Information is beautiful – Warum die Visualisierung von Daten ein strategischer Erfolgsfaktor in der digitalen Wirtschaft ist

Viele Unternehmensentscheider ertrinken in einem Meer aus Daten. Big Data und immer neue Datenquellen verstellen den Blick auf die wesentlichen Erkenntnisse und Zusammenhänge von Unternehmens- und Kundendaten. Die Visualisierung von Daten wird somit zum strategischen Erfolgsfaktor im Kontext der digitalen Transformation.

Dass Daten nicht immer nur langweilige Beigabe zu strategischen Diskussionen sind, sondern deren visuelle Aufbereitung elementar zum Erkenntnisgewinn in vielen Entscheidungssituationen beitragen kann, haben der Informationsarchitekt David McCandless und eine Reihe weiterer „Data Scientist“ wie Manuel Lima in den letzten Jahren bewiesen.

Das im Jahr 2012 erschienene Buch von David McCandless mit dem Titel „Information is beautiful“, war der Startschuss zur einer neuen Epoche in der visuellen, ästhetischen und vor allem anwenderorientierten Aufbereitung von Daten und Informationen. Die Infografiken, Diagramme und Schaubilder von McCandless & Co schaffen es, Informationen in Beziehungen zu setzen, Muster erkennbar zu machen und Geschichten in Form von Daten zu erzählen.

Das sogenannte „Data Storytelling“ trennt nicht nur die Spreu vom Weizen und fokussiert die Aufmerksamkeit des Anwenders auf die relevanten Aussagen, sondern macht die zentralen Erkenntnisse von Analysen sichtbar und vor allem einprägsam. Und dies ist für Unternehmen bei der Transformation zur „Data-Driven Company“ bzw. der Implementierung einer „Data Culture“ erfolgskritisch. Denn immer noch werden Mitarbeiter mit Zahlenkolonnen überfrachtet, während die elementaren Ergebnisse und Erkenntnisse nach einem Meeting schnell wieder vergessen sind. Nicht umsonst hat sich das Geschichtenerzählen als eine der wichtigsten Kulturtraditionen zur Weitergabe von Informationen auch generationsübergreifend durchgesetzt.

Die Kernaufgaben der Visualisierung von Daten und „Data Storytelling“:

  • Informationen in Beziehung setzen
  • Muster und Trends leicht erkennbar zu machen
  • Zentrale Erkenntnisse zu Geschichten verbinden
  • Relevante Analyseergebnisse als Bild einprägsam machen
  • Anwender über interaktive Dashboards zum Reflektieren und Explorieren anregen
  • Daten und Wissen über die ästhetische Aufbereitung einen höheren Wert beimessen

Moderne BI-Lösungen bzw. BI-Services zeichnen sich heute durch leistungsstarke und nutzerfreundliche Visualisierungsfunktionen aus. Zu diesen zählt einerseits eine breite Sammlung vorgefertigter Visualisierungs-Templates wie z.B. Geo-Charts, Scatter-Charts, Histogramme, Bubble-Charts, Tree-Maps oder Timelines. Andererseits ist eine einfache Handhabung dieser Funktionalitäten absolut kritisch. Falls Experten notwendig sind, um die entsprechenden Infografiken und Diagramme zu erstellen, kann keine breite Akzeptanz in der Nutzerbasis aufgebaut werden.

Hinzu kommt, dass es speziell für Business-Anwender nicht ausreichend ist, einen bestimmten Zustand zu analysieren und dann in einem fixen Schaubild visuell darzustellen. Vielmehr benötigen Business-Anwender die Möglichkeit, ihre Visualisierungen in Form von interaktiven Dashboards umzusetzen, um diese immer wieder anzupassen und mit neuen Daten zu aktualisieren.

Mittels moderner BI- und Visualisierungswerkzeuge können so auch Mitarbeiter im eigenen Unternehmen zum „Data Scientist“ werden. Da diese sich mit den Daten und den wirtschaftlichen Zusammenhängen sehr gut auskennen, fällt die Erstellung von spannenden und aussagekräftigen Infografiken und Dashboards meist gar nicht so schwer. Doch was braucht es, um aus einem Produktmanager oder Logistikleiter einen „Data Scientist“ zu machen? Das ist meist einfacher als viele Unternehmenslenker denken. Denn die Mitarbeiter brauchen lediglich die geeigneten Tools sowie die notwendige Wertschätzung und Anerkennung für ihre Pionierarbeit im Umgang mit den Daten des Unternehmens.

Seeing is Believing – Der Mehrwert von Visualisierung hat viele Gesichter

Auch wenn in den Unternehmen seit einiger Zeit über „Data Culture“ diskutiert wird und Stellenausschreibungen nach den „Data Scientists“ suchen, ist die Bereitschaft sich intensiv und methodisch sauber mit den Datenbeständen des eigenen Unternehmens zu beschäftigen im Top Management meist noch gering. Daher ist es für BI-Manager, Business Analysten und Abteilungsleiter erfolgsentscheidend, ihre Analysen und Erkenntnisse visuell aufzubereiten. Bei der Auswahl von BI-Tools sollte daher zukünftige mehr Augenmerk auf die Visualisierungskomponenten der jeweiligen Lösung gelegt werden. Für datengetriebene Entscheider ist es vor allem wichtig, dass folgende Anforderungen erfüllt sind:

  • Vielfalt an Visualisierungsmöglichkeiten (von Histogrammen bis Bubble-Charts)
  • Interaktivität von Grafiken und Dashboards
  • Gute Bedienbarkeit / Usability
  • Einfache Data Exploration / Anbindung unterschiedlicher Datenquellen

Customer Insights in Marketing und Vertrieb – Nicht ohne meine Dashboards

Gerade bei der Umsetzung von Strategien durchgängiger und automatisierter digitaler Kundenbeziehungen kommt der Visualisierung von Analysen und Reports ein elementares Gewicht zu. Denn egal ob eCommerce, Medienportal oder Online Games – Marketing- und Sales-Manager müssen in der digitalen Welt viel schneller reagieren, als in traditionell geprägten Branchen. So werden Werbebudgets kurzfristig und taktisch neu allokiert, ganz in Abhängigkeit der Clickstreams und Kundenwünsche. Somit sind auch die Analyse- und Reportingzyklen deutlich kurzfristiger getaktet. Viele Daten und Insights müssen auf Knopfdruck bereitstehen und via web-basierten Dashboards bereitstehen. Denn nur dann können verteilte Marketing-, Sales-, Operations-Teams und Dienstleister mit den Daten und Erkenntnissen verteilt arbeiten und Kampagnen granular und agil aussteuern.

Hinzu kommt, dass gerade im Kontext von Marketing und Vertrieb, immer neue externe Datenquellen zur Verfügung stehen (Stichwort: API-Economy). Von Social Media, über Nutzer-Tracking bis hin zu Bonitätsdaten. Alles muss leicht integrierbar, auswertbar und vor allem visualisierbar sein, um die entscheidenden Korrelationen und Trends aufspüren und ausnutzen zu können. Nur so lassen sich Conversion Rates, ROMI und Umsätze in Wettkampf um den Digital Customer optimieren.

Tableau & Co – Visualisierung als Produkt-DNA

Auf der Suche nach modernen Visualisierungswerkzeugen fällt neben einer Reihe an web-basierten Services und Open Source Frameworks (Google Charts, Infogr.am etc.) vor allem Tableau Software ins Auge. Hier liegt der Vorteil vor allen in einem leichten Einstieg begründet, der es Business-Anwendern ohne ausgeprägte Programmier- und Statistikkenntnisse ermöglicht, eine Vielzahl ansprechender Infografiken und Dashboards zu erstellen. Mittlerweile zahlt sich für Tableau der Fokus auf die Datenvisualisierung aus. So wächst das Unternehmen seit Jahren stark und konnte auch in Europa eine ganze Reihe neuer Kunden gewinnen. Vor allem agile Firmen aus den Bereichen eCommerce, Medien, Finance und Retail setzen auf Tableau, um schneller, datenbasierte Entscheidungen zu treffen.

DataDrivenStorytelling

An der Entwicklung von Tableau Software wird sich in den nächsten Jahren ablesen lassen, inwieweit die neue Generation an BI-Tools, die stark auf Usability und Visualisierung setzt, die alte Garde der klassischen BI-Anbieter ausmanövrieren kann. Derzeit stehen die Chancen dafür gut, denn Anwender als auch Management haben kein Verständnis mehr dafür, dass einzelne Analysen und Reports mehrere Wochen Zeit für die Erstellung brauchen und im immer gleichen Gewand langweiliger Tabellen und Tortengrafiken daherkommen.

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Über den Autor:

Senior Analyst & CEO

Carlo VeltenDr. Carlo Velten ist CEO des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research AG. Seit über 15 Jahren berät Carlo Velten als IT-Analyst namhafte Technologieunternehmen in Marketing- und Strategiefragen. Seine Schwerpunktthemen sind Cloud Strategy & Economics, Data Center Innovation und Digital Business Transformation. Zuvor leitete er 8 Jahre lang gemeinsam mit Steve Janata bei der Experton Group die „Cloud Computing & Innovation Practice“ und war Initiator des „Cloud Vendor Benchmark“. Davor war Carlo Velten verantwortlicher Senior Analyst bei der TechConsult und dort für die Themen Open Source und Web Computing verantwortlich. Dr. Carlo Velten ist Jurymitglied bei den „Best-in-Cloud-Awards“ und engagiert sich im Branchenverband BITKOM. Als Business Angel unterstützt er junge Startups und ist politisch als Vorstand des Managerkreises der Friedrich Ebert Stiftung aktiv.