SAP HANA: In-Memory-Datenbanktechnologien setzen zum Siegeszug an

Die Transformation ins digitale Zeitalter bringt die IT in vielen Unternehmen an ihre Grenzen. Steigende Datenvolumina und neue Datenquellen bieten die Möglichkeit zusätzliche Wertschöpfung zu generieren. Mit der herkömmlichen IT-Infrastruktur erscheint dies aber schwierig. Sind In-Memory-Datenbanktechnologien wie SAP HANA das Allheilmittel?

Die Digitalisierung führt zu einem ständig wachsenden Datenaufkommen und erhöhten Anforderungen in Sachen Geschwindigkeit. Auch führt diese zu immer neuen Anwendungen, Workloads und Daten. Diese neue Welt hat aber auch ganz andere Anforderungen in Bezug auf Agilität und Flexibilität. Im Zuge dieser Veränderungen teilt sich die Corporate IT zunehmend in zwei Welten: die sogenannte Static IT und die Dynamic IT. Waren die Unternehmen zuvor darauf ausgelegt, Unternehmensanwendungen stabil und auf einen weiten Planungshorizont zu betreiben (Static IT), so müssen sie sich nun auf Innovationen und Geschwindigkeiten, also eine neue Generation an Anwendungen, einstellen (Dynamic IT). Somit ist es erforderlich, die beiden Welten in eine hybride Umgebung zu vereinen, um sowohl die rechtlichen Rahmenbedingungen einzuhalten und gleichzeitig die Innovationsstärke des Unternehmens beizubehalten. Dies hinterlässt natürlich auch Spuren bei den Datenbanktechnologien.

Während herkömmliche Datenbanksysteme im Umfeld der Dynamic IT schnell an ihre Grenzen stoßen, ist die In-Memory-Datenbank auf dem besten Weg zum neuen Standard für diese zu werden. Im Vergleich zu anderen Datenbanktechnologien sind diese in der Lage die Datenverarbeitungen direkt im deutlich schnelleren Arbeitsspeicher auszuführen und bieten somit das Potenzial Prozesse zu beschleunigen und die Performance zu erhöhen. Die wohl bekannteste In-Memory-Technologie ist SAP HANA, die seit 2010 offiziell am Markt existiert, und sich in den vergangenen Jahren zum Kernprodukt des SAP-Portfolios entwickelt hat.

Vor diesem Hintergrund hat die Crisp Research AG im Auftrag der MT AG im September 2015 im Rahmen der Studie ‚,SAP HANA – Die neue Schaltzentrale digitaler und geschäftskritischer Workloads“ 200 IT-Entscheider befragt, welche Rolle SAP HANA in diesem neuen Markt einnimmt und welche Strategien, Ziele und Herausforderungen derzeit die Unternehmen und Entscheider in diesem Kontext beschäftigen.

Technologiewechsel auf Datenbankebene

Fakt ist: Klassische Datenbanksysteme sind immer noch vorherrschend, denn 63 Prozent der Befragten IT-Entscheider setzen in ihrem Unternehmen den Microsoft SQL Server ein, gefolgt von Oracle Datenbanken mit 60 Prozent. Wird allerdings der Zustand und die Leistungsfähigkeit der herkömmlichen Datenbanken im Zusammenhang auf die steigenden Herausforderungen der Anwender betrachtet, wird deutlich, dass diese die zukünftigen Anforderungen weitgehend nicht mehr erfüllen können. Somit sind nur wenige Unternehmen hinsichtlich ihrer Datenbanken für das digitale Zeitalter gerüstet.

Um sich auf die Digitalisierung und die steigenden Herausforderungen vorzubereiten und die gesamte IT-Architektur hinsichtlich Agilität und Performance zu optimieren, evaluieren über 42 Prozent der Befragten den Einsatz von In-Memory-Datenbanktechnologien. Demzufolge bahnt sich ein Technologiewechsel auf der Datenbankebene an, denn die In-Memory-Datenbanktechnologien sind auf dem besten Weg die altbewährten Datenbanken-Systeme zu verdrängen.

Neben SAP haben aber natürlich auch die großen globalen Datenbank-Spezialisten wie Microsoft, IBM oder Oracle längst In-Memory-Datenbanken im Portfolio. Hingegen startet SAP mit SAP HANA direkt mit einer In-Memory-Lösung in das Datenbankgeschäft, die bereits von knapp 4 Prozent der Unternehmen in Deutschland produktiv eingesetzt wird. Das Kräfteverhältnis der konkurrierenden Anbieter in Bezug auf die Nutzung bei ERP-Systemen ist allerdings reziprok. Hier gibt SAP den Ton an – insgesamt nutzt mehr als jedes zweite befragte Unternehmen (56 Prozent) ein ERP System von SAP, während Oracle als größter Konkurrent nicht mehr als 13 Prozent der befragten Unternehmen mit seinen ERP Systemen ausstattet.

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Ziele und Use Cases von SAP HANA

SAP HANA ist für deutsche Unternehmen vor allen Dingen ein Business-Enabler. So versprechen sich von dieser Technologie mehr als die Hälfte der befragten Entscheider (53 Prozent) eine Beschleunigung der Unternehmensprozesse. Technologische Ziele wie die Migration der Datenbanken oder die allgemeine Reduktion der IT-Komplexität stehen an zweiter Stelle.

So wurden IT-nahe Ziele wie die Migration der Datenbanken auf schnellere In-Memory-Technologien von 31 Prozent der Befragten als Ziel angegeben. Weitere 26 Prozent der Befragten wollen SAP HANA in Zukunft als Integrationsplattform nutzen. Bemerkenswert ist darüber hinaus auch, dass knapp 13 Prozent der befragten Entscheider angegeben haben, dass sie mit dem Produktportfolio und dessen Lizenzpolitik von Oracle nicht zufrieden seien und daher einen Anbieterwechsel forcieren. Für diese Unternehmen hat sich die Chance des Wechsels erst jetzt ergeben, denn in der Zeit vor SAP HANA waren die relationalen Datenbanken von Oracle praktisch ohne Alternative die einzige Option. Erst jetzt, nachdem auch SAP eine kompatible und womöglich bessere Datenbank-Lösung bietet, die zusätzlich gemeinsam mit den ERP- und CRM-Systemen von einem Anbieter ausgeliefert wird, haben die Unternehmen eine echte Wahl. Und offenbar wollen viele Unternehmen ihre Wechselchance schnellstmöglich wahrnehmen und hoffen dabei auf eine Verbesserung der Ist-Situation.

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Selbst wenn bislang SAP HANA noch eher selten produktiv eingesetzt wird, so messen doch viele Firmen der In-Memory-Plattform eine signifikante strategische Bedeutung bei, um der steigenden Informationsflut und den stetig wachsenden Anforderungen an Geschwindigkeit und Performance gerecht zu werden.

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