Cloud Orchestrierung – aber nicht im Alleingang

  • Unternehmen haben die wesentliche Bedeutung von Cloud Computing erkannt und nutzen die Cloud immer häufiger für Digital Workloads und den Betrieb von Enterprise Applications.
  • Im Zuge der Cloud-Nutzung wandeln sich die Anforderungen, die sich für das Management und den Betrieb der Infrastrukturen ergeben fundamental. Der parallele und vernetzte Betrieb verschiedener Infrastruktur-Komponenten erfordert dabei zahlreiche personelle und technische Ressourcen.
  • Die Studie “Cloud Orchestration Excellence”  wurde von Crisp Research im Auftrag von PlusServer und Intel erstellt und liefert fundierte Einblicke in die Art und Weise, wie Unternehmen in Deutschland ihre Reise zum Multi-Cloud-Betrieb gestalten.

Cloud Computing als  integraler Bestandteil nahezu jeder IT-Strategie

Technologiefirmen oder Startups haben es vorgemacht - nun folgen auch mittelständische Unternehmen und Konzerne und prägen die Entwicklung und Nutzung der Cloud. Diese wollen einerseits ihre IT-Infrastrukturen konsolidieren und modernisieren sowie andererseits Anschluss an die Innovationsgeschwindigkeit in der digitalen Welt finden. Die Etablierung einer leistungsstarken und vernetzten Plattform für den Digital Workplace und das Wissensmanagement, den Aufbau von IoT-Ökosystemen oder auch die Erschließung neuer digitaler Vertriebs-und Geschäftsmodelle treibt die Unternehmen in Richtung Cloud-Infrastrukturen. So ist für 82 Prozent der befragten Unternehmen die Cloud schon heute ein fester Bestandteil der IT-Strategie oder befindet sich auf dem Weg dorthin.

Bei dieser Strategieplanung spielen nicht nur die Public-Cloud-Plattformen eine relevante Rolle, sondern auch die eigenen IT-Infrastrukturen und Private-Cloud-Umgebungen haben nach wie vor einen wichtigen Platz in der Unternehmens-IT. Als Ergänzung der Public-Cloud-Umgebungen oder Lebensversicherung der bestehenden IT- und Anwendungslandschaft bekommen Private-Cloud-Umgebungen bei 38 Prozent der befragten Unternehmen noch immer eine feste Anstellung. Der Trend zeigt aber auch, dass zunehmend mehr Cloud-Architekturen in Form von Hybrid und Multi Clouds aufgebaut werden, bei denen verschiedene Cloud-Architekturen - Public oder Private Cloud - parallel und teilweise vernetzt genutzt werden.

Nicht nur die hohe Zahl an zu betreibenden individuellen Workloads, sondern auch Workload-Typ und -Charakter erfordern häufig verschiedene Infrastruktur-Grundlagen. Die Notwendigkeit mehrere Infrastruktur-Optionen bereitzustellen und einen Hybrid- oder Multi-Cloud-Betrieb zu etablieren nimmt für Unternehmen somit immer mehr zu und ist für die Schaffung einer ganzheitlichen Betriebsgrundlage unabdingbar. Dafür braucht es jedoch Expertise und klare Strategien im Hinblick auf die Integration, Migration und Orchestrierung der Plattformen, wodurch der IT-Betrieb der Unternehmen vor neuen Aufgaben und Anforderungen steht, die es zu meistern gilt.

Cloud heißt, Verantwortung zu teilen!?

Der Umfang des Know-hows und des Verantwortungsbereichs ist im Cloud-Zeitalter deutlich größer geworden. So sehen sich die IT-Abteilungen, Entwicklerteams oder Fachbereichs-Verantwortliche mit einem ganz neuen Anforderungsprofil, neuen Technologien und der Cloud-Kompetenz konfrontiert: weite Teile der Planung (62 Prozent), Migration der Bestandssysteme (53 Prozent), des Datacenters (56 Prozent) und Cloud-Betriebs (53 Prozent) oder auch der fortlaufenden Optimierung der Gesamtarchitektur (59 Prozent) sehen die befragten Entscheider im Aufgaben- bzw. Verantwortungsbereich der eigenen IT-Abteilung. In Zukunft wollen Unternehmen aber sowohl der eigenen IT-Abteilung (45 Prozent), eigenen Digital Units (23 Prozent) als auch Managed Cloud Providern (32 Prozent) die Verantwortung des IT-Betriebs übertragen.

Die Studie zeigt, dass Unternehmen versuchen ihre eigenen IT-Teams in die Cloud Operations aktiv einzubinden. Die notwendigen Fähigkeiten werden zunehmend durch Trainings aufgebaut. Doch auch die Nachfrage nach externen Dienstleistern nimmt in Zukunft zu. Dabei setzen 18 Prozent exklusiv auf einen Managed Cloud Provider, der die Verantwortung komplett tragen wird während 14 Prozent ein Hybrid-Modell favorisieren, bei welchem sich IT und Managed Service Provider die Verantwortung teilen.

Denn nur die wenigsten bewahren den Überblick und sind in der Lage, den Betrieb der Cloud vollständig sicherzustellen und gleichzeitig alle Potenziale voll auszuschöpfen. Das Design und Zusammenspiel der IT-und Cloud-Architektur sowie die Allokation der Workloads auf die passende Infrastruktur-Umgebung wird mit steigender Vielfalt dieser Workloads immer schwieriger. Wollen die Unternehmen einen parallelen und bei Bedarf vernetzten Betrieb verschiedener (Cloud-)Infrastrukturen sicherstellen, braucht es die richtigen personellen und technischen Ressourcen. Schlussendlich suchen viele Unternehmen den Zugang zu Know-how und den geeigneten Technologien in Dienstleistern und Managed Service Providern. Diese Teams aus erfahrenen Cloud-Architekten und Entwicklern sind meist in der Lage, gezielt die Lücken zu schließen, die einzelne Unternehmen im Bereich der Cloud-Orchestrierung besitzen.

Aufgabenverteilung will geplant sein

 

Hier sind die Managed Service Provider meist mit einem hohen Zertifizierungsgrad im Vorteil (47 Prozent). Für viele Entscheider ist dies vermutlich das wichtigste Kriterium, weil es ganz genau darlegt, dass die Managed Service Provider hier einen Vorsprung gegenüber der eigenen IT-Abteilung haben und sie ihre Mitarbeiter als enge Partner der Cloud-Hyperscaler sämtliche Trainings- und Zertifizierungsprogramme durchlaufen lassen können. Deswegen ist auch die große Zahl von Cloud-Infrastrukturen im Portfolio der Service Provider nicht unerheblich (32 Prozent). Aber auch aus der traditionellen IT gibt es Anforderungen, die Managed Service Provider für die Cloud Orchestration in der Praxis mitbringen müssen. So gehört ein eigenes Rechenzentrum (41 Prozent) oder das Spezialwissen und die Erfahrung in Sachen IT-Integration (24 Prozent) zu den gefragten Eigenschaften. Zusammen mit einem gewissen Prozess- und Branchen-Know-how (27 Prozent), um den Unternehmen auf Augenhöhe zu begegnen, sind das in jedem Falle die zentralen Auswahlkriterien, auf deren Basis ein Managed Service Provider eine tragende Rolle bei der Cloud Orchestration für die Unternehmen einnehmen kann.

Die Aufgaben, die ein Managed Service oder Managed Public Cloud Provider in der Praxis und im Rahmen der Umsetzung und des fortlaufenden Betriebs übernehmen könnte, sind daher eher breit gefächert. Umso wichtiger wird es für Unternehmen sein, die Partner frühzeitig in die Planungsprozesse einzubeziehen.

Die Entscheider, die unmittelbar vor oder schon mitten in der Cloud-Transformations- und -Orchestration-Phase stehen, sollten bedenken, dass die Hinzunahme von Managed Cloud Providern eine gute, wenn nicht sogar notwendige Entscheidung ist und den Skill-Aufbau der eigenen Teams zusätzlich vorantreiben kann. Weiterhin sollte jenen Entscheidern, die sich bei der Planung der IT-Infrastruktur auf die Hinzunahme von Management und IT-Abteilung beschränken, bewusst sein, dass die Umsetzung und Verantwortung oft durch die Managed Cloud Provider getragen wird und diese auch eine Menge Erfahrung in der Planung dieser Architekturen haben. Daher  sollte kein Unternehmen darauf verzichten, die externen Provider von Anfang zu berücksichtigen.

Weitere Informationen sowie fundierte Einblicke in die Art und Weise, wie Unternehmen in Deutschland die Verantwortlichkeiten in der Multi-Cloud-Ära und das Thema Cloud Orchestration gestalten, liefert Ihnen die Studie  “Cloud Orchestration Excellence”, die sie unter diesem Link  kostenlos herunterladen können.

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Über den Autor:

Analyst

Anna-Lena SchwalmAnna-Lena Schwalm ist als Analyst des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research tätig. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind Mobile Technologies, Coworking und datenbasierte Geschäftsmodelle. Weiterhin unterstützt sie im Rahmen des Research sowie individueller Kundenprojekte bei der Recherche und Beratungsarbeit. Anna-Lena Schwalm studiert Business Studies mit dem Schwerpunkt Innovation, Information & Management im Masterstudiengang.