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Chatbots Teil 2: Anbieterüberblick

Dieser Analyst View ist Teil 2 einer Serie zu dem Thema Chatbots. Bereits veröffentlicht ist Teil 1: 2017 - Das Jahr der Chatbots?

Chatbots sind einer der Top-10-Technologietrends 2017. Das haben auch alle großen  großen Player der IT-Branche erkannt und positionieren sich mit entsprechenden cloudbasierten Plattformen und APIs. Die damit einhergehenden Anwendungsmöglichkeiten sind insbesondere auch für den B2B-Einsatz zunehmend relevant (siehe auch: Bots und Assistenten – Von automatisierten Workflows & Aufgaben zur persönlichen Assistenz): Continue reading “Chatbots Teil 2: Anbieterüberblick” »





Industry First! – Wer dominiert den IT-Markt in 2025? Industriekonzerne gegen Internet-Giganten

Vor rund 10 Jahren gingen nur wenige Branchenbeobachter und CIOs davon aus, dass der Amazon-Ableger „Amazon Web Services“ in Kürze einmal ihre IT-Strategie maßgeblich beeinflussen würde. Und Marketingentscheider konnten noch nicht absehen, dass ein Großteil ihres Budgets an Facebook, Snapchat & Co. gehen würden. Die Internetfirmen der letzten Dekade haben der Corporate-IT ihren Stempel aufgedrückt und werden die Planungen, Entscheidungen und Investitionen auch in den kommenden Jahren noch maßgeblich beeinflussen. Denn die Umsetzung der Cloud-Strategien hat in vielen Unternehmen gerade erst richtig begonnen. Continue reading “Industry First! – Wer dominiert den IT-Markt in 2025? Industriekonzerne gegen Internet-Giganten” »




Online-Portale im Wandel- Digitalisierung erzwingt Ende monolithischer Strukturen

Online Portale sind die Drehscheibe der Digitalisierung. Egal ob Start Up, Medienkonzern oder Industrieunternehmen - Online Portale haben sich als zentrale Plattform für den Aufbau und Betrieb der neuen, digitalen Geschäftsmodelle etabliert. Dabei neigt sich der Lebenszyklus vieler traditioneller, monolithischer Portal-Plattformen dem Ende zu. So evaluieren derzeit rund 40 Prozent der Portal-Betreiber neue Technologien und IT-Betriebskonzepte.

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Deutschland ist auf Public Cloud Kurs

Der Bann scheint endgültig gebrochen zu sein. Das Modell Public Cloud ist auch in Deutschland nun massiv auf dem Vormarsch. Ohne Public Cloud werden sich die meisten deutschen Unternehmen schwer tun, im Zukunftsmarkt Internet of Things (IoT) ein Wörtchen mitzureden, und die eigene digitale Transformation anzustoßen. Das ist scheinbar nun auch in so manchen deutschen Chefetagen angekommen. Zumindest war der AWS Summit Berlin 2015 dafür ein guter Indikator. Continue reading “Deutschland ist auf Public Cloud Kurs” »



Infrastructure-as-a-Service (IaaS): Performance ist alles! Nicht ganz…

Während der Planung einer IT-Infrastruktur gilt es für CIOs und CTOs ständig das richtige Mittelmaß an Ressourcen zu finden, um alle Anwendungen mit ausreichend Performance zu bedienen. Gleichzeitig besteht die Herausforderung darin, die Infrastruktur nicht zu überdimensionieren und damit Kapazitäten zu verschwenden. Der übermäßige Einsatz von Infrastruktur führt zu weiteren Kosten. Werden zu wenige Ressourcen eingeplant, besteht die Gefahr von Performanceeinschränkungen oder Ausfällen.

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Im Westen nicht Neues – Amazon gibt Umsatz- und Gewinnzahlen für Cloud-Sparte „AWS“ bekannt

Mit 1,57 Milliarden USD Quartalsumsatz in seiner Cloud-Sparte AWS in Q1-2015 hat Amazon nun die Katze aus dem IaaS-Sack gelassen. Der Beweis ist erbracht, dass der Markt für Infrastructure-as-a-Service (IaaS) mittlerweile ein Multimilliarden-Dollar-Spiel ist. Und doch waren die Zahlen keine Überraschung, sondern von vielen Analysten (auch Crisp Research) schon recht genau vor vorhergesagt.

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Hallo Amazon Web Services. Willkommen in Deutschland!

Die Analysten haben es bereits von den Dächern gezwitschert.  Nun werden die bisher unbestätigten Vorabmeldungen endgültig zur Realität. Die Amazon Web Services (AWS) eröffnen mit einem Rechenzentrum in Deutschland eine neue Region (eu-central-1) speziell für den deutschen Markt und damit ihre 11. Region weltweit. Continue reading “Hallo Amazon Web Services. Willkommen in Deutschland!” »




Die Amazon Web Services greifen nach der Enterprise IT. Ein Realitätscheck.

Die AWS re:Invent 2013 ist vorbei und die Amazon Web Services (AWS) haben mit einigen neuen Services begonnen, die Hände weiter nach den Unternehmenskunden auszustrecken. Nachdem sich AWS als führender Infrastrukturanbieter und Enabler für Startups und neue Geschäftsmodelle in der Cloud etabliert hat, versucht das Unternehmen aus Seattle schon seit geraumer Zeit einen Fuß direkt in das lukrative Unternehmensumfeld zu bekommen. Aktuelle Public Cloud Marktzahlen für das Jahr 2017 von IDC (107 Milliarden Dollar) und Gartner (244 Milliarden Dollar) geben AWS Rückenwind und bestärken den IaaS Marktführer in seiner reinen Public Cloud Strategie.

Die neuen Services

Mit Amazon WorkSpaces, Amazon AppStream, AWS CloudTrail und Amazon Kinesis hat Amazon interessante neue Services präsentiert, die insbesondere Unternehmenskunden adressieren.

Amazon WorkSpaces

Amazon WorkSpaces ist ein Service, der virtuelle Desktops auf Basis von Microsoft Windows bereitstellt, mit dem sich eine eigene Virtual Desktop Infrastructure (VDI) innerhalb der Amazon Cloud aufbauen lässt. Als Basis kommt der Windows Server 2008 R2 zum Einsatz, der Desktops mit einer Windows 7 Oberfläche ausrollt. Alle Services und Applikationen werden aus Amazon Rechenzentren auf die entsprechenden Endgeräte gestreamt, wobei das PCoIP (PC over IP) von Teradici zum Einsatz kommt. Dabei kann es sich um Desktop-PCs, Notebooks, Smartphones oder Tablets handeln. Zudem lässt sich Amazon WorkSpaces mit einer Microsoft Active Directory kombinieren, was die Benutzerverwaltung vereinfacht. Standardmäßig werden die Desktops mit bekannten Anwendungen wie Firefox oder Adobe Reader/ Flash ausgeliefert. Dies lässt sich von den Administratoren beliebig anpassen.

Mit Amazon WorkSpaces betritt Amazon völlig neues Terrain, in welchem mit Citrix und VMware bereits zwei absolute Marktgrößen warten. VMware hatte erst während der VMworld in Barcelona die Übernahme von Desktone bekanntgegeben. VDI ist grundsätzlich ein sehr spannendes Marktsegment, da es die Unternehmens-IT von Administrationsaufgaben erlöst und Infrastrukturkosten reduziert. Allerdings handelt es sich hierbei um ein noch sehr junges Marktsegment. Unternehmen sind zudem noch sehr vorsichtig bei der Auslagerung ihrer Desktops, da anders als bei klassischen on-Premise Terminal Services, die Bandbreite (Netzwerk, Internet, Datenverbindung) von entscheidender Bedeutung ist.

Amazon AppStream

Amazon AppStream ist ein Service, der als ein zentrales Backend für graphisch umfangreiche Applikationen dient. Damit soll die eigentliche Leistung des Endgeräts, auf dem die Applikationen genutzt werden, keine Rolle mehr spielen, da sämtliche Ein- und Ausgaben innerhalb der Amazon Cloud verarbeitet werden.

Da die Leistung der Endgeräte in Zukunft wahrscheinlich eher noch mehr zunehmend wird, muss die lokale Leistung vermutlich nicht berücksichtigt werden. Allerdings ist der Service für den Aufbau einer echten Mobile Cloud, bei der sich sämtliche Daten und Informationen in der Cloud befinden und die Geräte lediglich als Konsumenten genutzt werden, durchaus interessant. Weiterhin ist die Kombination mit Amazon WorkSpaces zu betrachten, um Applikationen auf Endgeräte bereitzustellen, die lediglich als ThinClients dienen und keine weitere lokale Intelligenz und Leistung benötigen.

AWS CloudTrail

AWS CloudTrail hilft beim Überwachen und Aufzeichnen der AWS API Aufrufe von einem oder mehrerer Accounts. Dabei werden Aufrufe über die AWS Management Console, dem AWS Command Line Interface (CLI), von eigenen Anwendungen oder Anwendungen von Drittanbietern berücksichtigt. Die erhobenen Daten werden entweder in Amazon S3 oder Amazon Glacier zur Auswertung gespeichert und lassen sich über die AWS Management Console, dem AWS Command Line Interface oder Tools von Drittanbietern betrachten. Derzeit lassen sich nur Amazon EC2, Amazon ECS, Amazon RDS und Amazon IAM überwachen. Amazon CloudTrail kann kostenlos genutzt werden. Kosten entstehen für das Speichern der Daten auf Amazon S3 und Amazon Glacier sowie für die Benachrichtigungen über Amazon SNS.

AWS CloudTrial gehört, auch wenn er nicht sehr spannend ist (Logging), zu den wichtigsten Services für Unternehmenskunden, die Amazon in letzter Zeit veröffentlicht hat. Die gesammelten Logdateien helfen bei der Compliance, indem sie sämtliche Zugriffe auf AWS Services aufzeichnen und damit das Einhalten von gesetzlichen Rahmenbedingungen nachweisen können. Ebenso verhält es sich mit Sicherheitsaudits, bei denen sich damit Sicherheitslücken und unberechtigte oder fehlerhafte Zugriffe auf Daten nachvollziehen lassen. Amazon ist gut beraten, AWS CloudTrail schnellstmöglich über alle weiteren AWS Services zu erweitern und für sämtliche Regionen weltweit verfügbar zu machen. Insbesondere die Europäer werden es danken.

Amazon Kinesis

Amazon Kinesis ist ein Service zur Echtzeitverarbeitung von großen Datenströmen. Hierzu ist Kinesis in der Lage Datenströme beliebiger Größe aus einer Vielzahl unterschiedlicher Quellen zu verarbeiten. Die Steuerung erfolgt aus der AWS Management Console, indem sich einer Anwendung unterschiedliche Datenströme zuweisen und darüber speichern lassen. Auf Grund von Amazons massiver Skalierbarkeit bestehen keine Kapazitätsbegrenzungen. Allerdings werden die Daten automatisch auf die weltweiten Amazon Rechenzentren verteilt. Als Use Cases für Kinesis gelten die üblichen Verdächtigen: Finanzdaten, Social Media sowie Daten aus dem Internet of Things/ Everything (Sensoren, Maschinen usw.).

Der eigentliche Vorteil von Kinesis, als Big Data Lösung, besteht in der Echtzeitverarbeitung von Daten. Gängige Standard-Lösungen am Markt verarbeiten die Daten via Batch, wodurch die Daten niemals zum direkten Zeitpunkt, sondern maximal ein paar Minuten später verarbeitet werden können. Kinesis hebt diese Barriere auf und ermöglicht neue Möglichkeiten zur Auswertung von Live-Daten.

Herausforderungen: Public Cloud, Komplexität, Self-Service, "Lock-in"

Schaut man auf die aktuellen AWS Referenzen, ist die Quantität als auch die Qualität beeindruckend. Schaut man genauer hin, handelt es sich bei den Top-Referenzen allerdings weiterhin um Startups, unkritische Workloads oder komplett neue Entwicklungen die dort verarbeitet werden. Das bedeutet, dass die meisten bestehenden IT-Systeme, um die es tatsächlich geht, sich noch gar nicht in der Cloud befinden. Das hängt neben den Bedenken vor dem Kontrollverlust und Compliance Themen damit zusammen, dass das Scale-out Prinzip es für Unternehmen beliebig kompliziert macht, ihre Anwendungen und Systeme in die AWS-Cloud zu migrieren. Am Ende läuft es darauf hinaus, dass sie von Vorne beginnen müssen, da ein nicht verteilt entwickeltes System nicht so funktioniert, wie es auf einer verteilten Cloud Infrastruktur laufen sollte - Stichworte: Skalierbarkeit, Hochverfügbarkeit, Multi-AZ. Das sind Kosten die nicht unterschätzt werden sollten. Das führt dazu, dass selbst die Migration eines vermeintlich einfachen Webshops zu Herausforderungen für Unternehmen werden, die nicht über die Zeit und das notwendige Cloud-Wissen verfügen, um den Webshop für die (Scale-out) Cloud Infrastruktur neu zu entwickeln.

Hinzu kommt, dass sich die Skalierbarkeit und Verfügbarkeit einer Applikation auf der AWS Cloud nur sauber realisieren lässt, wenn man sich an die Services und APIs hält, mit denen dies sichergestellt wird. Weiterhin stehen viele weitere infrastrukturnahe Services zur Verfügung bzw. werden ständig veröffentlicht, die das Leben für den Entwickler sichtlich einfacher machen. Der Lock-in ist damit vorprogrammiert. Zwar bin ich auf dem Standpunkt, dass ein Lock-in nichts Schlechtes sein muss, solange der Anbieter die gewünschten Anforderungen erfüllt. Dennoch sollte sich ein Unternehmen vorher überlegen, ob diese Services tatsächlich zwingend benötigt werden. Virtuelle Maschinen und Standard-Workloads lassen sich relativ einfach umziehen. Bei Services, die sehr nah in die eigene Applikationsarchitektur eingreifen, sieht es anders aus.

Zum Schluss. Auch wenn einige Marktforscher der Public Cloud eine goldende Zukunft prophezeien, sollte man die Zahlen nicht zu sehr auf die Goldwaage legen. Cloud Marktzahlen werden schon seit Jahren immer mal wieder nach unten korrigiert. Außerdem muss man im Einzelfall betrachten, wie sich diese Zahlen tatsächlich zusammensetzen. Aber darum geht es hier nicht. Am Ende des Tages geht es darum, was der Kunde will. Andy Jassy hat auf der re:Invent noch einmal deutlich gemacht, dass Amazon AWS konsequent auf die Public Cloud setzen wird und in keine eigenen Private Cloud Lösungen investieren wird. Man kann dies nun als Arroganz und Ignoranz gegenüber den Kunden, dem puren Willen nach Disruption oder einfach nur Selbstbestätigung interpretieren. Fakt ist, auch wenn Amazon wohl die Private Cloud für die CIA bauen wird, haben sie bei weitem nicht die Ressourcen und Kenntnisse, um als Softwareanbieter am Markt aufzutreten. Amazon AWS ist ein Service-Anbieter. Allerdings haben sie mit Eucalyptus einen starken Verbündeten auf der Private Cloud Seite, der es ermöglicht eine AWS-ähnliche Cloud Infrastruktur im eigenen Rechenzentrum aufzubauen.

Anmerkung hierzu: Nahezu alle Eucalyptus Kunden sollen ebenfalls AWS Kunden sein (Quelle: Eucalyptus). Das bedeutet im Umkehrschluss, dass einige Hybrid Cloud Infrastrukturen zwischen on-Premise Eucalyptus Infrastrukturen und der Amazon Public Cloud bestehen.

Vorteile: AWS Marketplace, Ökosystem, Enabler, Innovationstreiber

Was bei den ganzen Diskussionen um Amazon AWS und Unternehmenskunden leider immer wieder kläglich vergessen und auch von Amazon viel zu wenig beworben wird, ist der AWS Marketplace. Im Vergleich zu der Cloud Infrastruktur, die Kunden nutzen können, um eigene Lösungen zu entwickeln, bietet der Marketplace voll funktionsfähige Softwarelösungen von Partnern (z.B. SAP), die auf der AWS Infrastruktur automatisch ausgerollt werden können. Die Kosten für die Nutzung der Software werden pro Stunde oder pro Monat abgerechnet. Hinzu kommen die AWS Gebühren für die dafür benötigte Infrastruktur. Hier steckt der eigentliche Mehrwert für Unternehmen, ihre bestehenden Standardsysteme bequem in die Cloud auszulagern und sich von den on-Premise Systemen zu trennen.

Man muss bei den Amazon Web Services daher strikt zwischen der Nutzung von Infrastruktur für die Eigenentwicklung und dem Betrieb von fertigen Lösungen trennen. Beides ist in der der Amazon Cloud möglich. Hinzu kommt das Ökosystem von Partnern und Systemintegratoren, die AWS Kunden dabei helfen, ihre Lösungen zu entwickeln. Denn auch wenn AWS selbst (derzeit noch) ein reiner Infrastruktur Anbieter ist, müssen sie gleichermaßen als Plattform für andere Anbieter und Partner verstanden werden, die darauf ihre Geschäfte betreiben. Darin besteht auch der maßgebliche Erfolg und Vorteil gegenüber anderen Anbietern am Markt und wird langfristig die Attraktivität bei den Unternehmenskunden erhöhen.

Hinzu kommt, dass Amazon der absolute Innovationstreiber in der Cloud ist, dem kein anderer Cloud-Anbieter derzeit technologisch das Wasser reichen kann. Dazu bedarf es keiner re:Invent. Stattdessen zeigt sich dies nahezu jeden Monat von Neuem.

Amazon AWS ist - bedingt - tauglich für die Enterprise IT

Je nach Land und Use Case variieren die Anforderungen, die Amazon für Unternehmen erfüllen muss. Europäische Kunden sind hier meist bedachter mit der Datenhaltung und speichern die Daten lieber im eigenen Land. Ich saß schon mit mehr als einem Kunden zusammen, der technisch überzeugt war aber das Speichern der Daten in Irland nicht in Frage kam. In einigen Fällen ist es aber auch die fehlende Einfachheit der Nutzung. Das bedeutet, dass ein Unternehmen seine bestehende Anwendung oder Webseite nicht für die Amazon Infrastruktur (neu) entwickeln möchte. Gründe hierfür sind die fehlende Zeit und das Wissen um dies umzusetzen, was gleichzeitig zu einen längeren Time to Market führen würde. Beides lässt sich auf die Komplexität zurückführen, um auf den Amazon Web Services Skalierbarkeit und Verfügbarkeit zu erreichen. Es sind nun einmal nicht nur ein paar API-Aufrufe. Stattdessen muss die vollständige Architektur auf die AWS Cloud ausgerichtet werden. In Amazons Fall liegt es insbesondere an der horizontalen Skalierung (scale-out) die dies erforderlich macht. Die Unternehmen würden lieber die vertikale Skalierung (scale-up) bevorzugen, um das bestehende System 1:1 migrieren zu können und nicht von vorne zu beginnen, sondern direkt in der Cloud Erfolge zu erzielen.

Die AWS Referenzen zeigen allerdings auch, dass ausreichend Use Cases für Unternehmen in der Public Cloud existieren, bei denen die Datenhaltung eher als unkritisch betrachtet werden kann, solange die Daten vorher klassifiziert und anschließend verschlüsselt abgelegt werden.

Analysten Kollege Larry Carvalho hat sich auf der re:Invent mit ein paar AWS Unternehmenskunden unterhalten. Ein Kunde hat eine gehostete Webseite auf AWS für weniger als $7.000 Dollar implementiert, wofür ein anderer Systemintegrator $70.000 berechnen wollte. Ein anderer Kunde hat ausgerechnet, dass er für eine on-Premise Business Intelligence Lösung inkl. Wartung etwa $200.000 pro Jahr zahlen würde. Auf Amazon AWS lediglich $10.000 pro Jahr. Diese Beispiele zeigen, dass AWS auf der einen Seite ein Enabler ist. Auf der anderen Seite aber auch, dass die Sicherheitsbedenken in einigen Fällen den Kosteneinsparungen in den Unternehmen weichen werden.



AWS Activate. Startups. Marktanteile. Noch Fragen?

Startups sind die Grundlage für den Erfolg der Amazon Web Services (AWS). Mit ihnen ist der IaaS-Marktführer groß geworden. Anhand einer offiziellen Initiative baut AWS diesen Zielkundenmarkt weiter aus und wird die restlichen IaaS-Anbieter damit weiter im Regen stehen lassen. Denn von deren Seite, mit Ausnahme von Microsoft und Rackspace, passiert nichts.

AWS Activate

Es ist kein Geheimnis das AWS sich gezielt die Gunst der Startups "erkauft". Abgesehen von dem attraktiven Service Portfolio haben Gründer, die von Accelerator unterstützt werden, AWS Credits im zweistelligen Bereich erhalten, um ihre Ideen auf der Cloud Infrastruktur zu starten.

Mit AWS Activate hat Amazon nun ein offizielles Startup-Programm gestartet, um als Business-Enabler für Entwickler und Startups zu dienen. Dieses besteht aus dem "Self-Starter Package" und dem "Portfolio Package".

Das Self-Starter Package richtet sich an Startups, die ihr Glück auf eigene Faust versuchen und beinhaltet das bekannte kostenlose AWS-Angebot, welches jeder Neukunde in Anspruch nehmen kann. Hinzu kommen ein AWS Developer Support für einen Monat, "AWS Technical Professional" Training und ein vergünstigter Zugriff auf Lösungen von SOASTA oder Opscode. Das Portfolio Package ist für Startups die sich in einem Accelerator Programm befinden. Diese erhalten AWS Credits im Wert zwischen 1.000 Dollar und 15.000 Dollar sowie ein Monat bis ein Jahr kostenlosen AWS Business Support. Hinzu kommen "AWS Technical Professional" und "AWS Essentials" Trainings.

Noch Fragen wegen der hohen Marktanteile?

Angesichts dieser Initiative werden die Amazon Web Services auch in Zukunft alleine weiter vorne weglaufen. Mit Ausnahme von Microsoft, Google und Rackspace, positioniert sich nur AWS als Plattform für Nutzer, die dort ihre eigenen Ideen umsetzen können. Alle anderen Anbieter umarmen lieber Unternehmenskunden, die eher zögerlich auf den Cloud Zug aufspringen und bieten bei weitem nicht die Möglichkeiten einer AWS Cloud Infrastruktur. Anstatt das Portfolio auf Cloud-Services auszulegen, wird stattdessen mit Rechenleistung und Speicherplatz versucht auf Kundenfang zu gehen. Dabei hat Infrastruktur aus der Cloud mehr zu bedeuten als nur Infrastruktur.



ProfitBricks eröffnet Preiskampf mit den Amazon Web Services für Infrastructure-as-a-Service

ProfitBricks macht ernst. Das Berliner Infrastructure-as-a-Service (IaaS) Startup geht mit einer harten Kante gegen die Amazon Web Services vor und reduziert seine Preise sowohl in den USA als auch in Europa um 50 Prozent. Weiterhin hat der IaaS-Anbieter einen Vergleich vorgelegt, der zeigt, dass die eigenen virtuellen Server eine mindestens doppelt so hohe Performance haben sollen als die der Amazon Web Services und Rackspace. Damit versucht sich ProfitBricks über den Preis als auch über die Leistung von den US-amerikanischen Top Anbietern zu diversifizieren.

Die Preise für Infrastructure-as-a-Services sind noch viel zu hoch

Einhergehend mit der Ankündigung zeigt sich CMO Andreas Gauger entsprechend angriffslustig. „Wir haben den Eindruck, dass die regelrecht als Marktbeherrscher auftretenden Cloud Unternehmen aus den USA ihre Marktmacht für zu hohe Preise missbrauchen. Sie muten den Unternehmen bewusst undurchsichtige Tarifmodelle zu und verkünden regelmäßig punktuelle Preissenkungen, um den Eindruck einer Preisdegression zu wecken“, so Gauger.

ProfitBricks hat sich daher das Ziel gesetzt, den IaaS-Markt über den Preis von hinten aufzurollen und technische Innovationen und damit für einen Anbieter enstehende Kosteneinsparungen auch direkt und merkbar an den Kunden durchzureichen.

Bis zu 45 Prozent günstiger als Amazon AWS

ProfitBricks positioniert sich sehr deutlich gegen Amazon AWS und zeigt zwei Preisvergleiche. Kostet eine M1 Medium Instanz mit 1 Core, 3,75 GB RAM und 250 GB Block Storage bei Amazon AWS 0,1291 Euro pro Stunde bzw. 93,15 Euro pro Monat, enstehen bei ProfitBricks hierfür Kosten von 0,0694 EUR pro Stunde bzw. 49,95 Euro pro Monat. Eine Einsparung von 45 Prozent.

Werden 1 Core, 8 GB RAM und 1.000 GB redundanter Storage benötigt, ist der Unterschied noch größer. Die Kosten für eine M1 XLarge Instanz mit 4 Cores, 15 GB RAM und 1.680 GB temporärem Storage inkl. 1.000 GB Block Storage belaufen sich bei Amazon pro Monat auf 372,62 Euro. Bei ProfitBricks würden für die exakt geforderten Anforderungen 130,22 Euro pro Monat entstehen. Dabei handelt es sich um eine Einsparung von 65 Prozent pro Server.

Diversifikation allein über den Preis ist schwierig

Sich als IaaS-Anbieter alleine über den Preis zu diversifizieren ist schwierig. Wir erinnern uns, Infrastruktur ist Commodity und vertikale Services sind die Zukunft der Cloud, mit denen der Kunde einen Mehrwert erhält.

Auf diesem Weg dem IaaS Platzhirsch die Stirn zu bieten ist mutig und wirkt sehr tollkühn. Allerdings sollte man eines nicht vergessen. Als Hosting-Experten der ersten Stunde werden Andreas Gauger und Achim Weiß die Zahlen rund um ihre Infrastruktur validiert haben und suchen mit dieser Aktion sicherlich nicht den kurzen Ruhm. Es bleibt daher abzuwarten wie Amazon AWS und die anderen IaaS-Anbieter auf diesen Schlag reagieren werden. Denn ProfitBricks zeigt mit dieser Preisreduzierung, dass Kunden Infrastruktur tatsächlich deutlich günstiger bekommen können, als es derzeit der Fall ist.

Etwas sollte man als IaaS-Nutzer bei dieser Preisdiskussion allerdings nicht aus den Augen verlieren. Neben den Preisen für Rechenleistung und Speicherplatz - die immer wieder hochgehalten werden - gibt es weitere Faktoren zu berücksichtigen, die den Preis bestimmen und welche immer erst am Ende des Monats wirklich in Erinnerung gerufen werden. Dazu gehören die Kosten für den Datentransfer in die Cloud hinein und aus der Cloud heraus sowie Kosten für anderweitige Services die um die Infrastruktur herum angeboten und pro API Aufruf berechnet werden. Da fehlt in mancher Hinsicht die Transparenz. Weiterhin ist ein Vergleich der unterschiedlichen IaaS-Anbieter nur schwierig darzustellen, da viele mit unterschiedlichen Einheiten, Konfigurationen und/oder Paketen arbeiten.