da direkt kein echter Wertbeitrag zu sehen ist. Es sei denn, man definiert sich einen. Das hat nichts mit Mogeln zu tun, sondern ist eine logische Schlussfolgerung, die sich aus der Flexibilität und Agilität des Cloud Computing ergibt.

Eine dieser KPIs und für mich eine der Entscheidendsten: "Die Zufriedenheit der Mitarbeiter". Diese sagt aus, wie glücklich meine Mitarbeiter mit der Nutzung und Bereitstellung der aktuellen IT-Infrastruktur sind. Ich behaupte diese KPI wird bei sehr vielen Unternehmen dunkelrot sein. Umsonst gibt es nicht so einen hohen Drang zur Schatten-IT.

Mit dem Aufbau einer Private Cloud lässt sich z.B. die Bereitstellung von Ressourcen stark beschleunigen. Server können damit anstatt in Tagen oder Wochen innerhalb von 5 Minuten zur Verfügung stehen. Insbesondere Entwickler fragen nach der on-Demand Bereitstellung von Ressourcen. Einfach mal direkt fragen. Leider fließt der Wert, der aussagt, dass ein Entwickler bzw. Mitarbeiter zufrieden arbeitet, niemals in den ROI ein. Das sollte er aber. Denn die Agilität, Flexibilität und Zufriedenheit sollten einen ebenso großen Stellenwert einnehmen wie die reinen Kosten.



Der Cloud Computing ROI: Kosten sagen nicht immer viel aus!

Wie der Return on Investment (ROI) des Cloud Computing bestimmt werden kann, habe ich in diesem Artikel bereits beschrieben. Die Praxis zeigt jedoch, dass es meistens gar nicht so leicht umsetzbar ist und andere Werte im Vordergrund stehen sollten.

Der Return on Investment

Der Begriff Return on Investment (deutsch Kapitalverzinsung, Kapitalrendite oder Anlagenrendite) bezeichnet ein Modell zur Messung der Rendite einer unternehmerischen Tätigkeit, gemessen am Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Der ROI beschreibt als Oberbegriff für Renditekennzahlen sowohl die Eigenkapitalrendite als auch die Gesamtkapitalrendite.

Quelle: Wikipedia.de

Der Nutzen sollte vor den Kosten stehen

Der erfolgreiche Einsatz von Cloud Computing lässt sich nicht immer in Zahlen ausdrücken. Daher lässt sich der ROI des Cloud Computing am besten aus dem Nutzen bestimmen. Administratoren und CIOs sollten dazu auf die offensichtlich Werte achten, die beim Einsatz entstehen. Sie sollten sich z.B. fragen, was sie von der Nutzung eines bestimmten Service erwarten können. Auf dieser Basis lassen sich weitere, auf den Nutzen bezogene, Fragen entwickeln, die sich nicht auf das Finanzielle konzentrieren. So können bspw. Metriken entwickelt werden, die sich auf den sichtbaren Nutzen eines Cloud Service beziehen, den dieser in der Lage ist zu liefern. Metriken könnten sein:

  • Wie schaut es mit dem Support und weiteren Services aus, die durch den Anbieter bereitgestellt werden?
  • Können Einsparungen erzielt werden?
  • Wie kompliziert ist der Abrechnungsvorgang?
  • Wie ist die Benutzerfreundlichkeit des Service?
  • Ist die dynamische Nutzung durch den neuen Service gewährleistet?
  • Wie flexibel ist der neue Service in Bezug auf Veränderungen und wechselnder Anforderungen?
  • Wie schnell kann der neue Cloud Service adaptiert und bereitgestellt werden?
  • Wie sehen die Wartungs- und Upgradekosten sowie die Ausfallzeiten im Vergleich zum Cloud Service aus?
  • Wie ist der Einfluss auf das Unternehmen, wenn Services in Zukunft aus der Cloud bezogen werden?
  • Wie sehen die Risiken in Bezug auf die Unternehmensprozesse und gespeicherten Daten in der Cloud aus?
  • Konnte die Zufriedenheit meiner Mitarbeiter erhöht werden?
  • Hat sich die Agilität und Flexibilität verbessert?

Agilität, Flexibilität und Zufriedenheit stehen vor den Kosten

Bewusst rate ich bei der Bewertung des Cloud Computing nicht immer nur auf die reinen Kosten zu schauen. Denn was nützt es, wenn ich mit einer on-Premise Lösungen nach fünf Jahren zwar günstiger fahre als mit Cloud Services, in dieser Gleichung aber vernachlässige, dass ich als Unternehmen auch innerhalb dieser fünf Jahre Wartungskosten für Updates, Serverhardware usw. habe. Klar, wenn ich einmal kräftig investiere und meine eingekauften Ressourcen über einen sehr langen Zeitraum nutze, ohne diese zu erneuern, fahre ich definitiv günstiger als mit einem Cloud-Modell, wo ich monatliche bzw. jährliche Beiträge zahle. Was allerdings beachtet werden sollte ist, dass ich damit ständig den aktuellen Trends hinterher hänge und vor allem niemals die neueste Softwareversion einsetze. Investiere ich also Anfangs eine hohe Summe in Softwarelizenzen und lasse meine Mitarbeiter sechs bis sieben Jahre mit veralteten Softwareversionen arbeiten, spare ich natürlich langfristig. Ähnlich verhält es sich mit Hardware. Aber mache ich meine Mitarbeiter damit auch glücklich und vor allem produktiv? Nein!

Cloud Computing optimiert sämtliche technologische Prozesse und führt zu mehr Effizienz. Zudem verkürzt es den Zugriff auf Ressourcen und erhöht damit die Innovationsfähigkeit des Unternehmens. Mitarbeiter können dadurch schneller auf Informationen und Applikationen zugreifen, wodurch sie Informationen kurzerhand analysieren und sofort Entscheidungen treffen können. Mit einem ortsunabhängigen Zugriff auf die Daten lässt sich darüber hinaus die Produktivität jedes einzelnen Mitarbeiters erhöhen.

Entwickler fragen nach der on-Demand Bereitstellung von Ressourcen

Diese Bestätigung habe ich von einem Manager eines deutschen DAX-Konzerns, der mit seinem Team eine Private Cloud aufgebaut hat, um den internen Bereitstellungsprozess von Ressourcen (Server) für die Entwickler zu optimieren und zu standardisieren. Jahrelang waren die Entwickler gezwungenermaßen darauf angewiesen, einen Bereitstellungsprozess für physikalische Server zu nutzen, der ewig dauerte. Das führte dazu, dass manche Projekte entweder mit Verzögerung fertiggestellt wurden oder überhaupt nicht durchgeführt werden konnten. Mit einem Workaround, der vom Standardprozess abwich, wurde ein externer Dienstleister ins Boot geholt, der virtuelle Server innerhalb von 5 Tagen bereitstellte. Allerdings waren die Entwickler hier auf die Software des Anbieters angewiesen, da dieser nicht den Softwarestack des DAX-Konzerns unterstütze. Folge: Ein qualitativ schlechter Entwicklungsprozess, da die Software auf den virtuellen Servern nicht zu der auf der späteren Live-Plattform kompatible war.

Mit dem Aufbau einer Private Cloud wurde diese Gesamtsituation nun gelöst. Server werde jetzt innerhalb von 5 Minuten bereitgestellt. Da ein Unternehmen bei einer Private Cloud allerdings vollständig in die eigenen Infrastrukturressourcen investieren muss, würde der ROI negativ ausfallen, wenn man sich nur an den harten Zahlen orientiert.

Entwickler fragen nach der on-demand Bereitstellung von Ressourcen. So ist es bei dem DAX-Konzern und so ist es auch bei anderen Unternehmen. Einfach mal die Entwickler direkt fragen. Leider fließt der Wert, der aussagt, dass ein Entwickler bzw. Mitarbeiter zufrieden arbeitet, niemals in den ROI ein. Das sollte er aber. Denn die Agilität, Flexibilität und Zufriedenheit sollten einen ebenso großen Stellenwert einnehmen wie die reinen Kosten.



Den Return on Investment (ROI) des Cloud Computing bestimmen

Unternehmen sind angehalten den Wert jeder Investition über den Return on Investment (ROI) zu bestimmen. Das ist bei neuen Technologien/ Konzepten wie dem Cloud Computing nicht trivial, da hier derzeit noch wenig bis keine Erfahrungswerte vorliegen. Startups sind davon eher unbefangen, da sie keine Vergleichswerte mit klassischen Systemen haben, etablierte Unternehmen sind jedoch darauf angewiesen.

Der Return on Investment

Der Begriff Return on Investment (deutsch Kapitalverzinsung, Kapitalrendite oder Anlagenrendite) bezeichnet ein Modell zur Messung der Rendite einer unternehmerischen Tätigkeit, gemessen am Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Der ROI beschreibt als Oberbegriff für Renditekennzahlen sowohl die Eigenkapitalrendite als auch die Gesamtkapitalrendite.

Quelle: Wikipedia.de

Wie den ROI der Cloud bestimmen?

Es stellt sich als nicht ganz leicht heraus, einen ROI für etwas zu bestimmen, das man nicht gut einschätzen kann oder gar kennt und vor allem kein reales Zahlenmaterial vorliegen hat. Daher muss man sich Bereiche suchen, die zwar keine harten Zahlen wiederspiegeln, aber dennoch den Wert und Nutzen des Cloud Computing zeigen. Dabei handelt es sich um Kosteneinsparungen, Prozessoptimierung, die Verbesserung der Agilität und den praktischen Gewinn durch die Nutzung des Cloud Computing.

Kosteneinsparungen

Nachdem man sich einen Überblick über seine bisher eingesetzten Anwendungen gemacht und diese in Klassen geordnet hat, ist es an der Zeit, potentielle Kandidaten herauszufiltern, bei denen ein Wechsel in die Cloud die Kosten senken können. Ein möglicher Kandidat ist das ERP System, was in eine Cloud Umgebung migriert werden könnte. Anhand der Konsolidierung und Virtualisierung können somit die Anzahl der tatsächlich benötigten Server und gleichzeitig die dafür notwendigen Racks reduziert werden.

Ebenso verhält es sich für Unternehmen, die über eine F&E Abteilung verfügen und die Hardwareinfrastruktur ihrer Labor verkleinern wollen. Einsparungen finden sich hier primär in den Bereichen Entwicklung und Instandhaltung der eingesetzten Applikationen und Hardwarelandschaften. Aber auch der geringere Aufwand für die Installation von Software reduziert die Kosten durch die Nutzung von Cloud-basierten Applikationen und verringert das notwendige Budget. Ein weiterer Vorteil: Die Cloud- basierten Lösungen können auf jedem Arbeitsplatzrechner über einen Webbrowser bereitgestellt werden.

Unternehmen die weiterhin on-Premise ihre Infrastruktur hosten werden zudem relativ schnell bemerken, dass eine eigene Infrastruktur in-House zu betreiben, große Investitionen in eigene Hard- und Software bedeutet. Hosting in der Cloud bedeutet, die fixen Kosten zu variablen Kosten zu transformieren, da auf Grund des Pay as you go Modells nur die Ressourcen berechnet werden, die tatsächlich genutzt werden.

Auf Grund kleiner Hürden und geringem technischen Wissen können selbst nicht IT-Mitarbeiter Cloud Computing einsetzen, um Infrastrukturen und Applikationen für das Unternehmen einzukaufen. Das führt zu Einsparungen bei Arbeits-und Know-How Kosten sowie Installations- und Instandhaltungskosten, vgl. Total Cost of Ownership.

Prozessoptimierung und Agilität

Mit Cloud Applikationen lassen sich zudem Unternehmensprozesse optimieren, indem sich, auf Grund des on-Demand Modells, verstärkt auf die Weiterentwicklung der Kenntnisse und Lösungen konzentrieren lässt. Unternehmen sind somit agiler und können schneller auf Marktveränderungen reagieren und neue Möglichkeiten identifzieren um zu wachsen.

Wenn ein Unternehmen wächst oder sich verändert, werden dafür schnell mehr Ressourcen und entsprechend Betriebsmittel benötigt. Das kann von ein paar Wochen bis zu Monaten dauern. Das beinhaltet ebenfalls das Schulen des Personals. All das bedeutet für ein Unternehmen Stillstand. Cloud Computing ermöglicht die schnelle Provisionierung der benötigten Ressourcen und stellt damit die Skalierung sicher.

Kosten sagen nicht immer viel aus

Der erfolgreiche Einsatz von Cloud Computing lässt sich nicht immer in Zahlen ausdrücken. Daher lässt sich der ROI des Cloud Computing am besten aus dem Nutzen bestimmen. Administratoren und CIOs sollten dazu auf die offensichtlich Werte achten, die beim Einsatz entstehen. Sie sollten sich z.B. fragen, was sie von der Nutzung eines bestimmten Service erwarten können. Auf dieser Basis lassen sich weitere, auf den Nutzen bezogene, Fragen entwickeln, die sich nicht auf das Finanzielle konzentrieren. So können bspw. Metriken entwickelt werden, die sich auf den sichtbaren Nutzen eines Cloud Service beziehen, den dieser in der Lage ist zu liefern. Metriken könnten sein:

  • Wie schaut es mit dem Support und weiteren Services aus, die durch den Anbieter bereitgestellt werden?
  • Können Einsparungen erzielt werden?
  • Wie kompliziert ist der Abrechnungsvorgang?
  • Wie ist die Benutzerfreundlichkeit des Service?
  • Ist die dynamische Nutzung durch den neuen Service gewährleistet?
  • Wie flexibel ist der neue Service in Bezug auf Veränderungen und wechselnder Anforderungen?
  • Wie schnell kann der neue Cloud Service adaptiert und bereitgestellt werden?
  • Wie sehen die Wartungs- und Upgradekosten sowie die Ausfallzeiten im Vergleich zum Cloud Service aus?
  • Wie ist der Einfluss auf das Unternehmen, wenn Services in Zukunft aus der Cloud bezogen werden?
  • Wie sehen die Risiken in Bezug auf die Unternehmensprozesse und gespeicherten Daten in der Cloud aus?
  • Konnte die Zufriedenheit meiner Mitarbeiter erhöht werden?
  • Hat sich die Agilität und Flexibilität verbessert?

Der ROI ist wichtig, aber...

Der Return on Investment ist eine wichtige Kennzahl in einem Unternemen, allerdings sollte und darf die finanzielle Seite nicht die einzige Grundlage des ROI sein. Insbesondere beim Cloud Computing spiegelt sich der Wert und Nutzen der Services nicht immer im monetären Bereich wieder. Und auch wenn die Metrik manchmal nicht ganz greifbar ist, sollte der Wert, den ein Cloud Service für ein Unternehmen liefert, dennoch nicht vernachlässigt und stattdessen sorgfältig betrachtet werden.


Bildquelle: http://us.intacct.com



Was ist Virtualisierung?

Auf einer abstrakten Ebene ist Virtualisierung für die Emulation und Simulation von Hardware-Ressourcen zuständig und entkoppelt in diesem Zusammenhang die Computer-, Speicher- und Netzwerk-Hardware von dem darauf ausgeführten Betriebssystem (Software), wodurch eine virtuelle Infrastruktur geschaffen wird. Unternehmen erhalten dadurch die Möglichkeit ihre Infrastrukturkosten zu senken und können schneller auf wechselnde Anforderungen reagieren. Wird zum Beispiel ein zentrales SAN (Storage Area Network) für das gemeinsame Speichern von Daten genutzt, führt das zur Verbesserung des ROI (Return on Investment).

Schauen wir uns das Thema Virtualisierung im Kern genauer an, handelt es sich dabei um das Bereitstellen von Hardware-Ressourcen auf einer physikalisch vorhandenen Maschine für ein oder mehrere voneinander vollständig getrennte Gastsysteme, die auf dieser physikalischen Maschine (Wirtsystem) parallel ausgeführt werden. Die Gastsysteme (virtuelle Maschinen) teilen sich die Ressourcen des Wirtsystems, wissen aber gegenseitig nichts von ihrer Existenz.

Einsatz und Nutzen von Virtualisierung

Für Virtualisierung kommen verschiedene Einsatzgebiete in Frage. Ein Bereich ist das Einsparen von Energie und Ressourcen oder die Erhöhung der Serverauslastung, um Rechenzentren effizienter zu betreiben. Dazu werden mehrere physikalische Server in virtuelle Maschinen migriert, um diese anschließend auf einem einzigen physikalischen Server zu konsolidieren.

Virtualisierung führt u.a. zu folgenden Nutzen/ Vorteilen:

  • Hardwareunabhängigkeit auf Grund der Virtualsierungsebene.
  • Verringerung der Administrations- und Serverwartungskosten.
  • Optimierung des Platzbedarfs.
  • Verbesserung der Ausfallsicherheit und des Disaster Recovery auf Grund von Clustering Möglichkeiten innerhalb der virtuellen Systeme.
  • Verbesserung des Energieverbrauchs und der Wärmeentwicklung (z.B. USV, Klimaanlage).
  • Verbesserung der Wirtschaftlichkeit auf Grund der besseren Serverauslastung (Hardware).
  • Erhöhung und Verbesserung der Flexibilität und Skalierbarkeit.
  • Zeit- und Kostenminimierung für den Aufbau von Serverlandschaften und komplexen Testumgebungen.
  • Ab Infrastrukturen mit drei Server erhöht der Einsatz von Virtualisierungstechnologien die Effizienz.

Virtualisierungsarten

Aktuell existieren einige unterschiedliche Virtualisierungstechnologien auf dem Markt, die ich im Folgenden vorgestellt werden.

Systemvirtualisierung

Eine Systemvirtualisierung bietet die Möglichkeit mehrere Betriebssysteme auf derselben Hardware parallel auszuführen. Dabei werden zwei Systeme unterschieden. Zum einen das virtualisierte System, dass auch Gastsystem genannt wird und zum anderen das Hostsystem, auf dem das Gastsystem ausgeführt wird und welches direkt mit der Hardware kommuniziert.

Hardware-Virtualisierung (Full-Virtualisierung)

Die Hardware-Virtualisierung ist eine Untermenge der Systemvirtualisierung. Dabei kann ein Gastsystem, ohne Änderungen an seinem Betriebssystemkernel, direkt innerhalb einer virtualisierten Umgebung ausgeführt werden.

Paravirtualisierung

Die Paravirtualisierung ist ein Spezialfall der Systemvirtualisierung. In diesem Fall sind Anpassungen am zu virtualisierenden Betriebssystem notwendig, da eine direkte Schnittstelle zur darunter liegenden Hardware benötigt wird. Der Vorteil besteht in der höheren Performance, da die virtuelle Maschine direkt mit der Hardware kommuniziert.

Anwendungsvirtualisierung

Mit der Anwendungsvirtualisierung lassen sich einzelne Anwendungen mit einer Virtualisierungsschicht vom sich darunter befindenden System entkoppeln. Damit wird eine spezielle Umgebung für die virtualisierte Anwendung geschaffen. Diese Umgebung muss nicht abhängig von der Umgebung des Hosts sein, wodurch auch Anwendungen genutzt werden können, die nicht mehr von dem Hostsystem unterstützt werden.

Netzwerk-Virtualisierung

Netzwerk-Virtualisierung wird genutzt, um logische Teilnetze (Virtual Local Area Networks, VLANs) innerhalb eines physikalischen Netzwerks oder eines Switches aufzubauen. Das VLAN unterteilt ein physikalisches Netz in einzelne (logische) Teilnetze, indem die Datagramme eines VLANs nicht in ein anderes übertragen werden, auch wenn die Teilnetze mit gemeinsam genutzte Switches verbunden sind.