IBM Mail Next – Der nächste große Schritt!

Nach 48 Jahren setzt IBM eine interne Anweisung von T. J. Watson jr. erfolgreich um!

1966 verfasste T. J. Watson jr. ein Schreiben, in dem er folgendes formulierte: „Good design is good business“. Er bat darum, sein Anliegen sofort anzuwenden. Dieses Begehren wird nun endlich nach einem halben Jahrhundert umgesetzt. Gestern stellte die IBM in einem Webcast den aktuellen Stand der nächsten Generation E-Mail vor. Um es kurz zu sagen: Das Ergebnis ist ein sehr großer, sehr wichtiger und eine sehr notwendiger Schritt für die IBM, die Business Partner und ihren Kunden.

IBM zeigt die ersten Ergebnisse ihres neuen Entwicklungsansatzes

Wie bereits auf der IBM Connect Ende Januar in Orlando angekündigt, macht IBM nun ernst mit dem Thema „Design Thinking“. Soweit man es von außen sehen kann, ist diese neue Art Probleme zu lösen und Lösungen zu finden keine Marketingphrase, sondern wird konsequent im gesamten Software Entwicklungsprozess ein- und umgesetzt. Bereits beim Webcast konnte man erste Elemente entdecken, bei denen Anwender mitgewirkt haben. Das neue IBM Mail Next ist erfrischend neu, es hat den technischen und langweiligen Charme der 90iger Jahre mit dem aktuellen Mail-Frontend weit hinter sich gelassen. Zum ersten Mal hat man das Gefühl, dass eine IBM Anwendung aus Sicht der Anwender entwickelt wurde und von Webdesignern, frei von bisherigen Zwängen und Restriktionen, konsequent umgesetzt wird.

In Orlando konnte man sich noch wundern, warum von der IBM nur ein paar Hochglanz-Screenshots und kein fertiges Produkt zu sehen war. Nun wird klar warum: Diesen großen Schritt geht die IBM gemeinsam mit Ihren Partnern und Kunden. Sie können aktiv an der Gestaltung teilnehmen. Bei den Entwicklungen in der Vergangenheit hatten nur sehr wenige Außenstehende die Möglichkeit Einfluss zu nehmen. Jetzt lädt die IBM alle Interessierten ein, sich daran zu beteiligen.

Vorstellung von zwei neu gestalteten Kernfunktionen: Kalender und Suche.

Der Kalender wird in einer vollständig neuen Form dargestellt. Bisher wurden Kalender immer in einer Tabellenform dargestellt. In Mail Next erscheint am unteren Ende, gut sichtbar, ein Balken mit den freien und den reservierten Zeiten. Details werden angezeigt, wenn man mit der Maus über den entsprechenden Bereich fährt. Was in der Präsentation nicht zu sehen war, sondern nur erwähnt wurde ist, dass der Benutzer bei der Auswahl eines Termins alle relevanten Informationen zu diesem Ereignis zur Verfügung gestellt bekommt: notwendigen Unterlagen, Personen die involviert sind, der Ort usw. Es sollen dabei nicht nur die Informationen aus dem Kalendereintrag, sondern auch aus weiteren Quellen mit einbezogen werden.

Screenshot Mail Next

Einen aus IBM Connections bereits vergleichbar verfolgten Ansatz geht IBM bei der Suche.

Nach und nach gibt der Anwender immer mehr Details zur Suche ein. Mail Next zeigt dann das Resultat umgehend an. Die Suche beschränkt sich nicht nur auf die Inbox, sondern greift auch auf andere Quellen, z.B. Connections, zu. Hat der Anwender das gewünschte Ergebnis, kann diese Suchfolge für künftige Abfragen gespeichert werden. So wird man für laufende Projekte oder aktuelle Themen entsprechende Suchen definieren, um sich dann immer aktuell die Ergebnisse anzeigen zu lassen. Bei Bedarf können diese gespeicherten Suchanfragen individuell erweitert werden.

Domino

IBM baut Mail aus und stärkt damit auch das Social Business

Dass das Produkt IBM Domino ein leistungsstarker Mailserver ist, ist unbestritten. Die Anwender stören sich an dem mittlerweile in die Jahre gekommenen Mailclient. Dieser ist alles andere als funktional und schön. Im ersten Moment verwunderte die von IBM gemacht Rolle rückwärts beim Thema „E-Mail“. In den vergangenen Jahren wurde immer und immer wieder der No-Mail-Ansatz propagiert; Connections ist die Lösung aller Kommunikationsprobleme. Nun wird der Weg, den die IBM geht, klarer. Das Rückgrat einer modernen Kommunikationsinfrastruktur besteht aus zwei Säulen: Social Networks und E-Mail. Beide haben ihre Berechtigung und ihren jeweiligen Einsatzbereich. Wenn beide kombiniert und integriert unter einer schicken und modernen Oberfläche eingesetzt werden – man darf gespannt sein, wie sich Connections Next Ende Mai präsentiert – erhält der Anwender die Möglichkeiten, die in einer moderne Kommunikationswelt das Arbeiten optimal unterstützen.

Gespannt darf man sein, ob den Entwicklern und damit auch den Unternehmen für ihre eigenen Anwendungen diese neuen Entwicklungen zur Verfügung stehen werden. Noch immer ist eine der Stärken von Domino, dass man sehr schnell kleine und feine sowie große und komplexe Anwendungen entwickeln kann. Diese würden von dem neuen Gestaltungs- und Entwicklungsansatz massiv profitieren.

Werden die Partner und Anwender diesen Weg mitgehen?

Ob alle Partner und Anwender mit dem neuen Ergebnis zufrieden sein werden? Wahrscheinlich nicht, viele hängen doch an ihrer liebgewonnen Umgebung. Aber das darf IBM nicht auf dem Weg ins neue Design Zeitalter stören. Die aktuellen Entwicklungen sind richtig und lange überfällig. Man kann nur hoffen, dass IBM den langen Atem hat und konsequent diese Form der Entwicklungen weiter beibehält und ihre Partner und Kunden diese Reise mitgehen.

Endlich kann man als IBM Anwender auch mal mit einer coolen Software arbeiten. Mr. Watson wäre sehr stolz gewesen.

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Über den Autor:

Senior Analyst

Joachim HaydeckerJoachim Haydecker ist Senior Analyst bei Crisp Research mit dem Fokus auf „Social Collaboration“ und „Talent Management“. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet Joachim Haydecker als IT-Analyst, IT-Consultant, Trainer und Coach. Nach seiner Ausbildung zum DV-Kaufmann als Administrator und Entwickler und seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Kassel arbeitete er mehrere Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Inhouse-Consultant für „E-Learning“ an der gleichen Universität. Seit ein paar Jahren entwickelt er gemeinsam mit Unternehmen Konzepte für die Einführung und Etablierung von Social Business Lösungen. Gemeinsam mit Partnern aus seinem Netzwerk hat er zahlreiche Kundenprojekte auf Basis von IBM Produkten implementiert. Darüber hinaus arbeitet er mit Produkten von weiteren Firmen, z.B. Microsoft und Google, sowie verschiedenen OpenSource- Lösungen. Als aktiver Blogger und Netzwerker nutzt Joachim Haydecker die gängigen Social Networks für seine berufliche und private Kommunikation. Als Sprecher und Moderator ist er regelmäßig auf Barcamps und Konferenzen aktiv.

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