Cloud Computing ist ein gutes Mittel gegen die Schatten-IT

Cloud Computing wird immer als ein großer Förderer der Schatten-IT dargestellt. Das hat weiterhin seine Richtigkeit und auch ich habe das Thema immer wieder stark propagiert. Mit der richtigen IT-Strategie lässt sich die Schatten-IT aber sogar durch Cloud Computing präventiv verhindern, eindämmen und beseitigen. Das ist kein einfacher Weg, der sich aber für alle Beteiligen lohnt.

Gründe für eine Schatten-IT

Schatten-IT ist kein Phänomen des Cloud Computing. In jedem größeren Unternehmen hat der eine oder andere Entwickler seinen Server unterm Tisch stehen oder IT-Projekte haben irgendwo selbst installierte MySQL Datenbanken, im schlimmsten Fall außerhalb des Unternehmens bei einem Hoster. Nutzer haben, solange sie die entsprechenden Rechte für die Installation besitzen, eigene Softwarelösungen im Einsatz, mit denen sie produktiver arbeiten können, als mit den ihnen vorgesetzten Lösungen. Was sind Gründe für eine Schatten-IT?

  • Unzufriedenheit der Mitarbeiter mit eingesetzten Technologien.
  • IT-Technologien erfüllen nicht den gewünschten Zweck.
  • IT-Abteilungen sind zu langsam.
  • IT-Abteilungen liefern nicht entsprechend der gewünschten Anforderungen.
  • Aus Kostendruck werden Ressourcen gestrichen.

Wie kommt Schatten-IT zum Ausdruck?

  • Eigener Server unter dem Tisch.
  • Workstation wird zum Server.
  • Einsatz von Cloud Infrastrukturen
  • Eigene Kreditkarte wird genutzt und anschließend über Spesen verrechnet.
  • Nicht angemeldete oder genehmigte selbst installierte Software.
  • Nutzung von Cloud-Services und -Software.

Wie hilft Cloud Computing?

Man muss nur die Gründe der Mitarbeiter betrachten, um zu verstehen, warum zu Mitteln der Schatten-IT zurückgegriffen wird. Die Rebellen unter uns mal beiseite gelassen, geht es in erster Linie um die Unzufriedenheit und die Hilflosigkeit der Mitarbeiter, die ihre Arbeit produktiver erledigen möchten. Unterm Strich geht es, unabhängig von einer Technologie, um Kommunikation und Gegenseitiges Verständnis. Dass eine IT-Abteilung nicht die Geschwindigkeit haben kann wie zum Beispiel ein Public Cloud Anbieter ist ganz normal und sehr gut nachvollziehbar, sonst könnte die IT schließlich gleich der Anbieter sein und nicht der Konsument. Aber es gibt Mittel und Wege den Anschluss an den Markt nicht zu schnell zu verlieren.

  • Nicht alles verbieten und offen auf Wünsche eingehen.
  • Kommunizieren und von den Mitarbeitern Ideen einfordern.
  • Think Tanks und Innovations-Teams etablieren, die ständig neue Trends in das Unternehmen treiben.
  • Eigenen Self-service anbieten.
  • Ähnlich schnellen Zugriff auf Ressourcen ermöglichen wie Public Cloud Anbieter.
  • Middleware als Service Portal für Mitarbeiter, über die auf interne und externe Cloud Services Zugriff gewährt wird.

Cloud Computing ist für die Schatten-IT nicht die Non-plus Ultra Lösung und auf jeden Fall ein Treiber dieses Problems. Aber gleichzeitig kann Cloud Computing dabei helfen, diesem über die Jahre gewachsenen Phänomen entgegenzuwirken. Die entsprechenden Konzepte und Technologien stehen bereit und müssen nun umgesetzt werden.

Ein vielversprechender Ansatz ist der Aufbau eines eigenen Service Portals für die Mitarbeiter, über welches diese kontrolliert auf interne und externe Cloud Services zugreifen. Dabei kann es sich sowohl um Infrastruktur (virtuelle Server und Speicherplatz) als auch um Software und Plattformen handeln. Die IT-Abteilung wird dadurch immer mehr zum Service Broker und kann durch die Nutzung externer Ressourcen (hybrid Modell) sicherstellen, dass die Mitarbeiter mit einer hohen Servicegüte rechnen können. So lässt sich einem Entwickler zum Beispiel ein Server anstatt in mehreren Wochen, innerhalb von fünf Minuten bereitstellen.