Performance König Amazon? – AWS hängt Azure und Rackspace beim Datentransfer ab!

Sollen Daten aus dem Storage Service der Amazon Cloud zu Mittbewerbern wie Windows Azure und Rackspace übertragen werden, dauert dieser Vorgang 10 mal länger als der Transfer von Azure und Rackspace in die Amazon Cloud, das ergaben Testergebnisse des Speicherhersteller Nasuni.

Performance König Amazon?

Nasuni führte dazu fünf Testreihen durch, bei der in jedem Fall 12TB an Daten zwischen zwei Cloud Services übertragen wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Datenübertragung von Amazon S3 zu Azure oder Rackspace deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als die Übertragung der Daten vom Mittbewerb in die Amazon Cloud. So dauert bspw. der Transfer von 12TB Daten von Amazon zu Azure 40 Stunden, wohingegen dieselbe Datenmenge von Azure zu Amazon nur 4 Stunden benötigt.

Der Transfer von Rackspace in Richtung Amazon benötigte 5 Stunden. Die Übertragung von Amazon zu Rackspace hingegen fast eine Woche. Der Transfer zwischen zwei Amazon Buckets dauerte 4 Stunden. Die Tests beschränkten sich dabei nur auf den Transfer zwischen Public Cloud Anbietern und nicht zwischen dem Rechenzentrum eines Nutzers und einem der genannten Cloud Services bzw. dem Rücktransfer von einem Public Cloud Anbieter in das eigene Rechenzentrum.

Die Testergebnisse variieren zudem von der Tageszeit und der Anzahl der für den Datentransfer eingesetzten Rechner. Dennoch zeigen die Ergebnisse den kleinsten zeitlichen Horizont, den es benötigt, um 12TB zu transferieren.

Im Folgenden sind die Ergebnisse zu finden, die zeigen, wie lange es benötigt 12TB an Daten zwischen den einzelnen Cloud Anbietern zu übertragen.

  • Amazon S3 zu Amazon S3 “Bucket”: 4 Stunden
  • Amazon S3 zu Windows Azure: 40 Stunden
  • Amazon S3 zu Rackspace: Knapp eine Woche
  • Microsoft Windows Azure zu Amazon S3: 4 Stunden
  • Rackspace zu Amazon S3: 5 Stunden

Ergebnisse des Cloud Storage Performance Tests.

Ergebnisse des Cloud Storage Performance Tests.

Nasuni kommt zu dem Ergebnis, dass die Hauptprobleme derzeit bei den Schreibvorgängen, also dem Speichern der Daten, in der Cloud liegen. Alle Datenübertragungen Richtung Amazon S3 betrugen zwischen 4 und 5 Stunden, wohingegen das Schreiben Microsoft Windows Azure und Rackspace erheblich länger dauerte.

Gründe für die langsame Amazon-zu-Azure Migration sieht Nasuni darin begründet, dass die Tests das Daten-Limit von Windows Azure erreicht haben könnten. Woran es genau liegt, darauf hat Nasuni keine Antwort. Es könnte an langsamen eingehenden Netzwerkverbindungen aber auch an einer technologischen Beschränkung liegen.

Aussagen von Microsoft bzgl. der Performance Unterschiede gibt es laut Nasuni bisher nicht. Jedoch bemerkte Nasuni bei Amazon S3 keine Performance Einschränkungen und führt die Leistungen auf die Architektur oder Bandbreite von Azure zurück.

Während der Migration von Amazon zu Rackspace bemerkte Nasuni ebenfalls eine schwache eingehende Datentransferrate und zieht hier Rückschlüsse auf eine schlechte Performance bei anderen OpenStack basierten Clouds, da auch Rackspace den Open Source Cloud Stack einsetzt und das Projekt massiv unterstützt.


Bildquelle: http://wikimedia.org, http://blogspot.com/

  • Peter Ziernstein

    Scheint als ob ausgehender Traffic bei AWS nicht allzu priorisiert wird. Speziell nach Amerika (Rackspace) scheinen die schlecht angebunden zu sein, das Azure Rechenzentrum steht ja nicht weit von Amazon entfernt. Warum testet der selbst ernannte Cloud Performance Tester Nasuni nicht im Vergleich den Rücktransfer in ein unabhängiges Rechenzentrum?

    Warum es die Unterschiede gibt kann sich der Speicherhersteller auch nicht erklären. Evtl. sollten die auch einfach bei ihrer Kernkompetenz bleiben? Ließt sich alles irgendwie erkauft, hat AWS Speicher geordert? 😉

    • Im ersten Moment hatte ich auch vermutet, dass Amazon den ausgehenden Traffic zum Mitbewerb drosselt. Zumindest lassen diese Ergebnisse darauf schließen. Daher wäre es sehr sehr interessant zu sehen, wie denn jeweils die Transferrate zwischen Rackspace und Azure aussieht. Damit hätte man einen richtigen Vergleich.

      Allerdings habe ich schon mehrere Klagen bzgl. der Schreibzugriffe bei den Cloud Anbietern gehört, egal ob Amazon, Rackspace oder Azure.

  • Simon Schröder

    Mal dumm gefragt :D. Ich nutze die Amazon Cloud für meinen Blog, bin aber mit der Leistungssteigerung bezgl. der Geschwindigkeit noch nicht zufrieden. Wobei mir auch nicht wirklich klar ist, welcher Anbieter nun für CDN der Beste im Euro-Raum ist und was es genu für Techniken gibt. Kannst Du mir eine Empfehlung aussprechen? 🙂