Tag: Desktop-Virtualisierung


Dell übernimmt Wyse Technology und erweitert damit sein Cloud Portfolio

Dell übernimmt den Cloud Computing und Desktop-Virtualisierung Anbieter Wyse Technology. Das schreibt das Unternehmen auf seiner Webseite und baut sein Cloud Portfolio, nach der Ankündigung ein Desktop-as-a-Service Angebot in der Cloud anzubieten, weiter aus.

Desktop Virtualisierung aus der Cloud ermöglicht das Arbeiten von jedem Ort. Voraussetzung: eine stabile Datenverbindung.

Dieser Deal ist der Jüngste in einer Reihe von strategischen Entscheidungen, die der ursprüngliche Computerhersteller vorgenommen hat, um über das reine Hardwaregeschäft in den Bereich für Management- und Serviceangebote für Geschäftskunden zu gelangen. Die Übernahme soll im zweiten Quartal 2012 stattfinden, wobei über die finanziellen Hintergründe keine Aussagen getroffen wurden.


Bildquelle: http://www.esds.co.in



Vorteile durch Desktop-Virtualisierung!

Was ist Desktop-Virtualisierung?

Im Vergleich zu klassischen Desktop-PCs werden virtuelle Desktops als virtuelle Maschinen wie eine zentral verwaltete Ressource betrachtet und im Rechenzentrum bereitgestellt. Das führt dazu, dass die Konfiguration und Verwaltung nicht mehr auf dem physikalischen Endgerät eines Benutzers stattfindet, sondern innerhalb der virtuellen Maschine.

Auf einem zentralen Rechner werden dabei mehrere individuelle Betriebssysteminstanzen für mehrere Benutzer zur Verfügung gestellt, wodurch jeder Benutzer in (s)einer eigenen virtuellen Umgebung arbeitet. Der Benutzer merkt nicht, dass seine Systemumgebung virtualisiert ist, da sich sein Gesamtsystem wie ein gewöhnlicher Desktop-PC verhält.

Es lassen sich drei Typen von virtuellen Desktops klassifizieren:

  • Standard Desktop
    Dabei handelt es sich um einen gewöhnlichen Desktop, der für alle Benutzer gleich aufgebaut und so ausgestattet ist, das Büroaufgaben damit ohne weiteres erledigt werden können.
  • Personalisierter Desktop
    Auf Basis von virtuellen Maschinen werden auf den Servern für jeden Benutzer individuell eingerichtete virtuelle Desktops bereitstellen, die dort zentral gepflegt und verwaltet werden. Die Anwender haben zudem die Möglichkeit selbständig Änderungen vorzunehmen.
  • High-End Desktop
    Wird eine enorme Leistung benötigt, erhält jeder Benutzer auf Basis von Blade PCs seine eigene Instanz im Rechenzentrum. Der Desktop wird dabei auf dem Blade PC ausgeführt, wodurch der Benutzer die vollständigen Ressourcen wie z.B. die Prozessorleistung alleine für sich nutzen kann.

Vorteile und Nutzen der Desktop-Virtualisierung

Durch die Trennung des Desktops von dem physikalischen Endgerät kann die Administration zentral auf einem Server vorgenommen werden, womit der Wartungsaufwand reduziert wird, da die Installation, Konfiguration und Aktualisierung nicht mehr vor Ort vorgenommen werden muss. Speziell im Falle von Migrationen stehen hier enorme Zeitvorteile im Vordergrund. So kann z.B. in kurzer Zeit die Umstellung auf eine neue Betriebssystemversion vorgenommen werden.

Weiterhin können die Kosten für die Client-Hardware gesenkt werden. Aktuelle Windows Betriebssysteme benötigen performante und damit kostspielige Endgeräte. Durch die Virtualisierung des Desktops können entweder ältere Endgeräte oder Thin Clients eingesetzt werden, die zudem stromsparend und wartungsarm sind. Laut einer IDC Kundenbefragung können die Kosten, im Vergleich zu herkömmlichen Desktop PCs (Fat Clients), um ca. 600 Dollar pro Benutzer pro Jahr gesenkt werden.

Ein weiterer zu beachtender Punkt ist die Erhöhung der Sicherheit. Die Daten befinden durch die Desktop-Virtualisierung nicht mehr lokal auf den Endgeräten, sondern werden zentral auf den Unternehmensservern gespeichert. Somit werden die Daten zusätzlich in die zentralen Datensicherungsmechanismen eingegliedert und der Zugriff auf die Daten wird zentral gesteuert. Die Compliance kann ebenfalls unternehmensweit verbessert werden, da die Installation von unerwünschter Software zentral unterbunden werden kann und es kann sichergestellt werden, dass die Daten im Rechenzentrum verbleiben.

In Unternehmen die mit wechselnden Arbeitsplätzen arbeiten, erhalten die Benutzer den Vorteil, immer über ihre eigene tatsächliche Umgebung zu verfügen. Der Nachteil der "Roaming Profiles" besteht darin, dass die Installation & Konfiguration des Betriebssystems und der darauf installierten Software für jeden Benutzer, der an dem Rechner arbeitet, gleich ist. Im Falle der Desktop-Virtualisierung ist ein Benutzer damit (wirklich) nicht mehr an einen bestimmten Arbeitsplatz (Ort) gebunden.

Anforderungen & Herausforderungen der Desktop-Virtualisierung

Desktop-Virtualisierung ist kein Thema, dass kurzfristig umgesetzt werden kann, sondern bedarf einem gut durchdachten und ganzheitlichen Ansatz. Dazu gehören neben der Administration der virtuellen Desktops, ebenso die benutzerspezifische Anpassung und die Gewährleistung der Geschwindigkeit und Performanz. Letzteres ist vor allem kritisch zu betrachten, wenn ein Unternehmen über mehrere Standorte verteilt ist und der Zugriff über eine WAN-Verbindung stattfindet. Die Berücksichtigung der gesamten IT-Infrastruktur ist bei der Einführung und Implementierung von Desktop-Virtualisierung von enormer Wichtigkeit. Wozu eine ganzheitliche Betrachtung und ebenfalls Technologien zur Optimierung und Überwachung der WAN-Verbindungen und Performanz sowie des sicheren Zugriffs gehören.



Ein Cloud Desktop mit openQRM

Nachdem ich eyeOS in zwei Artikeln ausführlich vorgestellt habe, möchte ich in diesem Artikel eine weitere interessante Möglichkeit aufzeigen, einen persönlichen Cloud Desktop zu nutzen. Dazu dient das von mir ebenfalls schon vorgestellte Cloud Management Tool openQRM, auf dessen Portal Webseite (http://www.openqrm-portal.de) ich die Idee (von Matt Rechenburg beschrieben) entdeckt habe.

Cloud Desktops wie auch Desktop-Virtualisierung sind für mich die Megatrends der Zukunft, die bei jedem auf der Roadmap stehen sollten!

Um uns einen Cloud Desktop mit openQRM zu erstellen gehen wir wir folgt vor:

1. Bestellen einer Cloud Appliance von openQRM

Zunächst legt man sich einen Account unter https://demo.openqrm.com und erstellt einen neuen Cloud-Request.

2. Installation von vncserver und Gnome auf der Cloud Appliance

Die Pakete vnc4server, xorg und gnome müssen per apt-get auf der Cloud Appliance wie folgt installiert werden.

root@cloud-91-1-x:~# apt-get install tightvncserver vnc4server xorg gnome

3. Erstellen eines VNC Users

Mit dem Befehl adduser wird ein neuer Benutzer erstellt.

root@cloud-91-1-x:~# adduser matt
Adding user `matt' ...
Adding new group `matt' (1001) ...
Adding new user `matt' (1001) with group `matt' ...
Creating home directory `/home/matt' ...
Copying files from `/etc/skel' ...
Enter new UNIX password:
Retype new UNIX password:
passwd: password updated successfully
Changing the user information for matt
Enter the new value, or press ENTER for the default
Full Name []:
Room Number []:
Work Phone []:
Home Phone []:
Other []:
Is the information correct? [y/N] y
root@cloud-91-1-x:~#

Danach mit dem su Befehl zum eben erstellten Benutzer wechseln.

root@cloud-91-1-x:~# su - matt
matt@cloud-91-1-x:~$

4. Erstellen einer VNC Passwortdatei

Mit dem vnc4passwd Tool wird eine neue VNC Passwortdatei erzeugt.

matt@cloud-91-1-x:~$ vnc4passwd
Password:
Verify:
matt@cloud-91-1-x:~$

5. Erstellen eines xstartup Skript

Für den automatischen Start einer Gnome Session nach dem VNC-Login muss eine xstartup Datei im .vnc/ Verzeichnis angelegt werden.

matt@cloud-91-1-x:~$ vi .vnc/xstartup
matt@cloud-91-1-x:~$ cat .vnc/xstartup
#!/bin/sh

xrdb $HOME/.Xresources
xsetroot -solid grey
gnome-session &

matt@cloud-91-1-x:~$

Die Datei muss nun noch ausführbar gemacht werden.

matt@cloud-91-1-x:~$ chmod -x
matt@cloud-91-1-x:~$ .vnc/xstartup

6. Start des vncserver

Nun muss der vncserver gestartet werden.

matt@cloud-91-1-x:~$ tightvncserver
xauth: creating new authority file /home/matt/.Xauthority

Creating default startup script /home/matt/.vnc/xstartup
Starting applications specified in /home/matt/.vnc/xstartup
Log file is /home/matt/.vnc/cloud-91-1-x:1.log

7. Verbindung mit dem Cloud Desktop herstellen

Mit einem vncviewer Tool (Linux/Windows) kann man sich nun mit dem Befehl vncviewer[IP-Adresse der Cloud-Appliance]:1 mit dem Gnome Desktop in der Cloud verbinden.

matt@matt-laptop:~$ vncviewer x.x.x.x:1

Nach der Anmeldung steht ein vollständiger Gnome Desktop in der Cloud zur Verfügung.

Quelle

Your Desktop in the Cloud (DE)