Platform as a Service: Chancen & Risiken für ISVs

Unternehmen in der IT-Branche sind ständig mit neuen Trends und Technologien konfrontiert. Die Herausforderung besteht darin, Trends von wirklich disruptiven Veränderungen zu unterscheiden. Dies gilt in besonderem Maße für Software-Hersteller, denn in den meisten Fällen bedeutet hier ein Technologie-, Plattform- oder Architekturwechsel eine massive Investition und damit einhergehend ein hohes Risiko.

Mittlerweile ist allerdings jedem innerhalb der IT-Branche klar, dass Cloud Computing und SaaS kein kurzfristiger Trend, sondern ein Paradigmen-Wechsel sind. So weit so gut. Dennoch tut sich bis heute das Gros der deutschen Softwarehäuser schwer mit der Transformation hin zu einem Cloud- beziehungsweise SaaS-Modell. Dies hat sehr vielfältige Gründe.

Grundlage ist eine empirische Untersuchung des derzeitigen Planungsstands deutscher ISVs und Softwarehäuser zum Thema Platform-as-a-Service. Crisp Research hat im Auftrag von Pironet NDH 83 deutsche Softwarehäuser im Zeitraum von Februar bis April 2014 zu diesem Thema befragt.

„Aufwand und Investitionen für den Einsatz von Cloud Computing erscheinen auf den ersten Blick sehr hoch. Dennoch ist die Cloud die passende Antwort auf den Wunsch nach Beschleunigung und Flexibilisierung der Entwicklungsprozesse.“

Hemmnisse für die Transformation

Geht es um die Cloud haben deutsche Softwarehäuser und ISVs die größten Bedenken mit dem Betrieb einer SaaS- bzw. Cloud-Applikation. So verfügen die meisten Software-Anbieter nicht über eigene RZ-Kapazitäten und auch nicht über das notwendige Betriebs-Know-How. Für 62 Prozent der Befragten gehört der damit in Verbindung stehende Aufwand zu den größten Hemmnissen bei der Umsetzung der Strategie.

Dicht darauf folgen Investitionen, die für eine Neuentwicklung (59 Prozent) notwendig sind.Die Kapitaldecke mittelständischer Software-Anbieter ist traditionell dünn und somit ist es für viele Unternehmen schwierig die notwendige Finanzierung zu stemmen.

In Deutschland stehen die Themen Datenschutz und Datensicherheit ganz oben auf der Agenda von CIOs und IT-Leitern. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass die Software-Hersteller ihren zögerlichen Kurs in Richtung Cloud Computing mit den Bedenken der Anwender begründen. Genau wie in der Realität der Diskussion gibt es auch im Rahmen dieser Befragung keine augenscheinliche Unterscheidung von Datenschutz und Datensicherheit, beide Werte liegen auf ähnlichem Niveau (39 Prozent vs. 37 Prozent).

Crisp Research_Bedenken PaaS

Auffällig ist, dass jedes fünfte befragte Unternehmen (20 Prozent) seine ablehnende Haltung mit mangelnder Nachfrage auf der Kundenseite begründet. Die Realitäten im Markt haben gezeigt, dass sich das sehr schnell ändern kann – und vielfach auch schon geändert hat.

Zusammenfassend muss konstatiert werden, dass vor allem zwei Themen den Softwareanbietern Kopfschmerzen bereiten. Der Betrieb von Cloud- beziehungsweise SaaS-Lösungen und die Investitionen in die Neu-Entwicklung.

Für weitere Informationen zum Thema steht Ihnen die Studie zum kostenlosen Download unter http://www.pironet-ndh.com/PaaS_Trendstudie+...+Softwareherstellern zur Verfügung.

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Über den Autor:

Senior Analyst & CEO

Carlo VeltenDr. Carlo Velten ist CEO des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research AG. Seit über 15 Jahren berät Carlo Velten als IT-Analyst namhafte Technologieunternehmen in Marketing- und Strategiefragen. Seine Schwerpunktthemen sind Cloud Strategy & Economics, Data Center Innovation und Digital Business Transformation. Zuvor leitete er 8 Jahre lang gemeinsam mit Steve Janata bei der Experton Group die „Cloud Computing & Innovation Practice“ und war Initiator des „Cloud Vendor Benchmark“. Davor war Carlo Velten verantwortlicher Senior Analyst bei der TechConsult und dort für die Themen Open Source und Web Computing verantwortlich. Dr. Carlo Velten ist Jurymitglied bei den „Best-in-Cloud-Awards“ und engagiert sich im Branchenverband BITKOM. Als Business Angel unterstützt er junge Startups und ist politisch als Vorstand des Managerkreises der Friedrich Ebert Stiftung aktiv.