Nachlese Crisp Perspective 2018 – Auf dem Weg zum “Digital Flow”

  • Über 180 Gäste, ob CIO, CTO oder Digitalisierungsentscheider, besuchten letzte Woche die Crisp Perspective 2018 im Frankfurter Palmengarten
  • Unter dem Leitthema “Create Digital Flow” stellten führende Digital-Experten unter anderem von Linde MH, Daimler und HUK Coburg spannende Use Cases aus den Bereichen Data & API Business, Cloud & Digital Infrastructure sowie New Work & Realtime Collaboration vor
  • Die Analysten von Crisp Research gaben einen Einblick in die aktuellen Markttrends der Bereiche Cloud, IoT und Digital Workplaces und zeigten Herausforderungen und Chancen der kommenden Jahre auf

“Create Digital Flow!” - diesem Aufruf folgten am vergangenen Donnerstag, dem 22. November 2018, über 180 Gäste aus der deutschen Wirtschaft und kamen zur vierten Auflage der Technologiekonferenz “Crisp Perspective” im Palmengarten in Frankfurt am Main zusammen. Zahlreiche Gäste, hochkarätige Speaker und Panelisten diskutierten zu den aktuellen Bewegungen und Trends in den Bereichen Data & API Business, Cloud & Digital Infrastructure sowie New Work und Realtime Collaboration.

Die Kernfrage dabei lautete: Wie schaffen CIOs und CDOs die richtigen Rahmenbedingungen und Plattformen, um ihr Unternehmen in den “Digital Flow” zu versetzen und sich nachhaltig zu wandeln? Denn Erfolg in der digitalen Welt bedeutet, dass Daten und Kommunikation ungehindert fließen können. Nur dann werden aus Daten und APIs profitable Geschäftsmodelle. Nur dann arbeiten Teams kreativer zusammen.

Die Konferenz wurde von der Keynote von Crisp Research CEO Dr. Carlo Velten eröffnet. In den Mittelpunkt seines Vortrages stellte er das Flow-Erlebnis, also das komplette Aufgehen in einer Tätigkeit - sei es Freizeit oder Arbeit. Dieser Zustand, so Velten, sei für den Erfolg in einer digitalen Welt unabdingbar und sei nicht nur auf den Bereich physischer Arbeit sondern auch auf weitere Kernsäulen der Digitalisierung adaptierbar. Damit machte er den Dreiklang von Data Flow, Cloud Flow und New Work Flow auf und zeigte eindrücklich, wie der Digital Flow für die verschiedenen Bereiche der Digitalisierung nutzbar gemacht werden kann. Vom freien Fluss der Daten über die nahtlose Verknüpfung von Infrastrukturen bis hin zur agilen Arbeit in Teams - der Flow wird zum erfolgskritischen Faktor aktueller und künftiger Digitalisierungsoffensiven.

Den Auftakt mit der ersten Leader-Keynote machte Jens Kocab, Head of Digitalization bei der Linde Material Handling. Bei dem weltweit zweitgrößten Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten gilt der Einsatz von Datenanalysen zu Prozessoptimierung aber auch die Entwicklung und Umsetzung digitaler Services und IoT-Geschäftsmodelle schon lange zur strategischen und operativen Arbeit. Anhand von spannenden Use Cases, wie beispielsweise einer Service Manager App, demonstrierte Kocab, wie man bei einem Intralogistik-Dienstleister mit Hilfe digitaler Produkte einen Mehrwert für den Kunden schafft.

Wie aus Daten digitale Geschäftsmodelle entstehen können, zeigt Timo Tautenhahn, Senior Solutions Consultant bei Tableau Software. Dabei machte er deutlich, welchen Herausforderungen man im Rahmen der “Make or Buy”-Frage nach der Herstellung eigener Daten-Visualisierung begegne: Von zunehmender Komplexität der Anwendungen bis zu notwendiger Rechenleistung. Den Wert von visualisierten Daten machte Tableau eindrucksvoll mit dem Kundenbeispiel von Siemens MindSphere deutlich. Zusammen mit der IoT-Plattform von Siemens kann Tableau die Brücke zwischen Industrie und Kunde schlagen.

 

Innovationen sind im digitalen Zeitalter einer der entscheidenden Faktoren im Wettbewerb. Im Bereich IoT werde aber oftmals noch im Kontext von Industrie 4.0 an Prozessoptimierung und Kosteneffizienz gedacht, weniger an einen neuen monetären Mehrwert für Kunden, machte Principal Analyst und IoT Practice Lead Dr. Stefan Ried in seinem Vortrag “From Innovation to Profit” deutlich. Er zeigte die verschiedenen Stufen des digitalen Reifegrades von Produkten auf und veranschaulichte anschließend an einem Beispiel, wie ein handelsüblicher Feuerwehrlöscher, angereichert und ergänzt durch Software, vom Commodity Produkt zu einem digitalen Ökosystem ausgebaut werden kann.

Getreu dem Motto des ersten Tracks Data & API Business zeigte Stefan Peter, Leiter Anwendungsarchitektur der HUK-Coburg, mit seiner Keynote “API first - Aufbau einer zentralen Serviceplattform zur Unterstützung der digitalen Transformation”, wie der Versicherer mit Hilfe von APIs Anwendungen für Kunden und Mitarbeiter bereitstellen und optimieren kann. Unter anderem auf Basis der IBM API Connect-Angebote kann HUK so eine neue Stufe der User Experience zeigen. Außerdem gab Stefan Peter einen Ausblick auf die Chancen, Cloud Computing in der Versicherungsbranche zu etablieren.

“Right to Play, Right to Win” - unter diesem Titel kamen zum Abschluss des ersten Thementracks Data & API Business die Experten auf dem Panel zusammen. Jens Kocab, Head of Digitalization bei Linde MH, Stefan Peter, Leiter der Anwendungsarchitektur bei HUK Coburg, Lars Milde, Director Integrated Marketing Campaigns bei Tableau Software und Dr. Thorsten Müller, Senior Group Vice President Innovation und Innoventures bei OSRAM, diskutierten mit Principal Analyst Dr. Stefan Ried die Potenziale deutscher Unternehmen in einem globalen Daten- und IoT-Markt.

Heinrich Suhr, Head of Central Planning for Data Center bei Daimler, eröffnete mit seinem Vortrag den Thementrack “Cloud & Digital Infrastructure”. Mit einem Team von über 100 Mitarbeitern ist er für die Transformation des Data Center beim Automobilhersteller und Mobilitätsdienstleister Daimler in einen Cloud Service verantwortlich und nannte Ansatz- und Schlüsselpunkte für ein solches Projekt. Dabei stellte er insbesondere die Bedeutung der Customer Centricity bei der Planung und Entwicklung heraus. Die Frage, ob ein Service verständlich für einen Kunden ist, müsse der Ausgangspunkt aller weiteren Planung sein, so Suhr.

Ein Perspektivwechsel auf aktuelle und künftige Herausforderungen sowie Chancen im Bereich der IT-Infrastrukturen nahm Senior Analyst und Data Practice Lead Björn Böttcher vor. Angesichts steigender Anforderungen, die die zunehmende Anzahl und Komplexität von Anwendungen und Systemen mit sich bringt, stellte er mit Serverless und Container-Technologien die Trends vor, die die kommende Infrastrukturlandschaft maßgeblich prägen werden.

Die Herausforderungen, die sich durch den parallelen und vernetzten Betrieb verschiedener Infrastruktur-Komponenten ergeben, waren Bestandteil der anschließenden Panel-Diskussion. Fragestellung war die Orchestration digitaler Infrastruktur in der zweiten Cloud Dekade, die von Felix Bauer, CEO bei Aircloak, Dr. Jens Gerber, Member of the Board bei Maincubes, Hans Nijholt, Head of Product Management Professional Business, 1&1 Ionos, Alexander Leenen, Senior Project Manager bei Vodafone, Heinrich Suhr, Head of Central Planning for Data Center bei Daimler zusammen mit Panel-Moderator Senior Analyst Björn Böttcher diskutiert wurde.

Dass der digitale Wandel zwar technologiegetrieben ist, aber maßgeblich von Menschen und Mitarbeitern gestaltet wird, war Ausgangspunkt des dritten Thementracks New Work und Realtime Collaboration. Zwischen digitalen Tools und modernen, agilen Arbeitsmethoden bewegte sich die letzte Analyst Keynote. Maximilian Hille, Senior Analyst bei Crisp Research und Practice Lead für den Bereich Mobile stellte vor, wie der digitale Arbeitsplatz als Treiber für den New Work Flow fungieren kann.

Und auch das Panel, das die Perspective 2018 inhaltlich abschloss, zeigte, dass Digitalisierung vor allem eins ist: ein Kulturthema. Unter dem Titel “The New Work Company - Wie Arbeit in der Zukunft funktioniert” diskutierten Sabine Fäth, Gründerin von Scribers Hub und Mitglied des Netzwerk Global Digital Women, David Hirsch, Consultant für den Future Workplace bei der Alte Leipziger Lebensversicherung, Sebastian Schirmer, Co-Founder und CEO bei Quiply sowie Kim Wlach, Co-Founder und Host der Hoiz Alm.

Rückblickend bleibt zu sagen: Danke, für ein wirklich gelungenes Event! Danke an alle Besucher, Speaker und die tatkräftigen Unterstützer des Organisationsteams. Danke für den tollen Austausch und viele anregende Gespräche. Wir hoffen Sie konnten Einiges vom Flow-Erlebnis mitnehmen und freuen uns schon auf das kommende Jahr und damit unser fünfjähriges Jubiläum der Crisp Perspective!