Tag: Europa


Ein Blick auf Europas eigenen Cloud Computing Markt

Europas Cloud-Markt wird weitestgehend von den Amazon Web Services, Microsoft Windows Azure und Rackspace beherrscht. Also dieselben Anbieter, die auch den Rest der Welt dominieren. Jeder dieser Anbieter hat Niederlassungen in Europa und alle versuchen die speziellen Bedenken der Europäer zu genügen. Nichtsdestotrotz entwickeln eine steigende Anzahl lokaler Anbieter ihre eigenen Cloud Computing Lösungen für den europäischen Markt. Für GigaOM Research haben Paul Miller und ich die Gründe und Bedeutungen für diese lokalen Anbieter genauer betrachtet und gefragt, ob Europas stetig wachsende Sorge mit der Dominanz US-amerikanischer Anbieter in der Cloud ein tatsächlicher Treiber für einen Wandel sein kann. Das Ziel ist es, herauszufinden, ob es einen einheitlichen europäischen Cloud-Markt gibt den diese Unternehmen bedienen müssen oder ob verschiedene Märkte zu adressieren sind.

Wesentliche Inhalte aus dem Report

  • Europäische Bedenken mit der Dominanz US-amerikanischer Cloud Anbieter
  • Gründe für die Entwicklung von Cloud Lösungen innerhalb Europas
  • Der Nutzen einer transnationalen Cloud Infrastruktur
  • Der Nutzen von lokalen oder regionalen Cloud Infrastrukturen
  • Eine Auswahl von nativen Cloud Anbietern aus Europa

Europäische Cloud Anbieter in diesem Report

  • ProfitBricks
  • T-Systems
  • DomainFactory
  • City Cloud
  • Colt
  • CloudSigma
  • GreenQloud

Der Report

Der vollständige Report kann unter "The state of Europe’s homegrown cloud market" gelesen werden.



PRISM spielt deutschen und europäischen Cloud Computing Anbietern in die Karten

Die US-Regierung und allen voran PRISM hat den US-amerikanischen Cloud Computing Anbietern einen Bärendienst erwiesen. Erste Diskussionen entfachen nun, ob damit der Public Cloud Markt dem Tode geweiht sei. Bei weitem nicht. Im Gegenteil, europäischen und deutschen Cloud Computing Anbietern spielt dieser Skandal in die Karten und wird dafür sorgen, dass der europäische Cloud Computing Markt in Zukunft stärker wachsen wird als vorhergesagt. Denn das Vertrauen in die USA und seine Anbieter hat die US-Regierung selbst massiv zerstört und damit auf dem Gewissen, wodurch sich Unternehmen, stand Heute, nach Alternativen umschauen müssen.

Wir haben es doch alle gewusst

Es gab immer Vermutungen und Bedenken von Unternehmen, ihre Daten in eine Public Cloud eines US-amerikanischen Anbieters zu speichern. Dabei stand der der Patriot Act im Mittelpunkt der Diskussionen in Q&A-Sessions oder Panels nach Vorträgen oder Moderationen die ich gehalten habe. Mit PRISM erreichen die Diskussion nun ihren Höhepunkt und bestätigen, leider, diejenigen die schon immer Abhöraktionen durch die USA und anderer Länder als Argument geliefert haben.

David Lithicum hat sich bereits bei der NSA für den Mord an der Cloud bedankt. Ich argumentiere mit einem Schritt zurück und sage, dass die NSA für den Tod der US-amerikanischen Cloud-Anbieter verantwortlich "wäre", ob es soweit kommt, bleibt noch abzuwarten. Menschliche Entscheidungen sind nicht immer rationaler Natur.

Unabhängig davon ist die Public Cloud nicht vollständig Tod. Unternehmen hatten schon vor dem Bekanntwerden des PRISM-Skandals die Aufgabe, ihre Daten nach unternehmenskritischen und öffentlichen zu klassifizieren. Dieses muss sich nun noch weiter verstärken, denn die Public Cloud vollständig aufzugeben wäre falsch.

Bye Bye USA! Welcome Europa und Deutschland

Wie ich bereits oben geschrieben habe, sehe ich weniger den Tod der Cloud selbst, sondern viel mehr den Tod der US-Anbieter kommen. Damit schließe ich auch diejenigen ein, die hier in Europa oder Deutschland ihre Standorte und Rechenzentren haben. Denn das Vertrauen ist dermaßen zerstört, dass sämtliche Erklärungs- und Beschwichtigungsversuche sich in Nullkomma nix in Luft auflösen.

Fakt ist, dass US-Anbieter und deren Töchterfirmen dem Patriot Act und demnach auch dem "Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA)" unterstellt sind, was sie dazu verpflichtet Auskünfte über angefragte Informationen zu erteilen. Die Anbieter versuchen sich hier derzeit aktiv zu stärken, indem mehr Verantwortung von der US-Regierung gefordert wird, um das restliche Vertrauen was noch vorhanden ist, zumindest zu behalten. Das ist lobenswert aber ebenso notwendig. Dennoch haben die Diskussionen um vermeintliche Schnittstellen, "Kopier-Räume" oder Backdoors bei den Anbietern, mit denen Dritte ungehindert die Daten abgreifen können, einen äußerst faden Beigeschmack hinterlassen.

Das sollte nun verstärkt europäische und deutsche Cloud-Anbieter ermutigen. Denn nicht dem US-amerikanischen Einfluss zu unterliegen sollte als ein noch größerer Wettbewerbsvorteil denn je ausgespielt werden. Dazu gehören u.a. der Standort des Rechenzentrums, der Rechtsrahmen, der Vertrag, aber auch die technische Sicherheit (z.B. End-to-End Verschlüsselung).

Je nachdem wie die US-Regierung in der nächsten Zeit reagieren wird, bleibt es spannend zu sehen, wie sich US-amerikanische Anbieter auf dem europäischen Markt verhalten. Bisher handelt es sich immer um 100% Tochterunternehmen der großen US-Konzerne, die hier vor Ort nur als Ableger gelten und der Mutter in den USA vollständig unterstellt sind.

Auch wenn ich kein Befürworter weder einer reinen "Euro-Cloud" noch einer "Deutschen Cloud" bin. Es kann unter diesen aktuellen Umständen nur eine europäische Lösung geben. Viviane Reding, EU-Kommissarin für Justiz, ist jetzt gefragt, um eine bedingungslose Datenschutzverordnung für Europa durchzusetzen, welche die europäischen Unternehmen gegenüber den US-Unternehmen unter diesen Gesichtspunkten im Wettbewerb stärkt.

Der Mut der Anbieter ist gefragt

Allen Anschein nach wird es kein zweites Amazon, Google, Microsoft oder Salesforce aus Europa oder gar Deutschland geben. Die großen, allen voran T-Systems und SAP stärken aktuell ihr Cloud-Geschäft und bieten Unternehmen damit eine echte Alternative zu US-Anbietern. Auch sind vereinzelnd Lichtblicke von Startups am Horizont zu erkennen. Was jedoch fehlt sind u.a. echte und gute Infrastructure-as-a-Service (IaaS) Angebote von jungen Unternehmen die nicht nur Infrastruktur-Ressourcen im Portfolio haben, sondern ähnlich wie Amazon auf Services setzen. Die Problematik beim IaaS besteht in den hohen Kapitalanforderungen, die dafür notwendig sind, um auch u.a. eine massive Skalierbarkeit zu gewährleisten.

Andere Startups die z.B. Platform-as-a-Service (PaaS) anbieten, setzen in vielen Fällen im Hintergrund wieder auf die Infrastruktur von Amazon - US-Anbieter. Hier sind dann allerdings Anbieter wie T-Systems in der Pflicht, sich nicht ausschließlich auf Unternehmen zu konzentrieren, sondern ebenfalls über den "Amazon-Weg" es Entwicklern ermöglichen, ihre Ideen und Lösungen auf einer Cloud-Infrastruktur in Deutschland und Europa zu entfalten. Es fehlt einfach eine echte(!) deutsch-europäische Alternative zu den Amazon Web Services, Google, Microsoft oder Salesforce!

Wie sollten sich Unternehmen jetzt verhalten?

Unter all diesen Gesichtspunkten muss man Unternehmen raten, sich nach einem Anbieter umzuschauen, der sich in einem Land befindet, das die für das Unternehmen selbst geforderten rechtlichen Bedingungen hinsichtlich Datenschutz und Informationssicherheit gewährleistet. Und das kann derzeit nur ein Anbieter aus Europa bzw. Deutschland sein. Nebenbei bemerkt war das auch schon vor PRISM so. Weiterhin stehen Unternehmen selbst in der Pflicht, ihre Daten zu klassifizieren und unternehmenskritische Informationen mit einem deutlich höheren Schutzniveau zu bewerten als weniger wichtige und öffentlich zugängliche Informationen.

Wie es bei US-amerikanischen Unternehmen konkret ausschaut ist schwer zu sagen. Immerhin halten 56 Prozent der US-Bürger das Überwachen von Telefonaten für akzeptabel. Europäer, aber vor allem die Deutschen werden das allerdings anders sehen. Insbesondere wir Deutschen werden keine Stasi 2.0, die anstatt auf Spione aus den eigenen Reihen (Nachbarn, Freunde, Eltern, Kinder usw.), auf Maschinen und Services setzt, akzeptieren!



Nephos Technologies startet europäischen Cloud Services Brokerage

Nephos Technologies wird in Zukunft einen Cloud Service Brokerage für den europäischen Markt bereitstellen. Der Broker Service soll u.a. Monitoring-, Sicherheits-, Management- und Analyse-Services von Cloud Anbietern beinhalten. Das gab das Unternehmen gestern in London bekannt.

Nephos Technologies startet europäischen Cloud Service Brokerage

Die neue Plattform ermöglicht es Nephos einen Marktüberblick zu erhalten und in Echtzeit Entscheidungen zu treffen, welcher Anbieter am besten für eine Anforderung eines Kunden geeignet ist. Anschließend kann der Kunde zu dem Anbieter migriert werden.

Aktuelle Studien von Gartner sagen voraus, dass der Markt für Cloud Services Brokerage von ca. 50 Millionen US-Dollar im Jahr 2010 auf 5 Milliarden US-Dollar bis 2014 wachsen wird.

Mehr zum Thema: Cloud Service Brokerage.


Bildquelle: http://www.cloudbusinessreview.com



Weltweite Cloud Computing Nutzung: Es variiert je nach Region

In Nordamerika haben das Hosting (42 Prozent) und Cloud IaaS den größten Zuwachs an Kunden zu verzeichnen. Während der Rest der Welt von Rechenzentrums-Outsourcing (80 Prozent) dominiert wird, das berichtet Gartner.

Je nachdem wo sie auf der Welt ansässig sind, kaufen und nutzen Unternehmen Rechenzentrums-bezogene und Cloud-basierte Services sehr unterschiedlich. Das zeigt ein Bericht, den Gartner kürzlich veröffentlicht hat.

Je nach Region werden Infrastructure Services weltweit unterschiedlich genutzt.

Es steht außer Frage, dass neue Dienste auf Basis von Infrastructure-as-a-Service (IaaS) oder Platform-as-a-Service (PaaS) überall stetig wachsen, jedoch haben die weltweiten Regionen unterschiedliche Präferenzen, was sie lieber nutzen. So liegt es laut Gartner in erster Linie bei den Einkäufer in Unternehmen und Organisationen, zwischen dem Hosting und Rechenzentrums-Outsourcing abzuwägen.

Nordamerika hat das größte Wachstum an Cloud Nutzern

Der Markt für Rechenzentrums-Outsourcing in Nordamerika belief sich im Jahr 2011 auf 33 Milliarden Dollar, während Web-Hosting und Co-Location zusammen 23 Milliarden Dollar ausmachten. Der US-Markt hat mit 60% das größte Wachstum bei der Adaption von Public Cloud Services. Der Markt ist dabei sowohl organisch als auch durch neue Angebote, wie z.B. Storage-as-a-Service, gewachsen.

Europa liegt bei der Cloud im Mittelfeld

Der Markt für Rechenzentrums-Outsourcing in Europa belief sich 2011 auf 38 Milliarden Dollar, während das Web-Hosting und Co-Location mit 8,6 Milliarden Dollar hinter Nordamerika zurückblieb. Die Adoption von Public Cloud Services belief sich auf 23 Prozent.

Der asiatische Markt ist noch sehr klein

Auf dem asiatischen/ pazifischen Markt gibt es nicht annähernd so viel Aktivität wie in Nordamerika und Europa. Das Rechenzentrums-Outsourcing belief sich 2011 in der Region auf 10 Milliarden Dollar, während das Web-Hosting und Co-Location nur 2,5 Milliarden Dollar ausmachten. Die Nutzung von Public Cloud Services in Japan lag bei 9,8 Prozent und in den restlichen Teilen der Region bei 3 Prozent.

Weitere Informationen sind im Gartner Bericht "Regional Differences in the Move Toward the Cloud, 2012." verfügbar.


Bildquelle: http://www.colocationamerica.com



Dell veröffentlicht OpenStack Cloud in Europa und Asien

Dell hat heute seine auf OpenStack basierende Cloud vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Open Source On-Premise Lösung, die für den Aufbau einer Private Cloud gedacht ist und exklusiv den europäischen und asiatischen Markt adressiert.

Dell veröffentlicht OpenStack Cloud in Europa und Asien

Dell hat dazu die OpenStack Referenz Architektur angepasst, um Kunden eine schnelle Migration in die Private Cloud zu ermöglichen. Dazu basiert die Referenz Architektur auf den Dell PowerEdge C Series Servern. Zudem arbeitet im Hintergrund ein Ubuntu Linux.

Die Cloud Lösung beinhaltet zusätzlich das Dell Crowbar Software Framework, dass das gesamte OpenStack Deployment, vom initialen Bootvorgang des Servers bis zur Konfiguration der OpenStack Komponenten unterstützt. Ist das erste Deployment fertiggestellt, kann Crowbar dazu genutzt werden, um die Private Cloud zu erweitern und zu warten. Dazu gehören ebenfalls die Konfiguration des BIOS, Status Monitoring, die Überwachung des Netzwerks und weitere Funktionen und Benachrichtigungen.

Bei Crowbar handelt es sich um ein Open Source Projekt unter der Apache 2.0 License.


Bildquelle: http://www.techweekeurope.es