OpenStack und Co. – Veni, vedi, vici

Die Mehrheit der deutschen Unternehmen hat Open-Source-Technologien auf der Agenda, gerade dann, wenn es um den Aufbau von Cloud Computing Infrastrukturen geht. Insbesondere OpenStack hat sich zum zentralen Baustein im Rahmen des Aufbaus von Private Cloud Infrastrukturen entwickelt. Für Anwender stehen dabei vor allen Dingen Kosten und Kontrolle über die eigenen Cloud Infrastrukturen im Vordergrund. Im Windschatten der steigenden OpenStack Adaption gelangen auch weitere Cloud-Open-Source-Technologien, wie zum Beispiel Platform-as-a-Service, Container und Serverless Infrastructure in die Unternehmen.

Im Rahmen einer Studie von Crisp Research „OpenStack als Basis für offene Cloud-Architekturen“  im Auftrag von IBM wurden 380 deutsche Unternehmensentscheider sowohl hinsichtlich ihrer allgemeinen Cloud Strategie als auch dem derzeitigen und zukünftig geplanten Einsatzgrad von OpenStack und weiteren Open-Source-Technologien, wie z.B. Container-Technologien, Platform-as-a-Service und Serverless Infrastructure, befragt.

OpenStack: Hintergrund und Community

Während OpenStack zu Beginn nur bei Start-Ups, wenigen Service Providern und einigen Forschungsunternehmen bekannt war, so ist es innerhalb der letzten sechs Jahre zu einer weltweiten Community herangewachsen. Diese besteht aus über 50.000 Mitgliedern, weltweit über 182 Länder verteilt. Unterstützt wird das OpenStack Projekt von 604 Unternehmen, die gemeinsam mit den Mitgliedern in sechs Kernprojekten und 13 Sub-Projekten an der kontinuierlichen Weiterentwicklung von OpenStack arbeiten. Weitere interessante Zahlen und Fakten aus sechs Jahren OpenStack:

  • 104 Produkte im Marketplace
  • 38 OpenStack powered Products
  • 5,2+ Millionen kumulative Kontributionen

Im April 2016 ist mit „Mitaka“ das 13. Release erschienen. Für Oktober 2016 ist mit „Newton“ Nummer 14 geplant.

OpenStack in großen (deutschen) Anwenderunternehmen

Neben den Mitgliedern in der Community gibt es mittlerweile auch zahlreiche erfolgreiche Projekte von globalen Anwenderunternehmen, die OpenStack als Infrastrukturbasis installiert haben. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Bloomberg
  • Walmart
  • CERN
  • Disney
  • eBay

Diese Beispiele zeigen die weltweite Verbreitung von OpenStack im Rahmen des Aufbaus von offenen Private Cloud Infrastrukturumgebungen im Unternehmensumfeld. Aber auch deutsche Firmen haben das Potential von OpenStack für ihre offene Cloud-Strategie der Zukunft erkannt. Zu den deutschen Anwendern von OpenStack zählen neben Galeria Kaufhof die Metro AG und Volkswagen:

  • Galeria Kaufhof: Das Unternehmen setzt auf ein OpenStack-as-a-Service, um seinen Webshop zu betreiben.
  • Volkswagen: Zukünftig sollen im Konzern alle neuartigen (Cloud-nativen) Anwendungen auf OpenStack betrieben werden.
  • SAP: Für SAP ist OpenStack zum Infrastrukturstandard sämtlicher Rechenzentren weltweit aufgestiegen und ist somit ein strategisches Thema für das Unternehmen.

OpenStack als Basis für weitere Open-Source-Technologien

Auch wenn OpenStack große Verbreitung in Unternehmen gefunden hat und theoretisch das Potential dazu besitzt, wird sich das Projekt laut Community nicht über eine Infrastrukturplattform hinaus zu einem vollständigen offenen Cloud-Stack entwickeln. Stattdessen sieht die OpenStack Foundation ihre Plattform als „Integrations-Engine“ und will in Zukunft verstärkt mit anderen Open-Source-Communities zusammenarbeiten. Das heißt, dass alle Innovationen oberhalb der Infrastruktur-Ebene durch Technologiepartner ermöglicht werden und die Community keinen direkten Einfluss darauf haben wird. Vor allem die Open-Source-Technologien Platform-as-a-Service (PaaS), Container und Serverless Infrastructure sind zukünftig bei Unternehmensentscheidern auf der Agenda zu finden und können mit der Infrastrukturplattform OpenStack integriert werden.

opensource

Quelle: Crisp Research AG, 2016

  • Platform-as-a-Service (PaaS): Diese Technologie repräsentiert die mittlere Schicht des Cloud-Service-Modells und umfasst somit zusätzlich zur Infrastrukturebene auch einen PaaS-Layer. Eine Open-Source PaaS-Lösung wie z.B. „Cloud Foundry“ stellt somit eine Umgebung für die Entwicklung und den Betrieb von Web-Applikationen, wie z.B. SaaS-Anwendungen, zur Verfügung.
  • Container-Technologien: Container werden verwendet, um Applikationen in einer gekapselten Form automatisiert bereitzustellen. Applikationen werden von ihrer jeweiligen Umgebung inklusive der Prozesse, Dateisysteme oder des Netzwerks vollständig getrennt und damit autonom innerhalb eines Containers betrieben. Durch das Aufheben dieser externen Abhängigkeiten lassen sich Applikationen damit über unterschiedliche Systeme hinwegbewegen.
  • Serverless-Technologien: Im Rahmen von Serverless-Technologien wie z.B. „OpenWhisk“ im Open-Source-Umfeld wird auf den direkten Einsatz von Servern verzichtet. Diese arbeiten als physikalischer Host bzw. als virtuelle Ressource im Hintergrund zwar weiter, allerdings muss sich der Entwickler nicht mehr direkt mit ihnen beschäftigen. Stattdessen übernimmt die Serverless-Technologie in Form einer „Blackbox“ die Arbeit. Nachdem der Entwickler den Code hochgeladen hat, verantwortet der Service die vollständige Administration der dafür benötigten Serverinfrastruktur inklusive der Server- und Betriebssystemwartung.

Dass die Integration von OpenStack mit den oben genannten Technologien funktioniert, zeigen große IT-Anbieter wie IBM und SAP. So setzt SAP oberhalb von OpenStack als Infrastrukturbasis auf Cloud Foundry, mit dem die Verwaltung von OpenStack (z.B. virtuelle Maschinen) vorgenommen wird. Oberhalb von Cloud Foundry agiert dann die SAP HANA Cloud Platform, um zum Beispiel IoT-Projekte zu betreiben. Bei IBM dient OpenStack als Infrastruktur-Basis für das eigene PaaS-Angebot Bluemix, welches als technische Basis wiederum Cloud Foundry besitzt und an dessen Weiterentwicklung IBM aktiv beteiligt ist.

Sie interessieren sich für Open-Source-Technologien wie z.B. OpenStack? Weiterführende Informationen zum Thema OpenStack und weiteren Open-Source Technologien finden Sie in der Studie „OpenStack als Basis für offene Cloud Architekturen“, welche von Crisp Research im Auftrag von IBM erstellt wurde. Hierzu wurden 380 IT-Entscheider über ihre Einschätzungen zu OpenStack und Open-Source-Technologien befragt. Die Studie steht kostenfrei unter „OpenStack als Basis für offene Cloud Architekturen“  zum Download bereit.

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