Apple im Jahr 2013 – Innovation, wo bist Du?

Galaxy, iPhone, Nexus, iPad, Ultrabook, Surface, etc. – die ganze Welt des Internets vereint sich mittlerweile in einer Gerät-Kategorie. Der Markt für Mobility kennt nur eine Richtung, die Release- und Innovationszyklen der Unternehmen werden immer kürzer. Der Druck auf die Branche wächst, und die Hersteller bekämpfen sich mittlerweile öfter vor Gericht als an der Ladentheke.  Im Jahr 2013 werden wohl erstmals über 100 Mrd. Apps heruntergeladen werden.

Noch vor zwei Jahren sah es  so aus, als gäbe es keinen Platz für einen weiteren Hersteller neben Apple, die den kompletten Markt unter Kontrolle hatten. Apple, damals noch mit Steve Jobs auf einer Couch in San Francisco mit dem ersten iPad in der Hand, galt spätestens zu diesem Zeitpunkt als absoluter Innovations-Führer für mobile Endgeräte. Die Kunden standen Schlange oder campierten tagelang vor den Apple Stores, um einer der ersten zu sein, die ihr neues iPhone in der Hand halten dürfen.

Doch wo ist diese Vorreiterrolle im Jahr 2013?

Apple hat durchaus erkannt, dass es Zeit ist, dem iPhone ein neues Gewand zu verleihen. Dort knüpft auch die Vorstellung des neuen Betriebssystems iOS 7  an, welches für den gewohnheitsaffinen Apple-Nutzer an manchen Stellen tatsächlich neu und futuristisch daher kommt. Allerdings stecken dahinter allenfalls eine Hand voll netter Kniffe, mit Sicherheit aber kein runderneuertes, innovatives und bahnbrechendes Update.

Im Fokus stand aber vor allem das iPhone 5c. Jung und frisch kommt es daher. Bunte Farben, auffälliges Design und der Preis strahlt mit 599€ für ein „Einsteiger-Modell“ nicht weniger auffällig durch die gläsernen Fronten der Apple Stores. Für dieses Geld sollte gerade der geneigte Apple-Fremdling doch erwarten können, dass auch im Inneren viel Neues auf einen wartet. Doch diejenigen, die auch auf diese inneren Werte achten, müssen sich mit fast exakt dem begnügen, was bereits sein Vorgänger, das iPhone 5, schon vereinte. Hier wurde sich zu  deutlich auf das Design beschränkt.

Design alleine ist kein USP mehr

Die einigen wenigen technischen Neuerungen waren dem iPhone 5s vorbehalten. Ein neuer Prozessor, eine etwas bessere Kamera und ein Fingerabdrucksensor. Dazu gibt es das neue Oberklasse-Modell aus Kalifornien nun auch in Gold. Damit einhergehend, für viele aber doch ein wenig im Hintergrund, wurde auch der Preis im Vergleich zu den Vorgängermodellen weiter angehoben.

Das Problem, das sich Apple an dieser Stelle stellt, ist allerdings, dass im Zuge der immer rationaleren Debatte im Smartphone-Markt goldene Farbe allein nicht unbedingt den notwendigen Glanz hervorruft. Mit jedem Tag der vergeht, gewinnen die technologie-fokussierten Wettbewerber an Attraktivität.

Samsung, Google und nicht zuletzt Microsoft (nach der Nokia-Übernahme), haben mittlerweile die oben beschriebene Innovator-Rolle übernommen. Wer wirklich auf neue Features hofft, muss sich an dieser Stelle vom iPhone abwenden und bei den Wettbewerbern suchen.

Der USP von Apple, mit Design zu punkten, gerät immer stärker ins Abseits des Interesses. Der Konzern scheint von den hohen Erwartungen seitens des Finanzmarktes bereits so sehr unter Druck geraten zu sein, dass es nötig erscheint, die treuen Anhänger mit bunten Farben von der Realität abzulenken und hinterrücks einen Preisanstieg durchzusetzen.

Daraus resultiert eine mangelhafte Ausschöpfung des Potenzials, welches auch im Hause Apple zweifelsfrei vorhanden sein könnte. Für Apple scheint das Licht im Smartphone-Weltmarkt nicht mehr ganz so hell zu strahlen und die wirklich treue und fanatische Anhängerschaft dezimiert sich von Tag zu Tag.

Möglicherweise wirken Nischenprodukte, wie Apples iWatch, die im Jahr 2014 an den Markt gehen könnte, diesem Trend entgegen. Sollte es Apple allerdings nicht gelingen, wieder etwas Feuer in den Kessel zu bringen, werden sie es auch auf Dauer schwer haben, als Mitläufer im Markt an alte Erfolge anknüpfen zu können.

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Über den Autor:

Senior Analyst & Cloud Practice Lead

Maximilian HilleMaximilian Hille ist Senior Analyst und Practice Lead bei Crisp Research. Als Cloud Practice Lead leitet er alle Research- und Beratungsaktivitäten zu den Themen Cloud-Architektur, Cloud-Native Technologies, Managed Cloud Services, Digital Workplace und Mobility.

Zuvor war er Research Manager in der „Cloud Computing & Innovation Practice“ der Experton Group AG. Maximilian Hille studierte Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik.

Seine Schwerpunktthemen sind Cloud Platforms, Cloud Architecture Design, Hybrid & Multi Cloud Computing, Cloud-Native Architectures, Digital Workplace, Collaboration, Enterprise Mobility und Mobile Business. Maximilian Hille war Jurymitglied bei den Global Mobile Awards 2016, 2017 und 2018.