Bye, Bye ISDN – Welche Auswirkungen hat die Abschaffung der ISDN-Netze für den deutschen Sicherheitsmarkt?

Der Sicherheitsmarkt gehört historisch bedingt eher zu den Märkten mit langfristigen Investitionen und langsamen Innovationszyklen. Doch durch die Digitalisierung in Unternehmen und den damit verbundenen technischen Neuerungen wird sich in Zukunft auch im Markt für Gebäude- und Objektsicherung so einiges verändern. Gerade in den nächsten Jahren kommt auf die Unternehmen durch die Abschaffung der alten ISDN-Netze eine große Umstellung zu, da neben den Telefonanlagen auch viele Gefahrenmeldeanlagen auf das Internet Protocol (IP) umgestellt werden müssen. Dies ist ein guter Grund für Unternehmen ihre zukünftige Sicherheitsstrategie zu überdenken, vor allem auch vor dem Hintergrund von steigenden Einbruchsraten und Sicherheitsbedrohungen durch neue Technologien, wie z.B. Drohnen.

Im Mai 2015 hat die deutsche Telekom die finale Ablösung ihrer ISDN-Netze durch eine IP-basierte Plattform bis zum Beginn des Jahres 2018 beschlossen. Um dem technologischen Fortschritt Rechnung zu tragen, werden auch die übrigen deutschen Telekommunikationsanbieter diesem Beispiel zeitnah folgen. Auf die Nutzer von Gefahrenmeldeanlagen, welche zu großen Teilen auf die ISDN-Technologie und Datex-P gesetzt haben, kommt aus diesem Grund in den kommenden Jahren eine wichtige Umstellung zu, welche die betroffenen Unternehmen zum Handeln zwingt. Unternehmensangaben der Deutschen Telekom zu folge haben erst ca. 15% der KMUs auf die Umstellung reagiert , die übrigen Firmenkunden der deutschen Telekom müssen bis spätestens im Jahr 2018 diesem Beispiel gefolgt sein. Doch wann ist für die Unternehmen der richtige Zeitpunkt, um sich mit der Umstellung der verwendeten Sonderdienste zu beschäftigen? Und wie sollen sie diese Umstellung am besten angehen?

Der B2B Sicherheitsmarkt in Deutschland

Der Markt für Sicherheitsdienstleistungen und elektronische Sicherheitssysteme unterliegt zusätzlich dem schon genannten technologischen Trend in Richtung IP-Übertragung, auch den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen und wird aus diesen Gründen in den kommenden Jahren ein deutliches Wachstum aufweisen. Betragen die Ausgaben im B2B Sicherheitsmarkt in Deutschland im Jahr 2016 noch rund 9,2 Mrd. €, so werden sie im Jahr 2020 schätzungsweise auf 10,8 Mrd. € anwachsen.

meike

Dies entspricht einer Wachstumsrate von 17,3% über die Jahre 2016-2020, wobei das Wachstum zum einen durch die IP-Umstellung im Bereich der elektronischen Sicherheitssysteme voran getrieben wird. Zum anderen wird auch die Nachfrage an Sicherheitsdienstleistungen, wie einer Gebäudeüberwachung durch Wachpersonal und Drohnen, Integrationsdienstleistungen – und Beratung sowie (mobile) Sicherheitssoftware stark anwachsen. Folgende Branchen sind besonders stark von dem Technologieumbruch durch die Ablösung der ISDN-Technik durch die IP-Übertragung betroffen:

  • Gebäudevermietung
  • Einzelhandel / Banken
  • Industrieunternehmen
  • Öffentliche Einrichtungen

Die Stakeholder und ihre Rollen im Rahmen der IP-Migration der Gefahrenmeldeanlagen

Die Vergangenheit hat gezeigt: Jede technologische Innovation hat sowohl positive sowie negative Auswirkungen auf eine Vielzahl von Stakeholdern, wie z.B. auf Kunden, Anbieter, Dienstleister, Verbände, den Staat und eine Vielzahl von weiteren Anspruchsgruppen. Denn bei einer technologischen Innovation entsteht zunächst eine Informationsasymmetrie zwischen dem Innovator und seinen Anspruchsgruppen, welche für viele dieser Stakeholdergruppen im Verlauf der Umstellung auf die neue Technologie zu Herausforderungen führt. Doch nicht alle Interessengruppen sind dabei im gleichen Ausmaß betroffen. Für die Klärung der Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Risiken der beteiligten Personen- und Entscheiderkreise im Kontext von Gefahrenmeldeanlagen müssen daher zunächst alle betroffenen Stakeholder identifiziert werden und anschließend die Rolle, welche sie im Rahmen der Technologietransformation spielen, herausgearbeitet werden. Zu den betroffenen Stakeholdern zählen neben dem Netzbetreiber unter anderem:

  • Kunden
  • Hersteller von Gefahrenmeldeanlagen
  • Lösungsanbieter
  • Zertifizierte Handwerker
  • Konzessionäre / Leitstellenbetreiber (inkl. Feuerwehr & Polizei)
  • Sicherheitsverbände
  • Staat (Gesetzgebung)
  • Versicherungen

Um den Stakeholdern, aber insbesondere den Leitstellenbetreibern und Nutzern der Gefahrenmeldeanlagen, die Brisanz des Themas vor Augen zu führen und ihnen geeignete Strategien zur IP-Migration aufzuzeigen, hat Crisp Research in Zusammenarbeit mit ITENOS einen Report erstellt, welcher die zeitliche Dringlichkeit, die technischen Hintergründe sowie die Chancen vorstellt, welche die Umstellung auf die IP-Technik für die Sicherheitstechnik in Unternehmen bereithält. Der Report steht kostenfrei unter Sicherheit im Digitalen Zeitalter  zum Download bereit.