Tag: Azure



Hybrid Cloud-War bei den Hyperscalern (Teil 1)

  • Vor ein paar Jahren noch unvorstellbar - die globalen Hyperscaler bekriegen sich mit eigenen Hybrid Cloud-Angeboten
  • Für CIOs und Digitalentscheider gibt es endlich eine echte Option, Hybrid Cloud-Szenarien in die Realität umzusetzen
  • Welche Benefits und Risiken bieten die Angebote rund um Google Anthos, AWS Outposts, Azure Stack und IBM Cloud for VMware darüber hinaus?

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Tops & Flops der IT-Welt (KW 17/18)

In unserer Rubrik "Tops & Flops" zeigen wir Ihnen auf einen Blick was die IT-Welt in den letzten 14 Tagen bewegt hat. Immer mit einem Augenzwinkern.

Tops

1. AWS knackt die 5 Mrd. Dollar Grenze beim Quartalsumsatz

Cloud Provider mit angegliedertem Online-Shop

2. Azure wächst mit fast 100% YoY – bleibt aber Platz 2 hinter AWS

Mensch Azure Dich nicht

3. Nach mehreren Versuchen übernimmt T-Mobile US-Wettbewerber Sprint

Drive-Buy

Flops

1. US-Regierung nimmt nach ZTE nun auch Huawei in die Mangel

Repression ist leichter als Innovation

2. Verkaufszahlen von Tablets brechen erneut um 30% ein

Als hätte es sie nie gegeben

3. Urteil bestätigt: Google muss über eine im Impressum genannte
E-Mail-Adresse tatsächlich erreichbar sein

Auch mal was Unmögliches fordern





Strategien für das Datenmanagement im digitalen Zeitalter

Was wäre, wenn alle Unternehmen den Weg in Richtung Digitalisierung beschreiten? Was, wenn immer mehr Unternehmen Cloud Services nutzen und Staaten ihre öffentliche Infrastruktur und die Verkehrssysteme vernetzen? Was, wenn auch im Mittelstand Papier gegen digitale Prozesse ersetzt würde? Was, wenn die Mehrheit der Menschen Filme und Musik über das Internet streamed? Da all dies schon längst Realität ist, müssen die Prognosen zum jährlichen Datenwachstum und den Speicherkapazitäten ständig neu angepasst werden. Denn die Geschwindigkeit mit der die Digitalisierung von Produkten (Smart Products), Geschäftsprozessen, Endgeräten (IoT) oder Produktions- und Logistiksystemen (Industrie 4.0) voranschreitet ist enorm. Crisp Research geht aktuell von einem weltweiten jährlichen Datenwachstum von rund 30-40% und einem Gesamtspeichervolumen von >50 Zettabyte im Jahr 2020 aus.

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Stairway to Heaven? Cross Connects und die Public Cloud

Im Rahmen ihrer zukünftigen Hybrid- und Multi-Cloud-Strategien wird die Public Cloud für deutsche Unternehmen immer wichtiger. So wollen zukünftig 69 Prozent der Unternehmen Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen für ihr Unternehmen aufbauen. Allerdings stellen hohe Latenzzeiten und eine verminderte Datensicherheit aufgrund des möglichen Zugriffs durch Dritte potentielle Hindernisse für Unternehmen beim Bezug von Public Cloud-Diensten über das öffentliche Internet dar. Diese Gründe sprechen für manche Unternehmen gegen einen Schritt in die Public Cloud. Denn gerade im Unternehmensumfeld sind Datensicherheit und kurze Latenzzeiten enorm wichtig, um einen reibungslosen und sicheren Betriebsablauf sicherzustellen. Eine Möglichkeit um diese Hindernisse zu umgehen, stellen Cross Connects, also direkte private Verbindungen, zu den Public Cloud-Anbietern dar. Doch für welche Unternehmen rechnen sich diese privaten Verbindungen und welche weiteren Vorteile lassen sich hierdurch generieren?

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Deutsches Cloud Rechenzentrum: Microsoft zeigt Amazon, Salesforce und Co. wie es richtig geht!

Gutes braucht Zeit. So scheint es auch bei Microsoft der Fall zu sein. Nachdem neben den Amazon Web Services alle relevanten Public Cloud Anbieter mit einem Rechenzentrum den deutschen Markt erreicht haben, startet nun auch das Unternehmen aus Redmond nach zweijähriger Planungsphase seine Cloud-Angebote auf deutschem Boden. Continue reading “Deutsches Cloud Rechenzentrum: Microsoft zeigt Amazon, Salesforce und Co. wie es richtig geht!” »



Docker in a Nutshell

Die Zeiten in denen Software auf lokalen Maschinen programmiert und isoliert in abgeschirmten Firmennetzwerken betrieben werden sind längst vorbei. Im Cloud-Zeitalter steigt der Wert einer Applikation mit ihrem Vernetzungs- und Verbreitungsgrad. Dies hat fundamentale Auswirkungen auf die Art und Weise wie Anwendungen heute entwickelt, getestet und betrieben werden. Ausfallsicherheit und Business Continuity sind in diesem Kontext nur zwei Schlagworte, die es dabei zu berücksichtigen gilt. Eine Technologie, die dabei immer weiter nach Oben auf die Agenda von Entwicklern aber auch CTOs und IT-Architekten rückt sind Container. Neben CoreOS ist Docker hierfür derzeit die bevorzugte Wahl. Continue reading “Docker in a Nutshell” »



Quartalsergebnisse der großen IT-Player – Who’s hot, who’s not?

Die aktuellen Quartalszahlen von Microsoft, SAP, IBM und Co. zeigen deutlich, wer auf die richtige Strategie für das Zeitalter von Cloud und Digitalisierung gesetzt hat – und diese auch zu exekutieren vermag. Milliardenverluste treffen hier auf steigende Umsätze. Wer ist „on track“ und wer muss dringend handeln, bevor es wirklich lebensgefährlich wird?

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Microsoft Lösungen für die Private Cloud

Angesichts aktueller politischer Entwicklungen in Deutschland, die es deutschen Behörden ermöglichen sollen, Daten in der Cloud abzugreifen, wird sich der Trend in Unternehmen verstärken, eine eigene Private Cloud aufzubauen. Ein Grund, aktuelle Lösungen zu evaluieren. Nachdem ich vor kurzem mit openQRM, Eucalyptus, OpenStack, CloudStack und OpenNebula einige Open-Source Kandidaten vorgestellt habe, sind heute die Lösungen von Microsoft an der Reihe. Insbesondere der neue Microsoft Windows Server 2012 und Hyper-V bringen interessante Microsoft Cloud Ansätze in das eigene Rechenzentrum.

Microsoft in der Private Cloud

Eine Private Cloud bedeutet, die Konzepte einer Public Cloud - u.a. Flexibilität, Skalierbarkeit und Self-Service - in das eigene Rechenzentrum zu übertragen. Hier sei noch einmal angemerkt, dass eine einfache Virtualisierung NICHT einer Private Cloud entspricht. Zu einer Cloud gehören u.a. die drei oben genannten Eigenschaften, die von der gewöhnlichen Virtualisierung so nicht erfüllt werden.

Microsoft ermöglicht mit seinen Lösungen das Abbilden von Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS) sowohl in der Private als auch in der Public Cloud. Dieses hat den Vorteil Daten und Anwendungen bspw. primär lokal im eigenen Rechenzentrum zu speichern und im Bedarfsfall in die Public Cloud zu skalieren.

IaaS stellt dabei Infrastrukturressourcen wie Rechenleistung, Speicherplatz und Netzwerkkapazitäten als Service bereit, PaaS hingegen Anwendungsplattformen als Service.

Was wird für eine Private Cloud à la Microsoft benötigt?

Für den Aufbau einer Microsoft Private IaaS-Umgebung wird der Windows Server Hyper-V, das Microsoft System Center sowie das Microsoft System Center Virtual Machine Manager Self-Service Portal benötigt, wodurch sich eine dedizierte Cloud-Umgebung inkl. Self-Service Möglichkeiten bereitstellen lässt.

Darüber hinaus ermöglichen die Private Cloud Services die nahtlose Anbindung an Microsoft Public Cloud Infrastruktur Windows Azure. Somit lassen sich neben einer Ressourcenskalierung ebenfalls Applikationsframeworks und Identitymanagement-Tools nutzen, um die Private mit der Public auf Basis einer Hybrid Cloud zu integrieren.

Hyper-V

Hyper-V ist Microsofts Technologie für die Servervirtualisierung. Er setzt auf dem Windows Server 2012 auf und bildet die Grundlage einer Microsoft Private Cloud. Damit lassen sich mehrere Server als virtuelle Maschinen (VMS) auf einer physikalischen Hardware betreiben. Hierzu unterstützt Hyper-V parallel unterschiedliche Betriebssysteme, darunter u.a. Windows und Linux auf x64-Hardware.

System Center

Das System Center ist der Dreh- und Angelpunkt der Private Cloud und unterstützt bei der Verwaltung der physikalischen, virtuellen als auch Cloud-Infrastruktur. Dazu gehören neben dem Management der skalierbaren Rechenzentrumsinfrastruktur und geschäftskritischer Workloads ebenfalls die Steuerung standardisierter Prozesse für die Verwaltung des Rechenzentrums und der Verwaltungs-Workflows. Weiterhin bietet das System Center Self-Service-Funktionen, mit denen Nutzer die benötigten IT-Ressourcen konsumieren können.

Virtual Machine Manager SSP 2.0

Das Virtual Machine Manager Self-Service Portal setzt auf den Windows Server Hyper-V und das System Center auf. Es handelt sich dabei um eine kostenlose und fertige Lösung, mit der sich Ressourcen in einem Rechenzentrum dynamisch zu Gruppen zusammenfassen lassen, um damit die Private Cloud mit den notwendigen Ressourcen zu versorgen. Weiterhin lassen sich einzelne oder Gruppen von Ressourcen unterschiedlichen Abteilungen zuordnen und z.B. virtuelle Maschinen über ein Self-Service-Portal bereitstellen.

Kombination mit der Microsoft Public Cloud

Auch wenn der Artikel zu Beginn die politischen Einflüsse auf die Public Cloud sensibilisiert hat, gibt es dennoch Szenarien, bei denen eine Public Cloud weiterhin in Frage kommen kann. Es kommt auf die Sensibilität der Daten an und wie ein Unternehmen damit selbst umgehen möchte.

Die Microsoft Private Cloud Services lassen sich ebenfalls mit Microsofts Public Cloud verbinden, um evtl. Lastspitzen auszugleichen oder die Zusammenarbeit in unterschiedlichen Regionen zu verbessern. Hier ein paar Einsatzmöglichkeiten.

SharePoint Online & Office 365

Wollen sich Unternehmen weltweit vergrößern, muss auch die IT mitwachsen. Das stellt bei on-Premise Lösungen finanzielle und zeitliche Herausforderungen dar. Einfacher ist es, neue Standorte über Cloud Lösungen anzubinden und den Mitarbeitern damit denselben Zugriff auf Dokumente und Applikationen zu ermöglichen wie den Mitarbeitern in der zentralen Niederlassung.

Hier können SharePoint Online und Office 365 helfen. Beide ermöglichen die standortübergreifende Zusammenarbeit und den Datenaustausch zwischen Mitarbeitern an geographisch unterschiedlichen Orten.

Exchange Online

Wie beim Austausch von Daten und der globalen Zusammenarbeit verhält es sich beim Thema E-Mail. Vergrößert sich ein Unternehmen überregional oder gar global stehen IT-Entscheider vor denselben Herausforderungen. Eine Private Cloud auf Basis von Microsoft lässt sich zum einen mit Exchange Online erweitern, um den wachsenden Speicherbedarf gerecht zu werden. Darüber hinaus können Mitarbeiter über eine simple URL auf die Exchange-Dienste in der Private oder Public Cloud zugreifen.

SQL

Wer an Microsoft und Datenbanken denkt, dem fällt zunächst Microsoft Access ein. Für Leute, die mehr Performance benötigen der Microsoft SQL-Server. Wohlgemerkt verschlingt, insbesondere ein Datenbankserver, massiv an Hardware und benötigt eine Menge Performance um die heutigen Anforderungen zu erfüllen.

Eine Microsoft Alternative aus der Cloud heißt SQL Azure. Dabei handelt es sich um einen vollständig verwalteten SQL-Server in Microsofts Public Cloud, der weltweit zur Verfügung steht.

Applikationsskalierung

In Zeiten globaler Vernetzung und des Internets lassen sich die benötigten Ressourcen für eine Applikation nur noch schwer einschätzen. Eine einzige Marketingaktion kann entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg (Applikationen bricht unter der Last zusammen.) eines neuen Service sein. Gegensteuern lässt sich nur mit hohen Investitionen in die eigene Infrastruktur, ohne genau zu wissen, ob die Ressourcen tatsächlich benötigt oder ob sie gar überhaupt ausreichen werden.

Public Cloud Infrastrukturen sind dynamischer, da hier grundsätzlich mehr Ressourcen zur Verfügung stehen als es ein Unternehmen in der Regel im eigenen Rechenzentrum kann. So lassen sich Applikationen in der Cloud ebenfalls während Spitzenlasten ausfallsicher und skalierbar betreiben. Nehmen die Zugriffe zu, werden weitere Ressourcen automatisch hinzugefügt und wieder entfernt, wenn der Ansturm vorbei ist. Dabei kann die Applikation entweder direkt in der Public Cloud betrieben werden oder zunächst in der Private Cloud laufen und bei Bedarf weitere Ressourcen aus der Public Cloud anfordern (Hybrid Cloud).

Zu beachten ist hier jedoch, dass Applikationen, seien sie lokal oder bereits direkt für die Cloud gedacht, auch für die Cloud entwickelt werden müssen.



Cloud Computing: Offen oder Geschlossen? Vendor Lock-in ist kein Argument!

Cloud Computing spaltet sich derzeit in zwei Lager. Die Liebhaber eines geschlossenen, proprietären Systems und die Befürworter einer offenen (Open-Source) Cloud. Interessanterweise stellen verstärkt die Open-Source Jünger, allen voran das OpenStack Projekt die größten Lautsprecher dar (Rackspace: Linux der Cloud). Sei es auch nur, um mehr Aufmerksamkeit von den derzeit erfolgreichen geschlossenen Systemen (Amazon Web Services (AWS), Microsoft Windows Azure) auf sich zu lenken. Eines vorweg, pauschal lässt sich nicht sagen, welcher Ansatz der "Bessere" ist. Es hängt immer von den eigenen Anforderungen und Möglichkeiten ab. Zudem sollte man schauen, wie geschlossen die proprietären Systeme wirklich sind. Man wird zum einen merken, dass viel mehr religiöse Ansichten dahinter stecken als man denkt und das die Argumentation Vendor Lock-in bei Open-Source Clouds nicht zwangsläufig zutrifft. Denn einen Vendor Lock-in hat man immer.

Geschlossene Cloud gleich Lock-in?

Hauptargumentation aus dem Open-Source Lager gegen proprietare Cloud Angebote ist das Risiko eines Lock-in. Um diesen zu umgehen, solle man stattdessen auf Angebote setzen, die auf Open-Source basieren, um sich über eine eigene Private Cloud die Freiheit zu verschaffen, also die Infrastruktur und Daten dann ggf. in die eigene Cloud zu transferieren.

Eines sollte man jedoch nicht vergessen, ohne Open-Source funktioniert derzeit so gut wie kein Cloud Angebot. So besteht die AWS Cloud aus wahrscheinlich der größten XEN (Hypervisor) Installation weltweit. Zudem wird argumentiert, dass mann sich bei AWS in einen Lock-in begibt. Bei der DynamoDB mag dies richtig sein. Aber für alle anderen Services gibt es Lösungen wie Eucalyptus, openQRM oder sogar OpenStack selbst, die entsprechende Schnittstellen bereitstellen. Und auch Microsoft ermöglicht es, zwischen Windows Azure und einer auf Microsoft basierenden Private Cloud mit dem Microsoft Server 2012 und dem System Center 2012 Daten usw. hin und her zu schieben. Man ist hier also auch nicht zwangsläufig auf die Public Cloud angewiesen.

Wo versteckt sich der Lock-in?

Ein Vendor Lockin besteht dann, wenn ein System, Angebot oder Lösung sehr stark abhängig macht.

Ein analoges Beispiel dafür ist Ikea. Das Design der Möbel ist so markant, dass es für einen Innenarchitekten Laien (wie mich) schwierig ist, es mit einem anderen Design zu kombinieren. Also geht man dazu über, weitere Möbel bei Ikea zukaufen. Zudem verfügt Ikea über eigene Maße und proprietäre Techniken z.B. bei den Waschbecken oder auch bei den Küchen, Schrauben und sonstigen Verbindungen.

Das Risiko des Lock-ins in der Cloud befindet sich hauptsächlich bei den Daten und Prozessen, wenn diese dort ebenfalls abgebildet werden. Denn in beiden Fällen befinden sich hier die geschäftskritischen Bereiche, die so beweglich wie möglich in der Cloud liegen sollten.

Die Ressourcen wie virtuelle Maschinen sind nicht, wie möglicherweise vermutet, von dem Lock-in betroffen. Hierzu existieren bereits diverse Import/ Export Tools z.B. von VMware für AWS oder speziell V2V (Virtual to Virtual) oder V2P (Virtual to Physical) Mechanismen von openQRM. Das bedeutet, das sich virtuelle Maschinen und deren Inhalte bequem hin und her schieben lassen.

Die Daten selbst sind in der Cloud in der Regel ebenfalls nicht von einem Lock-in betroffen. Die meisten Anbieter verfügen über entsprechende Schnittstellen, über die sich die Daten bewegen und transferieren lassen. Bei den Prozessen wird es schon schwieriger. Aber, wie viele Unternehmen haben in der Vergangenheit ihre Prozesse in die Hände von SAP Systemen gelegt und damit einen Lock-in verursacht?

Ein Lock-in ist nichts Schlechtes

Ein Lock-in, wenn er denn vorliegt, muss nicht immer etwas Schlechtes sein. Im Gegenteil, er führt zu Innovationen und verringert die Komplexität. Der Anbieter nimmt einem beim Design und der Auswahl Stückweit die Entscheidung ab und sorgt für eine stetige Weiterentwicklung und Verbesserung des Systems.

Zudem sollte man schauen, wer sich einen Lock-in nicht leisten kann. Kleine und mittelständische unternehmen, die ggf. über eine kleine oder keine IT-Abteilung verfügen, nehmen das gerne in Kauf, da sie sich die Implementation einer komplexen Umgebung nicht leisten können bzw. nicht über die Expertise verfügen. Analoges Beispiel, Ikea: Man bekommt relativ günstig gute Möbel und kann alles miteinander gut kombinieren.

Außerdem, schaut man sich Open-Source Projekte wie OpenStack an, wird deutlich, dass es nicht immer einfach ist, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Open-Source mag zwar offen sein. Auf Grund der vielen beteiligten Unternehmen können so manche Konflikte den Innovationsgrad jedoch verringern. Aus diesem Grund kann ein Vorteil darin bestehen, wenn nur ein Unternehmen an der Spitze des Projekts/ Angebots steht und die Koordination übernimmt. Auch wenn mehrere Teilnehmer mehr Input und Expertise liefern. Hier haben auch geschlossene Anbieter einen Vorteil, da sie alleine verantwortlich sind, und damit schneller handeln. Das kann im Umkehrschluss bedeuten, dass der Lock-in von OpenStack in den potentiellen Konflikten und dem daraus folgenden langsamen Innovationsgrad besteht.

APIs sind entscheidend

Wichtig für jedes Cloud Computing Angebot sind die APIs. Auf diese muss sowohl von Innen als auch von Außen zugegriffen werden können, um auf dieser Basis die Daten in aus der Cloud zu transferieren.

Vorteile vs. Nachteile von Open-Source

Open-Source Cloud-Implementierungen gibt es erst seit ein paar Jahren und haben bis jetzt noch nicht ausreichend Anwendungsfälle im produktiven Betrieb. Obwohl eine Reihe von Early-Adoptern aus dem Telkosektor, Finanzdienstleister und wissenschaftliche Einrichtungen bereits Alternativen in Open-Source Cloud Systeme suchen, ist die Vielzahl an Unternehmen darüber nicht informiert. Es lohnt sich daher mal einen Blick auf die Vor- und Nachteile zu werfen.

Vorteil: Flexibilität

Per Definition bieten Open-Source Clouds ein höheres Maß an Flexibilität als der proprietäre Mitbewerb. Statt sich einfach nur mit dem Lesen von Anleitungen zufrieden zugeben oder an Schulungen teilzunehmen, können Nutzer selbst Änderungen an dem Code vornehmen und sich selbst mit eigenem Code an verschiedenen Projekten beteiligen. Zudem können sie eigene Projekte starten, eigene Dokus zur Verfügung stellen oder Seminare abhalten. Interaktionen mit der Gemeinschaft und der damit verbundenen Weiterbildung ermöglichen dem Anwender mehr Flexibilität bei der Gestaltung ihres Cloud-Designs und fördert innovative interne oder externe Lösungen.

Vorteil: Vendor Lock-In

Ein Argumente der Open-Source Cloud Community ist die Prävention vor einem Vendor Lock-in. Die Argumente sind einfach. Wird eine Cloud auf Basis einer offenen und weit verbreiteten Open-Source Technologien aufgebaut, hat kein Anbieter die Möglichkeit die volle Kontrolle über das Open-Source Framework zu erhalten. Damit können Anwender schneller auf die Entwicklung der Technologien im Rahmen des Open-Cloud Stacks reagieren. Darüber hinaus geben Open-Source Clouds dem Nutzer die Freiheit, seine Cloud an seine individuellen Bedürfnisse und Unternehmensziele anzupassen, statt diese anhand einer einzigen proprietäre Lösung aufzubauen.

Vorteil: Einsparung

Open-Source Software ermöglicht auf Grund seiner Lizenzierung die kostenlose Nutzung und hat damit preislich einen enormen Vorteil gegenüber dem kommerziellen Mitbewerb. Egal ob sich ein Nutzer nun für ein reines Open-Source Angebot oder für eine kommerzielle Open-Source Lösung entscheidet, wird er im Vergleich zu einer proprietären Software Kosten sparen können. In jedem Fall besteht für jedes Unternehmen die Möglichkeit, durch Open-Source Software, bei gleichzeitiger Erhöhung der Flexibilität, die Kosten zu senken, was einen Gewinn für jede Organisation darstellt.

Vorteil: Kontrolle, Offene Standards, APIs

Eine Open-Source Cloud setzt auf offene Standards und APIs und wird nicht von einem einzigen Hersteller kontrolliert. Das erlaubt es Unternehmen, die Kontrolle über die darunter liegende Hardware Infrastruktur und Managementplattform zu behalten, unabhängig davon, um welche Technologie es sich handelt. Des Weiteren ermöglichen offene APIs eine bessere Integration in bestehende offene oder proprietäre Lösungen, womit sichergestellt wird, dass aktuelle IT-Investitionen innerhalb der neuen Architektur weiterhin relevant sind.

Vorteil: Portabilität

Baut man seine Cloud auf Basis von Open-Source auf, sollte man immer schauen, wie es mit der Interoperabilität zu anderen Public, Private oder Hybrid Cloud Lösungen ausschaut. Entscheidet man sich für eine offene Technologie erhält man damit ein höheres Maß an Portabilität innerhalb des großen Cloud Ökosystems. Anstatt ihre eigenen Möglichkeiten auf proprietäre Technologien zu beschränken, können sich Nutzer an unterschiedlichen Open-Source Cloud Technologien bedienen und damit ihre IT-Entscheidungen unterstreichen und die eigenen Bedürfnisse und Unternehmensziele damit unterstützen.

Nachteil: Mangel an Unterstützung

Anwender die sich dafür entscheiden, ihre Cloud auf reiner Open-Source Software aufzubauen, begeben sich bzgl. Support in die Abhängigkeit des Open-Source Projekts. Das kann ganz schön zäh und schmerzhaft werden. Denn der Support kommt hier anhand von Foren, Chats, Q&A Systemen und Bug-Tracking Systemen von der Crowd. Zudem sollte man sich als Nutzer aktiv in der Community beteiligen und etwas dazu beitragen, was in der Welt der kommerziellen Software nicht notwendig ist. Auf der anderen Seite kann man sich für kommerzielle Open-Source Cloud Lösungen entscheiden, die für professionellen Support sorgen.

Nachteil: Kosten

Zwar haben Open-Source Lösungen auf Grund der in der Regel kostenlosen Lizenzen, im Vergleich zu kommerzieller Software, einen Kostenvorteil, allerdings gibt es auch hier Kosten die nicht zu vernachlässigen sind. Zum einen wird für den Aufbau einer Open-Source Cloud ein nicht zu unterschätzendes Wissen für die Entwicklung benötigt. Zum anderen müssen auch die Administratoren für einen einwandfreien Betrieb der Infrastruktur sorgen, wofür intensive Kenntnisse für die Verwaltung und Wartung der Lösung erforderlich sind. Darüber hinaus wird externes Fachwissen in Form von Beratung oder Entwicklung-Ressourcen benötigt.

Nachteil: Reifegrad

Je schneller sich das Open-Source Cloud Ökosystem entwickelt, kann sich ein Anwender nicht zwangsläufig darauf verlassen, das und wie lange ein Open-Source Projekt bestand hat. Wenn sich ein Cloud Architekt während des Designs einer Open-Source heute für eine bestimmte Technologie entscheidet, kann es durchaus passieren, das ihn diese in Zukunft einholen wird, da das Projekt eingestellt und nicht mehr weiterentwickelt wird. Mit den stetig steigenden Open-Source Projekten und unterschiedlichen Ansichten ist es für den Anwender zunehmend schwieriger geworden sich für den "richtigen" Weg zu entscheiden.

Fazit

Verantwortliche die sich für eine Cloud Infrastruktur entscheiden, wollen diese hochverfügbar, einfach zu bedienen und so agil, dass sie sich mit den Bedürfnissen der Unternehmensziele verändert. Es ist daher entscheidend, dass sich ein Entscheider zunächst über die Unternehmensziele im klaren ist und sich mit seiner bestehenden IT-Infrastruktur auseinandersetzt, bevor er über eine Open-Source oder proprietären Cloud Infrastruktur nachdenkt. Möglicherweise kann man auch zu dem Ergebnis kommen, dass eine Open-Source Cloud für das Unternehmen keinen nennenswerten Vorteil bietet und eine proprietäre Cloud besser für den eigenen Innovationsgrad ist oder auch andere Möglichkeiten evaluiert werden müssen.



Use Case: Cloud Computing hilft Entertainment

Welche Einflüsse haben neue technologische Innovationen wie die Cloud auf die Kreativ-Industrie, welches Potenzial entsteht durch neue Arbeitstechniken und wie verändert sich mit der Microsoft Cloud die tägliche Arbeit in Medien und Produktionsfirmen? Antworten gab das diesjährige Forum D’Avignon, eines der wichtigsten Wirtschafts- und Kulturforen in Europa, das vom 15. bis 17. November in Avignon, Frankreich, stattfand. Die Gäste konnten sich hier über die Innovation des ScreenerOne von Bertelsmann arvato informieren. Das auf der Microsoft Cloud basierende Content Collaboration System ermöglicht es den GrundyUFA Produktionsteams von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Verbotene Liebe“, „Alles was zählt“ und „Unter Uns“ sämtliche Inhalte orts- und zeitunabhängig zu verwalten und abzustimmen.

GrundyUFA setzt auf ScreenerONE

Seit 2011 vertraut GrundyUFA, Marktführer im Segment lang laufender Serien, bei ihren Produktionen auf das Cloud-basierte Content Collaboration System ScreenerONE. Eine Applikation, die die Bertelsmann-Tochter arvato gemeinsam mit GrundyUFA und Microsoft Partnern entwickelt hat. Auf Basis der Microsoft Cloud Windows Azure kam der ScreenerONE zunächst bei der Produktion des Daily Dramas „Verbotene Liebe“ zum Einsatz. Die erfolgreiche Evaluierungsphase einhergehend mit den positiven Veränderung im täglichen Workflow der GrundyUFA Kreativteams führten nun zu der Erweiterung der Collaboration-Plattform zu einer unternehmensweiten Lösung. Seitdem kommt der ScreenerONE auch bei den Produktionen „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Alles was zählt“ und „Unter Uns“ zum Einsatz, die täglich für ein Millionenpublikum produziert werden.

ScreenerONE – Im Praxiseinsatz bewährt

Zeit ist kostbar, vor allem bei der Produktion von Daily-Dramas. Daher konzentrierte sich die Zielsetzung von GrundyUFA in der Evaluierungsphase der Lösung auf die erfolgreiche Umsetzung ihres „24h Konzepts“: Innerhalb von 24 Stunden nach Dreh müssen alle inhaltlichen Abstimmungen erfolgt sein, unabhängig wo gedreht wird und wo die Ansprechpartner sitzen. Was wiederum die Sicherstellung einer effektiven Zusammenarbeit über verschiedene Kanäle und Devices einschließt. Als Collaboration-Plattform erlaubt der ScreenerOne dem Produktionsteam sämtliche Inhalte, von Video-Sequenzen und Storyboards, über Tonaufnahmen und Scripts bis hin zu Pressefotos einer jeden Folge zu verwalten, Metadaten einzusehen und Anmerkungen einzufügen.
Räumliche Distanzen spielen dabei für die Produktionen keine Rolle mehr. Gedrehtes Material – unabhängig ob Daily Drama oder Online Serien – wird in Echtzeitkommunikation von überall, zu jedem Zeitpunkt und Device-unabhängig, ob PC, Notebook, Smartphone oder Tablet, bewertet und abgestimmt. Die Arbeitsweise entfernt sich auf diese Weise von hierarchischen Prozessen und organisiert sich fortan collaborativ, drehfreie Zeiten werden reduziert und ein produktives Arbeiten ermöglicht.

Green Producing in der Windows Cloud

Indem der GrundyUFA Workflow in der Microsoft Cloud vollkommen datenträgerfrei ist, führt er neben der Reduktion von Kosten zu wichtigen Einsparpotenzialen für die Umwelt. So verringerte sich beispielsweise beim Mallorca-Dreh der „Verbotene Liebe“ der Transportaufwand für Film- und Datenmaterial auf der Insel und von der Balearen-Insel nach Deutschland deutlich. Dabei gelten für die Film- und Medienbranche besondere Anforderungen an die Lösungen und die Cloud-Plattform, auf der die Lösung betrieben wird. Hierzu zählt auch die Unterstützung verschiedener Dateiformate, sodass die vor Ort erstellten Clips Device-übergreifend fehlerfrei abspielbar sind. Daneben gewährt die Windows Azure Technologie eine hohe Skalierbarkeit und Verfügbarkeit, sodass GrundyUFA ihren Workflow jederzeit ihren echten Anforderungen anpassen kann. Mit sicheren Rechenzentren und einer speziellen Microsoft Play Ready Technologie sorgt Microsoft zudem für den Schutz der Medieninhalte vor illegalen Raubkopien und schützt somit das geistige Eigentum der Produktionsfirma.



Wer als IaaS-Anbieter zu Amazon konkurrenzfähig sein will muss mehr als nur Infrastruktur im Portfolio haben

Immer mehr Anbieter versuchen ihr Glück im Bereich Infrastructure-as-a-Service (IaaS) und wollen dem Platzhirsch Amazon Web Services (AWS) ein Stück vom Kuchen abnehmen. GigaOm hat bereits die Frage gestellt, ob es eine AWS Kopie aus Europa geben wird, die ähnlich wie Amazon in den USA den europäischen Markt dominieren wird. Sie kamen zu einem klaren Nein. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es in naher Zukunft keine nennenswerte Konkurrenz aus Europa geben wird. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und gehe davon aus, dass es weltweit derzeit keinen Anbieter gibt und erst einmal geben wird, der - Stand heute - Amazon das Wasser reichen kann. Denn anders als es GigaOm macht, muss man den Cloud Markt global betrachten. Es gibt auf Grund der Strukturen grundsätzlich keine regional begrenzte Cloud. Jeder Nutzer kann sich weltweit bedienen. Es sei denn ein Anbieter entscheidet sich strikt dagegen. Das gibt es sogar - in Deutschland. Ich möchte Amazon an dieser Stelle keinen Freifahrtsschein ausstellen, aber für den Mitbewerb wird es sehr schwierig im IaaS Bereich diesen Marktanteil zu erreichen.

Der Markt ist groß genug aber...

Der IaaS Markt ist groß genug und bietet genug Platz für mehrere Infrastruktur-Anbieter. Jedoch sollte man sich vor Augen halten, wer sich derzeit für die Public Cloud und wer für die Private Cloud entscheidet. Danach lohnt sich ein Blick auf die Angebote der jeweiligen IaaS Anbieter, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Dann wird auch klar, warum Amazon die Nase vorn hat und es für Neulinge schwer werden wird, wenn sie sich einfach nur auf reine Infrastruktur konzentrieren. So mancher Anbieter versucht gegen Amazon zum Beispiel mit einer höheren (Netzwerk)-Performance anzutreten. Das ist sicherlich ein netter Versuch, aber kein ausschlaggebendes Argument.

Public Cloud: Entwickler & Startups

Die Public Cloud wird bevorzugt von Entwicklern und Startups genutzt, die auf Basis des unkomplizierten Ressourcenbezugs und dem pay per use Modell ihre Geschäftsmodelle aufbauen. Mein Lieblingsbeispiel ist Pinterest, die nach eigener Aussage ohne Cloud Computing nicht so erfolgreich sein könnten. Das lag zum einem an der Möglichkeit stetig zu wachsen und die Ressourcen den Bedürfnissen nach zu erweitern ohne das Kapital für eine eigene riesige Serverfarm zu besitzen. Auf der anderen Seite hat die Cloud es Pinterest ermöglicht, effizient zu arbeiten und kostengünstig zu experimentieren. Zudem konnte die Webseite sehr schnell wachsen, während sich nur ein sehr kleines Team um die Wartung kümmern musste. Im Dezember beschäftigte Pinterest insgesamt nur 12 Mitarbeiter.

Private Cloud: Unternehmen

Viele etablierte Unternehmen stellen das Thema Datenschutz respektive Sicherheit über die hohen Investitionskosten und Wartungskosten einer Private Cloud. Hinzu kommt, dass ich in Gesprächen immer wieder höre, dass "eh bereits Investitionen in Hard-/ Software getätigt wurden" und das nun noch ausgenutzt werden muss. Laut einer Gartner Umfrage planen 75% der Befragten bis 2014 eine Strategie in diesem Bereich. Bereits viele unterschiedliche Unternehmen haben Private Cloud Lösungen in Pilot-Projekten und im produktiven Betrieb im Einsatz. Dabei ist das Hauptziel, für sich den größten Nutzen aus der Virtualisierung zu ziehen.

Infrastruktur bedeutet mehr als nur Infrastruktur

Den Fehler den - vor allem - neue IaaS Anbieter machen ist, sich nur auf reine Infrastruktur zu konzentrieren. Das bedeutet, sie bieten nur die typischen Ressourcen wie Rechenleistung, Speicherplatz, Betriebssystem-Images, weitere Software und Lösungen wie Datenbanken an. Das mag vom IaaS Grundgedanken her auch alles richtig sein, reicht aber mittlerweile nicht mehr aus, um gegen Amazon zu bestehen.

Services, Services, Services

Schaut man sich das Angebot der Amazon Web Services genauer an, besteht es mittlerweile aus viel mehr als nur virtuellen Ressourcen, Rechenleistung und Speicherplatz. Es handelt sich dabei um ein umfangreiches Service-Portfolio, welches stetig und mit einem riesen Tempo ausgebaut wird. Alle Services sind ineinander vollständig integriert und bilden ein eigenes Ökosystem, mit dem ein eigenes Rechenzentrum aufgebaut und komplexe Anwendungen entwickelt und gehostet werden können.

Entwickler sind Amazons Jünger

Auf Grund dieses in sich stimmigen Angebots ist Amazon eine beliebte Anlaufstelle für Entwickler und Startups, die hier viele Möglichkeiten finden, ihre eigenen Ideen umzusetzen. Ich habe über diese Situation schon kritisch geschrieben und bleibe dabei, dass Amazon sich ebenfalls verstärkt auf die Bedürfnisse von Unternehmen konzentrierten sollte. Dennoch sind Entwickler derzeit Amazons Trumpf, welche den Cloud Anbieter zum führenden IaaS weltweit machen.

Komfort

Was AWS derzeit fehlt ist der Komfort. Hier setzen neue Anbieter an und bündeln mit "Infrastructure-as-a-Platform" Lösungen verschiedene IaaS Ressourcen wie Rechenleistung, Speicherplatz, Netzwerkkomponenten usw. und ermöglichen Unternehmen damit den Aufbau eines eigenen Rechenzentrum on-Demand, also ein “Data-Centre-as-a-Service” (DCaaS). In diesem Bereich muss Amazon damit beginnen aufzuholen und ihren bestehenden und neuen Kunden mehr Convenience bieten, mit der diese die Infrastrukturen bequemer nutzen können und während der Konfiguration zudem weniger Zeit und Expertenwissen benötigen. Denn insbesondere IT-Abteilungen von kleinen- und mittelständischen Unternehmen werden in Zukunft auf diesen Komfort achten.

Schwer aber nicht unmöglich

Amazon gehört zu den Cloud Anbietern der ersten Generation und es gibt Bereiche in denen sie aufholen müssen. Aber das Konzept ist sehr ausgefeilt. Unter der Haube sind sie möglicherweise technologisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Aber die Frage ist, wie sehr es einen Kunden interessiert, ob nun Technologie A oder Technologie B in der "Blackbox" eingesetzt wird, solange die Services zur Verfügung stehen, mit denen das verfolgte Ziel realisiert werden kann. Zudem lassen sich bestimmte Technologien auf Grund der losen Kopplung der Infrastruktur und der Services (Building Blocks) austauschen.

Wie ich oben geschrieben habe, ist der Markt groß genug und nicht alle Unternehmen werden zu Amazon gehen. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass es mittlerweile nicht mehr reicht, sich nur auf die grundlegenden IaaS-Eigenschaften zu konzentrieren, wenn man ein IaaS-Angebot gegen Amazon in den Ring schickt. Ich hatte vor längerer Zeit die Amazon Web Services der Google Cloud Platform (AWS vs. Google Cloud) bzw. Microsoft Windows Azure (AWS vs. Azure) gegenübergestellt. Beide sind für mich diejenigen Public IaaS Anbieter, die derzeit in der Lage sind, aufzuholen. Allerdings sieht man besonders an Googles Tabelle, dass an einigen Stellen noch so manche Service-Lücken bestehen.


Bildquelle: ©Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO



Microsoft attackiert die Amazon Web Services über die Private Cloud

Microsoft portiert seine Cloud Lösungen Windows Azure Web Sites, Virtual Machines und das Service Management Portal auf den Windows Server und ermöglicht es damit Hosting Anbieter ihren Kunden hochverfügbare Webseiten und Infrastructure-as-a-Service Lösungen auf Basis von Microsoft Cloud Technologien anzubieten. Anders als die Google Compute Engine, lassen sich die neuen Microsoft Cloud Lösungen prinzipiell auch in einer Private Cloud aufbauen. Die Cloud Implementierung, die sich bei etablierten Unternehmen tendenziell als die Bevorzugte herausstellt.

Microsoft Hosting Services

Die Microsoft Hosting Services setzten sich im Kern aus der "Windows Server Hosting Platform", "Infrastructure-as-a-Service", "Windows Azure" und den "Business Productivity Hosting Solutions" zusammen. Dabei bietet die Hosting Plattform ein Framework, Web Server, Datenbanken und weitere Tools, mit denen Web Seiten auf Windows gehostet werden können. Mit dem "Dynamic Data Center Toolkit" können Web-Hoster on-Demand virtuelle Server, Cluster, Netzwerkinfrastrukturen und Speicherplatz bereitstellen. Über Windows Azure stehen Möglichkeiten zur Verfügung, neue Anwendungen auszurollen sowie neue Cloud Services zu erstellen. Die "Business Productivity Hosting Solutions" ermöglichen das Anbieten von Business Anwendungen auf Basis von Microsoft Exchange 2010 und SharePoint 2010.

Granularer wird zwischen "Web Sites", "Virtual Machines", dem "Service Management Portal" und einer "API" unterschieden.

Web Sites

Mit "Web Sites" können hochverfügbare und skalierbare Webseiten-Infrastrukturen aufgebaut werden, mit denen man über 10.000 Seiten in einer einzigen Web Farm verwalten kann. Zudem werden unterschiedliche Frameworks und Sprachen wie ASP.NET, ASP, PHP und Node.js mit einer vollständigen Git Integration unterstützt.

Virtual Machines

Zusammen mit bekannten Microsoft Technologien wie System Center und Windows Server lassen sich Infrastructure-as-a-Service Angebote aufbauen, mit denen virtuelle Machinen mit Windows Server und Linux bereitgestellt werden.

Service Management Portal und API

Anhand einer Metro-basierten Oberfläche und einem Self-Service Portal lassen sich "Web Sites" und "Virtual Machines" verwalten. Mit einer REST-basierten API lässt sich das Portal anpassen und erweitern, um damit bspw. andere Portal anzubinden.

Amazon ist ein reiner Service Anbieter

Auch wenn sich das neue Microsoft Angebot in erster Linie an Hosting-Anbieter richtet, sollte man nicht vergessen, wie einfach es ist, die Lösungen für die Private Cloud verfügbar zu machen.

Die Amazon Web Services verstehen es zwar hochwertige Public Cloud IaaS auszuliefern. Wenn es um die on-Premise Anforderungen von Unternehmen geht, hat Microsoft hier allerdings die Nase vorn. Wo AWS in der Cloud geboren ist und langsam damit anfangen muss, etablierte Kunden von der Basis abzuholen, um das große Geschäft zu machen, kommt Microsoft aus dem on-Premise Bereich und ist hier mit Abstand Marktführer.

Zudem weiß Microsoft, was es bedeutet, Software anzubieten, diese zu warten, Updates auszuliefern usw. Amazon ist ein reiner Service Anbieter und ist in kurzer Zeit nicht in der Lage diese Expertise und vor allem die notwendigen Vertriebskanäle aufzubauen.

Private Cloud wird bevorzugt

Und genau darin besteht auch Microsofts großer Vorteil. Das Unternehmen befindet sich bereits dort, wo die meisten Unternehmen gerne bleiben möchte, in den eigenen vier Wänden ihres Rechenzentrums, in der Private Cloud. Laut einer KPMG-Studie haben fast 60% (400 Befragte) der IT-Entscheider gute Erfahrung mit Private Cloud Lösungen gemacht. 21% wollen in Zukunft hier gezielter investieren. Dabei fließen bereits 19% des IT-Budgets in die Private Cloud, bevorzugt in Infrastructure-as-a-Services.

Für das Jahr 2013 wollen ein Drittel der befragten Unternehmen 26% - 50% ihres IT-Budget in die Private Cloud stecken. Darüber hinaus interessieren sich ca. 90% der Unternehmen nicht(!) für die Public Cloud, wobei 6% diese nutzen und 7% darüber nachdenken.

Amazons einziger Private Cloud Anker heißt Eucalyptus

Man kann sich nun die Frage stellen, ob AWS überhaupt daran interessiert ist, mit Microsoft in der Private Cloud in den Wettbewerb zu ziehen. Egal wird es ihnen allerdings nicht sein, das haben Maßnahmen zu Beginn des Jahres gezeigt.

Genauer geht es um den Deal der Amazon Web Services mit Eucalyptus Inc., die einen Fork der Amazon Web Services für die Private Cloud anbieten. Die Kooperation ist so aufgebaut, das Entwickler aus beiden Unternehmen Lösungen schaffen werden, um Private Cloud Lösungen auf Basis von Eucalyptus mit der Amazon Infrastruktur nahtlos zu verbinden. Zudem sollen die Kunden für die Nutzung von AWS als auch Eucalyptus dieselben Management Tools verwenden können. Darüber hinaus soll die Kompatibilität beider APIs verbessert werden.

Eucalyptus ist derzeit also der einzige Weg für die Amazon Web Services in die Rechenzentren der Unternehmen, wo Microsoft bereits wartet.



SQL Reporting für Microsoft Windows Azure ist verfügbar

Windows Azure SQL Reporting - ehemals bekannt als SQL Azure Reporting Services - ist der neue Name für Microsofts Cloud Reporting Service. Mit dem neuen Service können Entwickler das Business Intelligence Development Studio und die SQL Server Data Tools nutzen, um Berichte zu erstellen, wie sie es von den SQL Server Reporting Services auf dem Windows Server gewohnt sind.

SQL Reporting für Microsoft Windows Azure ist verfügbar

Die Berichte können zudem in die bekannten Formate Excel, Word, HTML, PDF, XML und CSV exportiert werden. Bis zum 1. August kann der neue Reporting Service kostenlos genutzt werden. Anschließend werden 0,88 Cent pro Stunde pro Bericht berechnet.

Cloud und On-Premise

SQL Reporting für Azure bietet darüber hinaus ein SLA (Service Level Agreement) und ermöglicht das Veröffentlichen von Berichten in die Cloud oder lässt Berichte direkt in on-Premise Anwendungen integrieren, die dann über den Webbrowser oder von mobilen Endgeräten oder den Desktop-PC abgerufen werden können.



Partnerschaft: Canonical und Microsoft planen Ubuntu Linux Images für Windows Azure

Da bahnt sich eine weitere Elefantenhochzeit an. Canonical, das Unternehmen hinter der Linux Distribution Ubuntu und Microsoft planen eine gemeinsame Partnerschaft, um Ubuntu auf der Cloud Plattform Windows Azure gemeinsam anzubieten.

Partnerschaft: Canonical und Microsoft planen Ubuntu Linux Images für Windows Azure

Nachdem Microsoft gestern die Erweiterung seiner Windows Azure Plattform vorgestellt und in diesem Zusammenhang ebenfalls die Unterstützung von Linux basierten virtuellen Maschinen Images angekündigt hat, schreibt Ubuntu Gründer Mark Shuttleworth auf seinem Blog nun über eine enge Kooperation beider Unternehmen. Hintergrund ist die Unterstützung von Ubuntu Linux Images auf Windows Azure.

Canonical liefert offizielle Ubuntu Images und Support für Azure

Canonical wird dazu offizielle Ubuntu Images für Azure liefern und zusätzlich mit kostenpflichtigem Support unterstützen, wenn Azure Kunden Ubuntu in der Microsoft Cloud ausrollen wollen. Im Herbst diesen Jahres wird Azure zudem ein Update erhalten, durch das die Kunden die Möglichkeit bekommen, über die Azure Gallery einen direkten Support Vertrag mit Canonical abzuschließen.

Shuttleworth nennt Azure in seinem Blogpost als einen "beeindruckenden Neuzugang" im Cloud Computing Markt. Zudem lobt er das Azure Team, da sie "über ein breites Wissen im Bereich Ubuntu und Linux im Allgemeinen verfügen." Er merkt jedoch an, dass er weiß, "... dass es Mitglieder in der freien Software Gemeinde geben wird, die auf Microsoft schimpfen ...", "... aber es sei nicht Ubuntu, die es tun...". "Wir verfolgen unsere Ziele und sind für diejenigen offen die es auch uns gegenüber sind und großartige Dinge entwickeln."

Canonical will in der Cloud ein Wörtchen mitreden

Cloud Computing ist für Canonical ein wichtiger Markt, mit dem Sie bereits mehrfach versucht haben im Server Markt auf sich aufmerksam zu machen. Mit Lösungen wie dem Provisioning-Tool "Metal as a Service" oder dem Service Orchestration Framework "Juju", hat das Unternehmen vor kurzem versucht Ubuntu als Adaptionsplattform für Cloud Umgebungen zu positionieren. Zudem haben sie durch Kooperationen mit OpenStack und Eucalyptus versucht ihre Präsenz im Private Cloud Umfeld zu stärken.

Es ist daher nicht überraschend, dass Canonical nun versucht, auch mit Windows Azure zu kooperieren und Ubuntu auf der Microsoft Cloud als die Linux Distribution Nr. 1 zu positionieren. Microsoft wird ebenfalls davon profitieren, indem sie einen starken Partner aus dem Linux Ökosystem an Bord haben, um damit ein wettbewerbsfähiges Angebot gegenüber den Amazon Web Services zu präsentieren.

Canonical und Microsoft kennen sich schon länger

Canonical und Microsoft sind in der Vergangenheit schon aneinander geraten. Hier jedoch eher als direkte Konkurrenten. Unter dem Titel Bug #1 erklärte Shuttleworth persönlich, dass es Ubuntus ehrgeiziges Ziel sei, Microsofts dominante Marktposition im PC Markt zu beenden. In seinem oben genannten Blogpost betont er jedoch, dass die Beziehung zu Microsoft nicht mit Ubuntus Werten in Konflikt stehen werde.

Fazit

Betrachten wir alleine die unternehmerische Seite, wird die Partnerschaft sowohl Microsoft als auch Ubuntu helfen ihre Marktpositionen im Cloud Umfeld zu stärken. Auch wenn sicherlich nicht wenige Linux Gläubige glücklich über Canonicals Entscheidung sein werden, Microsofts Cloud Angebot offiziell zu unterstützen, wird Ubuntu davon deutlich profitieren, auf einer der größten Cloud Computing Plattformen weltweit präsent zu sein. Wenn Azure zudem dabei hilft, die Ubuntu Enterprise Cloud zu stärken, könnten sich damit weitere Ressourcen und Nutzer dem Ubuntu Ökosystem anschließen. Weiterhin besteht über das ebenfalls gestern angekündigte "Windows Azure Virtual Network" die Möglichkeit, auf Basis der Ubuntu Enterprise Cloud, hybride Cloud Umgebungen mit Windows Azure aufzubauen.



Microsofts Windows Azure Active Directory steht in den Startlöchern

Identitätsmanagement und Single-Sign-On Lösungen gehören mit zu den wichtigsten Bereichen, wenn es darum geht, seine Mitarbeiter sicher und auf eine für sie komfortable Weise in der Cloud arbeiten zu lassen. Nach etwa zwei Jahren Entwicklungszeit präsentiert Microsoft nun seinen bekannten Verzeichnisdienst Active Directory für die Cloud - Windows Azure Active Directory (WAAD).

Microsoft Windows Azure Active Directory steht in den Startlöchern

Die Windows Azure Active Directory ist als mehrinstanzenfähiger Cloud Service implementiert und stellt Identitäts- und Zugriffsfunktionen für Applikationen in Windows Azure und Microsoft Office 365 bereit. Dabei baut die gesamte Office 365 Identitätsinfrastrukur bereits darauf auf, was Microsoft Distinguished Engineer Kim Cameron auf seinem Blog bestätigt. Die WAAD wird demnach derzeit überwiegend von Microsoft Office 365 und Windows Intune Nutzern eingesetzt, soll in Zukunft aber auch Entwicklern die Möglichkeit bieten, die Active Directory mit anderen SaaS Anwendungen, Cloud Plattformen, sozialen Netzwerken und Kunden zu verbinden.

Anhand des Zugriffssteuerungsdienst (Access Control Service, ACS) können Mitarbeiter mit einer einzigen Anmeldung auf sämtliche Cloud Anwendungen zugreifen, die mit dem ACS verbunden sind. Zudem soll ACS als zentrales Portal genutzt werden können, um darüber die Verwaltung sämtlicher Benutzer und Gruppen aller Cloud Anwendungen vorzunehmen. Dazu unterstützt ACS viele Webplattformen und Sprachen wie .NET, PHP, Python, Java und Ruby und bietet darüber hinaus eine direkte Integration zu bekannten Webidentitäten, darunter Windows Live ID, Google, Yahoo! und Facebook.

Viele Unternehmen werden in Zukunft den hybriden Cloud Ansatz verfolgen. Das hat auch Microsoft bei der WAAD berücksichtigt. Daher lässt sich eine bereits vorhandene lokale Active Directory um die WAAD nathlos erweitern. Dazu wird das bestehende Benutzerverzeichnis als autoritatives Benutzerverzeichnis genutzt, wodurch die Nutzer mit ihren bestehenden Konten bei den Cloud Anwendungen authentifiziert werden.

Es war nur eine Frage der Zeit und eine logische Schlussfolgern, wann Microsoft seinen beliebten Verzeichnisdienst ebenfalls in die Cloud verlagert. In Verbindung mit Office 365 scheint der Verzeichnisdienst bereits gut zu funktionieren. Ob und wie er bei den Entwicklern ankommt, werden die nächsten Monate zeigen. Allerdings hat Microsoft den Vorteil, dass sie im Unternehmensumfeld und bei den Entwicklern über eine breite Basis verfügen und sie es nur noch schaffen müssen, genau diese Basis von der Cloud zu überzeugen. Ich stelle immer wieder fest, das z.B. .NET Entwickler nicht Wissen, was Azure überhaupt ist und was sie damit machen können. Nach einer kurzen Erläuterung erkennen sie jedoch das Potential und haben Interesse sich damit weiter zu beschäftigen.



Sage migriert sein ERP zu Microsoft Azure

Wie bereits einige Anbieter wird auch Sage seine ERP Software in die Cloud verlagern und folgt damit einen stetigen Trend. Die Software wird auf der Microsoft Cloud von Windows Azure bereitgestellt und zu Beginn Sage 200 Anwendungen für Großbritannien und Sage Murano für Spanien beinhalten.

Sage migriert sein ERP zu Microsoft Azure

Beide Lösungen befinden sich gerade in der Entwicklung und werden als Pilotprojekte in den kommenden Monaten getestet. Das endgültige Release wird für das kommende Jahr erwartet. Darüber hinaus plant Sage, seine Anwendungen mit Office 365 zu integrieren. Von der Azure Infrastruktur erwartet der ERP Anbieter, dass Sage 200 und Murano in der Lage sind, mehrere tausend Kunden-Instanzen sowie zehntausend Benutzer-Interaktion zu handhaben.

Sages Ankündigung ist interessant und brisant zugleich. Durch die Migration von Sage 200 Richtung Azure wird sich die Lösung Microsoft Technologien einverleiben. Allerdings steht Microsofts Dynamics ERP in direkter Konkurrenz zu Sage im Bereich der kleinen- und mittelständischen Unternehmen und wird in Zukunft ebenfalls auf Azure verfügbar sein.


Bildquelle: http://ictk.ch#