Cloud Computing – Das neue Paradigma

Cloud Computing bezeichnet in erster Linie ein Servicemodell, bei dem auf (theoretisch unbegrenzte) IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Speicherplatz, Applikationen und andere Arten von Services on-Demand zugegriffen werden kann. Dabei werden auf Basis des Pay as you Go Konzeptes nur die Ressourcen berechnet, die zu diesem Zeitpunkt auch tatsächlich genutzt werden.

Die eigentliche Verarbeitung findet in den Rechenzentren auf den Servern der Cloud Computing Anbieter statt. Dadurch hat die Relevanz heutiger leistungsfähiger Endgeräte stark abgenommen, wodurch auch mittels Smartphones und Netbooks, die nur über beschränkte Ressourcen verfügen, komplexe Anwendungen genutzt werden können.

Die Umsetzung des On-Demand Modells, die dynamische Zuweisung von Ressourcen nach Bedarf, erfolgt über die Abstrahierung mittels einer weiteren Ebene, der Virtualisierung. Anstatt der Miete eines physikalischen Servers werden virtuelle Maschinen eingesetzt, deren Ressourcen wie Speicherkapazitäten und Rechenleistung je nach den aktuellen Anforderungen dynamisch mitwachsen oder sich verkleinern. Ressourcen wie bspw. der Langzeitspeicher werden dabei bewusst getrennt von den verarbeitenden Ressourcen gehalten und separat angebunden, um die Flexibilität und Verfügbarkeit der Daten zu erhöhen.

Die Ressourcen aus der Cloud eines Anbieters sind somit weitaus skalierbarer als es die klassischen IT-Infrastrukturen sein können. Müssen unerwartete Spitzenlasten über einen unbekannten Zeitraum überbrückt werden, stehen die dafür benötigten Ressourcen umgehend zur Verfügung und können anschließend wieder heruntergefahren werden. Abgerechnet werden hierbei nur die Ressourcen, die auch tatsächlich für diesen Zeitraum genutzt wurden.

Unternehmen sind die Probleme zur Bewältigung von Spitzenlasten bekannt. Um dem gerecht zu werden sind sie klassisch vorgegangen und haben ihre IT-Infrastrukturen überdimensionert, um immer ausreichend Ressourcen vorzuhalten, die nur für wenige Zeiträume im Jahr, wie z.B. Weihnachten oder dem Jahresabschluss, benötigt werden. Dies führt jedoch dazu, dass die Server im Jahresmittel zu 20% genutzt werden und die restlichen 80% dem Unternehmen nicht helfen das eigentliche Geschäftziel zu verfolgen. Im Gegenteil: Durch die hohen Investitionskosten für Hard- und Software sowie Wartung, Personal etc. wurden immense Summen in einen Bereich des Unternehmens investiert, der in den Führungsebenen seit jeher als klassischer Kostenfaktor betrachtet wird.

Im Cloud Computing werden die Ressourcen alle als “... as-a-Service” aus der Cloud angeboten. Dazu gehören Rechnerleistung und Speicher, Programmierungebungen und Software. Diese Bereiche werden weiter unten im Kapitel noch detaillierter beschrieben. Diese Dienste werden bei Bedarf aus der Cloud bezogen.

Das Wort der Cloud abstrahiert sich aus der Illustration der klassischen Netzwerktechnik. Um die Details eines unbekannten Netzwerkes, in der Regel das Internet, nicht genauer beschreiben zu müssen, wird sich hier an der Abbildung einer Wolke (Cloud) bedient. Abgebildet auf das Cloud Computing bedeutet dies für einen Cloud Computing Nutzer, dass er sich um die Details der IT-Infrastruktur bei dem Cloud Computing Anbieter nicht mehr kümmern muss. Er bezieht lediglich die Ressourcen, die er zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt und nur diese werden anschließend abgerechnet.