Interview mit Thomas Pracht (T-Systems)

Im Rahmen des CloudOps Summit 2011 in Frankfurt haben wir mit einzelnen Referenten Interviews geführt. Heute: Thomas Pracht.

Warum gibt es fast keine kleinen IaaS Provider/ Startups in Deutschland?
Für IaaS gilt in hohem Maße "size matters", da Virtualisierung und Automatisierung in der Produktion sowie die Standardisierung der Services einen hohen Stand erreicht haben. Dies führt aktuell und sicherlich auch kurz- bis mittelfristig dazu, dass IaaS nur durch große Provider geliefert werden kann.

In welchem Cloud Computing Bereich sehen Sie das größte Wachstum der nächsten Jahre?
Auch wenn es an mancher Stelle keine Begeisterung auslösen wird, so wird Consulting zu Cloud Computing sicherlich ein florierender Markt werden.

Wo sehen Sie derzeit noch die größten Herausforderungen des Cloud Computing?
Die Herausforderung ist sicherlich, Cloud als Paradigmenwechsel zu verstehen und für sich zu nutzen. Wichtige Aspekte dabei sind die Integration in bestehende IT- bzw. Prozess-Landschaften bzw. deren Neugestaltung.

Wie sehen Sie den Cloud Computing Markt in 10 Jahren?
Cloud wird, vollkommen unspektakulär, eine Sourcingvariante von vielen sein.

Wie sehen Sie den Cloud Computing Standort Deutschland?
Deutschland sieht sich intern ja gerne als Bedenkenträger und Verhinderer. In Gesprächen mit anderen Europäern, Amerikanern oder Asiaten gewinnt man für die Punkte Datenschutz und -sicherheit eine vollkommen andere Sicht. Man sollte diese Aspekte als positive Argumente für Deutschland anführen.

Was sind die Bestandteile einer hochsicheren Cloud-Anwendung?
Als Mitarbeiter von T-Systems muss ich hier natürlich die Netzanbindung anführen. Im Ernst: Nur die Verbindung von sicherer IT und sicherem Netzzugriff macht Cloud wirklich sicher.

Sind die aktuellen Diskussionen bzgl. des Datenschutz und der Datensicherheit wirklich (nur) ein Problem des Cloud Computing?
Die aktuellen Fragestellungen zu Datenschutz und -sicherheit stellten sich auch schon in der Vergangenheit bei "normalem Outsourcing" und es wurden passende Antworten gefunden. Einzig die Komplexität steigt durch Cloud Computing. Beispiel: Früher hatte man einen Provider für drei oder mehr Jahre. Zukünftig bezieht man über entsprechende Märkte Services heute von diesem und morgen von einem anderen Anbieter.


Über Thomas Pracht

Thomas Pracht hat sich nach seinem Abschluss als Diplom-Kaufmann an der RWTH Aachen ganz dem Thema IT verschrieben. Themen seiner Tätigkeit in Sales und Consulting waren ERP- und CRM-Systeme, Collaboration und zuletzt Desktop Virtualisierung. Über den Desktop "aus dem Netz" war es dann nur noch ein kleiner Schritt zum Cloud Computing.

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