Event-Nachlese: Digital Leader Summit 2019 – Co-Creation & Purpose im digitalen Zeitalter

  • Vom 04. bis 06. Juli 2019 kamen zum Dritten mal in Folge rund 60 hochrangige Digitalisierungs- und IT-Entscheider zusammen, um sich zu nachhaltigen Digitalstrategien und Innovationspotenzialen im Digital Business auszutauschen
  • Die Leitthemen Co-Creation und Purpose Design legten die Basis der Veranstaltung. Die partnerschaftliche Arbeit an Lösungen, die Antworten auf gesellschaftliche Fragestellungen geben, stellt das zukünftige Fundament unserer (digitalen) Arbeitswelt dar
  • Die spannenden Leader- und Partner-Keynotes von BitStone Capital, Arvato, Equinix, Riverbed und Nutanix gaben reichhaltige Impulse für die folgenden Workshops, Diskussionsrunden und den persönlichen Austausch

Zur dritten Auflage des Digital Leader Summit folgten 60 ausgewählte IT- und Digitalentscheider der Einladung von Crisp Research und H&G Editors und trafen sich vom 04. bis 06. Juli 2019 in alpiner Umgebung in Berchtesgaden. Die Teilnehmer, u.a. von OSRAM, Daimler, MLP, adidas, BMW, Munich RE, Siemens, Infineon und MAN suchten den gemeinsamen Austausch mit ihren Kollegen und Kolleginnen aus der Digital Leader Community und diskutierten zu einem breiten Themenspektrum von Digitalen Ökosystemen und Plattformen über Agilität in der IT-Organisation bis hin zu Digital Leadership.

Co-Creation & Purpose als strategische Erfolgsfaktoren

Den Digital Leader Summit eröffnete Crisp Research CEO Dr. Carlo Velten. In seiner Keynote zeigte er deutlich, dass sich für Unternehmen in einer immer komplexeren Welt große Ziele nur gemeinsam erreichen lassen. Das neue Paradigma der Co-Creation fördert Offenheit und partnerschaftliche Zusammenarbeit und legt kreative Potenziale zu Gunsten einer nachhaltigen Transformation des digitalen Business frei. Insbesondere beim Aufbau digitaler Plattformen und Ökosystemen sowie der Etablierung innovativer Geschäftsmodelle ist dieser Ansatz grundlegend für den Erfolg. 

Darüber hinaus verwies Velten auf eine zu beobachtende Entwicklung, die seit einiger Zeit unter dem Stichwort “Purpose” diskutiert wird. Verschiedenste Stakeholder, darunter Mitarbeiter, Kunden und Investoren als maßgebliche Treiber, fordern von Organisationen Antworten auf gesellschaftliche Fragestellungen. Insbesondere die IT- und Digitalabteilungen können hier als interne Innovatoren Potenziale für nachhaltige digitale Lösungen identifizieren und helfen ein Purpose-driven Mindset im Unternehmen zu etablieren. Gemeinsam an einem großen Ziel arbeiten und damit nachhaltige Wertschöpfung ermöglichen, sei der Weg Zukunft, so Velten.

Tag 1: Vom digitalen Küchengerät bis zu Digital Leadership

Der Thermomix gilt seit jeher als viel zitiertes digitales Vorzeigeprojekt. Umso gespannter waren die Teilnehmer auf den Vortrag von Dr. Petra Zimmermann, ehem. Head of Vorwerk Schweiz Digital & VP Digital Services, die wir für den Event gewinnen konnten. Sie skizzierte die Entwicklung der digitalen Transformation des deutschen Familienunternehmens und stellte neben einem IoT-Thermometer zur Bestimmung der Garzeit weitere spannende Use Cases vor. Dabei machte sie deutlich, dass das Denken in Partnerlandschaften und offenen Schnittstellen nach außen ein fester Bestandteil der Vorwerk-DNA ist und man den Weg des Co-Creation Ansatzes dort stetig weiter ausbaue. 

Unter dem Titel “It’s hard to be smart” nahm Andreas Herden, Sales Director beim Rechenzentrums- und Interconnection-Dienstleister Equinix, das Publikum mit auf eine digitale Seereise. Von den Häfen als zentrale Knotenpunkte der Welt, die Informationen bündeln, schlug er den Bogen zu unserer heutigen Informations- und Datengesellschaft. Die IT- und Digitalabteilungen übernehmen bei der digitalen Transformation zentralen Aufgaben, insbesondere, wenn sie für den globalen Austausch von Daten verantwortlich sind. Als “Kapitäne” der Datenströme kommt ihnen deshalb besondere Verantwortung zu, die es wahrzunehmen und auszubauen gilt. Als konkreten Anwendungsfall betrachtete er das Thema Smart City als hochkomplexes Ökosystem, das vor allem in Deutschland noch einiges an Potenzial zu bieten hat.

Den Kunden in den Mittelpunkt stellte Michael Rudrich, Vice President Central Europe bei Riverbed, in seinem Vortrag. Er machte deutlich, wie wichtig die genaue Analyse von Kundendaten ist, um ein besseres Verständnis von dessen Gewohnheiten und Bedürfnissen bekommen zu können. “Hinter jeder Anwendung steht ein Kunde. Um diesen besser kennenzulernen, müssen wir die Kundendaten für uns nutzbar machen und interpretieren,” so Rudrich. Erst dann seien auch auf Fakten basierende Entscheidungen möglich, die die Grundlage einer erfolgreichen Digitalisierungsstrategie bildeten.

An den Vortrag schloss sich einer der Höhepunkte des Summit an: Bei einem Kamingespräch sprach Claudia Zell, ehem. CDO der Deutsche Messe AG, mit Dr. Carsten Voigtländer. Als langjähriger CEO der Vaillant Group und Aufsichtsratsmitglied bei renommierten Mittelständlern gab er einen Einblick, was es heißt Unternehmen für das digitale Zeitalter fit zu machen und zu führen. Er machte deutlich, dass der CEO seiner Rolle in der digitalen Transformation nur gerecht werden kann, wenn er sich an die Spitze eben dieser setzt und sie aktiv vorantreibt. Dabei dürften aber die Interessen der Eigentümer und Aufsichtsräte nicht aus den Augen verloren werden. Ein gewisses Spannungsfeld bestehe, da vor allem in Familienunternehmen die Board-Mitglieder oft überaltert seien und eine Implementierung und Umsetzung einer Digitalstrategie nicht immer ohne Hindernisse zu bewältigen sei. Die sich anschließende rege Diskussionsrunde zeigte, dass das Thema bei den Teilnehmern auf hohes Interesse stieß.

Der Rest des Tages stand ganz im Zeichen des Gedankenaustauschs und Netzwerkens. In den Workshops wurden Kulturwandel und Change, Digital Leadership, Product Design & User Experience, Multi-Cloud-Orchestration sowie der Aufbau einer Plattformökonomie von den jeweiligen Hosts mit den Teilnehmern in Kleingruppen intensiv besprochen, Erfahrungen ausgetauscht und Lösungsansätze gesucht. 

Zum Dinner ging es anschließend mit der Jennerbahn zum Restaurant “Halbzeit”, wo bei Sonnenuntergang und Bergpanorama der gemeinsame Austausch weiter fortgesetzt wurde.

Tag 2: Finanzierung, gelebtes Unternehmertum und intelligentes Produktdesign

Mit spannenden Einblicken in die Investment-Branche startete der zweite Konferenztag: Unter dem Titel “Beyond Real Estate, Smart Building und Co.” berichtete Kai Panitzki, Managing Partner bei Bitstone Capital, welche digitalen Geschäftsmodelle in der Immobilienwelt möglich sind und welche Kriterien für ein Investment eine Rolle spielen. Einerseits wurde deutlich, dass im Bereich Smart Building schon einiges passiert und sich beispielsweise durch Datenauslese in Einkaufszentren Kundenströme und -verhalten genau analysieren und bewerten lassen. Demgegenüber stehen aber auch Herausforderungen, wusste Panitzki zu berichten. Insbesondere bei der intelligenten Gebäudevernetzung überwiegen noch Einzelprojekte. Diese à la Plug and Play zur Serienreife zu bekommen und skalierfähig zu machen – dort sei noch einiges an Arbeit gefordert.

Diesen Ball nahm Dr. Stefan Ried, Principal Analyst und IoT Practice Lead bei Crisp Research, direkt in seinem Vortrag auf. Nachdem er die aktuellen Marktbewegungen für das Internet der Dinge aus aktuellem Research vorgestellt hatte, zeigte er exemplarisch welche Möglichkeiten sich für Unternehmen mit der Vernetzung von Dingen bieten. Anhand des Framework der Digitaler Intensität von Geschäftsmodellen machte Ried deutlich, dass von der digitalen Attraktivität bis hin zu einem ganzen digitalen Ökosystem individuelle Produktanpassungen und erweiterungen denkbar sind – je nach Ressourcen und Markteintrittsmöglichkeiten für das jeweilige Unternehmen. 

Eben jene Entwicklung von innovativen und digitalen Geschäftsmodellen bedarf aber auch einem gewissen Unternehmergeist. Dieser Intrapreneurship ist zentraler Bestandteil der Unternehmens-DNA der Bertelsmann-Tochter Arvato. Gregor Schumacher, Cloud Transformation Lead, und Andreas Tamm, Lead Enterprise Architect, zeigten eindrücklich wie Kreativität bei ihnen gefördert wird und damit zur Innovationskraft der Mitarbeiter und dem ganzen Unternehmens beitragen kann. Außerdem seien die technologischen Grundlagen jetzt soweit, man könne sich nun an die aktive Gestaltung machen.

Zum Thema Gestaltung und Design wusste Satish Ramachandran, Global Head of Design bei Nutanix, einiges zu den neuesten Entwicklungen zu berichten. Der Mensch stehe im Mittelpunkt der Kundeninteraktion, dementsprechend gelte es auch die Anwendungen und Lösungen um diesen herum zu bauen. “Design First!” lautet deshalb das Paradigma, dem man sich bei Nutanix verschrieben hat. Dabei machte Ramachandran allerdings auch deutlich, dass es kultur- und länderspezifische Unterschiede und Vorlieben gibt. Deshalb spielt Diversität bei Neueinstellungen eine zentrale Rolle, um den globalen Design-Ansprüchen bei unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Auch am zweiten Tag ging es im Anschluss an die Leader- und Partner-Keynotes in den interaktiven Austausch. Breit gefächert waren die Themen, die vom Career Development, Start-Ups als Change Agents, Digital Leadership, Cloud und Plattform Engineering bis zur Risikoversicherung in der digitalen Welt reichten. 

Einen gelungenen Abschluss fand unser diesjähriger Digital Leader Summit beim Besuch des hoteleigenen Restaurants und einem Ausklang bis in die Morgenstunden.

Das ganze Team um Crisp Research möchte sich ganz herzlich bei allen Teilnehmern bedanken – für eure Impulse, Diskussionsbeiträge und die herzliche Atmosphäre, die über die ganze Zeit zu spüren war. Wir freuen uns zu erleben, dass sich schon bereits nach drei Jahren eine richtige “DLS-Community” gebildet hat, deren Bande mittlerweile über das Event hinaus reichen.  

Insbesondere bedanken wir uns an dieser Stelle noch einmal bei unseren Sponsoren Equinix, Nutanix, Arvato und Riverbed. Ohne diese Unterstützung und den inhaltlichen Input unserer Partner hätte der Event im Kempinski Berchtesgaden in diesem Rahmen nicht stattfinden können.

Mehr Bilder von den Vorträgen, den Diskussionen, den Link zur LinkedIn-Gruppe, sowie dem Rahmenprogramm finden Sie als Teilnehmer in Kürze auf unserer Website unter: https://digital-leader-summit.com

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Über den Autor:

Marketing & Media Relations

Gina CimiottiGina Cimiotti ist für die Koordination von Marketingaktivitäten sowie Presseanfragen beim IT-Research- und Beratungsunternehmen Crisp Research verantwortlich. Darüber hinaus unterstützt sie Kundenprojekte im Rahmen des Research durch Recherche und Fachartikel. Nach Abschluss ihres B.A. Studium der Kommunikations- und Sozialwissenschaft sowie Praxiserfahrung in der Wirtschaft, führt sie zur Zeit ihre akademische Laufbahn mit dem Master „Communication Management“ an der Universität Leipzig fort.