The Network is the Computer – Warum die Digitale Transformation auf Netzwerk-Ebene beginnt

Die performante, agile und sichere Bereitstellung von mobilen und web-basierten Anwendungen ist zentraler Bestandteil einer jeden Digitalisierungsstrategie. Sensorbasierte IoT-Lösungen wollen vernetzt und unternehmenseigene Prozesse als App mobil für Mitarbeiter, Partner und Kunden verfügbar gemacht werden.

Nachdem in den letzten Jahren in deutschen und europäischen Unternehmen eine Vielzahl von Cloud-Projekten initiiert und viele neue Apps entwickelt wurden, stellt sich in vielen Fällen nun die Frage nach der optimalen Vernetzungs- und Sicherheitsstrategie. Denn nur, wenn die Bereitstellung der Anwendungen, Cloud Services und mobilen Apps hoch performant und sicher erfolgen kann, haben die Cloud- und Digitalisierungsstrategien langfristig Erfolg. Denn aus Nutzerperspektive macht die mobile Nutzung von Anwendungen von unterwegs nur dann Sinn, wenn diese schnell geladen werden und auch die Verbindung zu den Backend-Systemen ohne große Latenzen möglich ist. Denn eine mobile App, ohne aktuelle Daten, ist gerade im Business-Kontext wenig Wert.

CIOs und Cloud-Architekten sollten sich daher intensiv Gedanken machen, wie sich eine Strategie zur optimierten Bereitstellung von Anwendungen und Daten in hybriden IT- und Cloud-Umgebungen realisieren lässt, die unternehmensindividuell die richtige Balance aus Verfügbarkeit, Performance und Sicherheit gewährleistet. Hier sind entsprechende Application Delivery Technologien eine gute Basis und in vielen Fällen das Mittel der Wahl.

Ein Hindernis für die schnelle Einführung von Cloud Computing und mobiler Nutzung von bestehenden Unternehmensanwendungen sind vielfach veraltete Netzwerk- und IT-Infrastrukturen. So zählt der Umbau bzw. die „Cloudifizierung“ der bestehenden Infrastruktur zu den vorrangigen Aufgaben im Kontext der Digitalisierung.

DruckApplication Delivery Controller – Drehkreuz für Anwendungen und Daten

Application Delivery Controller sind mittlerweile ein fester und kritischer Bestandteil der Netzwerk- und Cloud-Architektur vieler Unternehmen. Doch welche Aufgaben übernehmen diese im Rahmen der Bereitstellung, der Absicherung und dem Management von kritischen Anwendungen? Anbei eine grobe Übersicht der zentralen Funktionen einer ADC-Lösung:

  • Load Balancing (Layer 3/4) und Content Swichting (Layer 7)
  • TCP-Offload (Übernahme Verbindungs-Management)
  • HTTP-Kompression (Daten-Komprimierung vor Daten-Auslieferung)
  • SSL-Offload (Übernimmt CPU-intensive Entschlüsselungs-Aufgaben für Backend-Server)
  • Schutz auf Application Layer (Web Application Firewall)
  • DoS/DDoS-Abwehr (Full-Proxy-Architektur und Verhinderung von HTTP-DoS-Angriffen)
  • SSL-VPN (Verschlüsselung, Authentifizierung, Autorisierung und Endgeräte-Scan vor dem Einlass in das Netzwerk)
  • Anwendungsmonitoring und -Analyse

In Hinblick auf die relevanten Einsatzgebiete stehen neben einem sicheren Zugang zu mobilen Anwendungen und Cloud-Diensten vor allem eine leistungsfähige Bereitstellung von Unternehmensanwendungen wie z.B. Microsoft Sharepoint, Exchange oder anderen SQL-basierten Anwendungen im Fokus. Diese stellen im Hinblick auf Performance und Sicherheit entsprechend hohe Anforderungen an die zugrundeliegende Netzwerkinfrastruktur.

Mit der Zunahme an mobilen Nutzern, steigt auch der Bedarf auf Infrastrukturseite. Bei der Auswahl einer ADC-Lösung spielen daher Effizienz und Skalierbarkeit eine sehr wichtige Rolle. Die eingesetzten Technologien zur Kompression, Verschlüsselung und zum Caching der Anwendungen und Daten, senken fundamental die TCO, mit denen der CIOs kalkulieren muss.

Application Delivery Controller – Kriterien der Produkt- und Providerauswahl

Evaluieren Unternehmenslenker und IT-Entscheider entsprechende ADC-Lösungen, sollten verschiedene Kriterien berücksichtigt und dann unternehmensindividuell gewichtet werden. Die folgenden Bewertungskriterien sollten Entscheider auf jeden Fall betrachten:

  • Performance und Skalierbarkeit (z.B. SSL-Loadbalancing, Kennzahlen und Benchmarks für Request per Second / Transactions per Second)
  • Kosteneffizienz und TCO (flexible und nutzungsabhängige Lizenzmodelle)
  • Ökosysteme & Integration (für optimierte Netzwerk-Auslastung z.B. durch Unterstützung IETF Standard und NSH-Protokoll)
  • Administrierbarkeit und Policy Management (Granularität und Automation der Administrationsfunktionen und Ausführungsrichtlinien)
  • Sicherheit (Blocken von Attacken wie DoS, DDoS, Injections und Malware-Schutz)
  • Monitoring (granulare Überwachungs- und Analysefunktionen, z.B. der Traffic-Daten sowie Details zur Ausführung und Performance der jeweiligen Anwendungen)

Citrix NetScaler – Wachstumspfad mit Core-Technologien

Mit dem Mitte 2015 eingeläuteten Konzern- und Portfolio-Umbau hat Citrix seinen Schwerpunkt wieder verstärkt auf seine Kernkompetenzen im Bereich Delivery-Infrastruktur gelegt. Betrachtet man die Umsatzentwicklung über die letzten 24 Monate hinweg, ist der Produktbereich, zu dem neben der NetScaler-Familie und auch die WAN-Optimierungslösung CloudBridge zählen, zu den Wachstumstreibern. Wie schon in 2015 analysiert, profitiert Citrix in der aktuellen Marktsituation vom Cloud- und Enterprise-Mobility-Trend der Unternehmensanwender. Diese suchen nach kosteneffizienten und sicheren Basistechnologien zur Bereitstellung ihrer mobilen Anwendungen und Cloud-Dienste. Mit der aktuellen ADC-Produktfamilie NetScaler ist Citrix im Wettbewerb stark aufgestellt und derzeit technologisch einer der Taktgeber.

Application Delivery Excellence – Visitenkarte einer gelungenen Digitalisierung

Die Erwartungen an IT- und Digitalisierungsverantwortliche sind hoch. Neue Ideen und Prototypen sind ein wichtiger Baustein der digitalen Transformation. Doch die Grundlage ist eine schnelle, unterbrechungsfreie und sichere Bereitstellung der neuen Anwendungen und digitalen Services. Das Application Delivery wird zukünftig zur Visitenkarten der IT-Abteilung. Ohne diese Grundlage wird sich langfristig kein Erfolg im Digital Business einstellen.

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Über den Autor:

Senior Analyst & CEO

Carlo VeltenDr. Carlo Velten ist CEO des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research AG. Seit über 15 Jahren berät Carlo Velten als IT-Analyst namhafte Technologieunternehmen in Marketing- und Strategiefragen. Seine Schwerpunktthemen sind Cloud Strategy & Economics, Data Center Innovation und Digital Business Transformation. Zuvor leitete er 8 Jahre lang gemeinsam mit Steve Janata bei der Experton Group die „Cloud Computing & Innovation Practice“ und war Initiator des „Cloud Vendor Benchmark“. Davor war Carlo Velten verantwortlicher Senior Analyst bei der TechConsult und dort für die Themen Open Source und Web Computing verantwortlich. Dr. Carlo Velten ist Jurymitglied bei den „Best-in-Cloud-Awards“ und engagiert sich im Branchenverband BITKOM. Als Business Angel unterstützt er junge Startups und ist politisch als Vorstand des Managerkreises der Friedrich Ebert Stiftung aktiv.